„Das ist stinklangweilig“: Ludger Burmann findet wieder viele Schwächen im neuen Tatort

Tatort-Kritik

Eine tote Ärztin im Krankenhaus und Kommissare, die ihre Emotionen nicht unter Kontrolle haben - der neue Dortmunder Tatort „Inferno“ am 14. April bringt Ludger Burmann zum Verzweifeln.

Werne

, 13.04.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schauspieler Ludger Burmann hat für uns erneut den Dortmunder Tatort kritisiert - und der kam nicht gut weg.

Schauspieler Ludger Burmann hat für uns erneut den Dortmunder Tatort kritisiert - und der kam nicht gut weg. © Nils Lindenstrauß

Schon der letzte Fernseh-Tatort aus Dortmund hat Schauspieler Ludger Burmann geärgert. Die Folge „Zorn“, die der WDR im Januar ausgestrahlt hat, habe die Bergleute in kein gutes Licht gerückt, befand der Werner Schauspieler in unserer Video-Kritik.

„Die Leute, die auf‘m Pütt waren, wurden aufs Übelste dargestellt, wie ich finde. Es ging eigentlich nur ums Saufen und sich anbrüllen“, sagte Burmann zur 13. Folge des Dortmunder Tatorts.

Video
Teaser: Tatort-Kritik "Inferno" von Ludger Burmann

Der Tatort sorgte seinerzeit für Diskussionen. Ullrich Sierau, Dortmunds Oberbürgermeister, hatte die Folge „als fortwährendes Mobbing gegenüber einer Stadt, einer Region sowie den dort lebenden Menschen“ bezeichnet.

Er hatte in einem Brief an WDR-Intendant Tom Buhrow geschrieben, dass er auch nichts gegen die Einstellung des Tatorts aus Dortmund hätte. Ganz genau hinschauen werden deshalb nicht nur die Dortmunder beim nächsten Tatort.

„Das ist stinklangweilig“

Den nächstem Tatort „Inferno“ strahlt der WDR am Sonntag, 14. April, ab 20.15 Uhr aus. Auch dieses Mal hat Ludger Burmann aus Werne den Tatort vorab gesehen und bespricht ihn exklusiv in unserer Tatort-Kritik. Dabei geht er - fast schon traditionell - hart mit dem Film ins Gericht.

Das größte Manko: „Die Geschichte ist an den Haaren herbei gezogen und stinklangweilig“, sagt der 62-Jährige in unserer Video-Kritik, die wir am 14. April, nach der Tatort-Ausstrahlung um 21.45 Uhr zeigen. Auch die Art, wie die Kommissare dargestellt werden, sei für ihn unbegreiflich und unrealistisch. „Wenn das ein Beispiel für unsere Polizeiarbeit sein soll, na dann gute Nacht.“

Ermittlungen im Krankenhaus wecken Erinnerungen

Und darum geht es im 14. Fall für die Ermittler um Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann): Eine Ärztin wird leblos in der Notaufnahme eines Krankenhauses gefunden. Die Tote ist nicht vollständig bekleidet, ihr Kopf steckt in einer Plastiktüte.

Haben die Mitarbeiter des Krankenhauses damit zu tun oder war es etwa Selbstmord? Die Ermittlungen in der Klinik wecken bei Faber keine guten Erinnerungen, den Kommissar plagen Albträume.

Sie haben Wutausbrüche zur Folge. Unmöglich, wie Ludger Burmann findet. „Das ist keine Reklame für unsere Polizeiarbeit. Das ist hanebüchen.“

Nora Dalay (Aylin Tezel, l.), Martina Bönisch (Anna Schudt, 2.v.l.) sind irritiert über ihren Vorgesetzten Peter Faber (Jörg Hartmann). Er musste die Hilfe von Dr. Andrea Müller-Seibel (Doris Schretzmayer, 2.v.l.) in Anspruch nehmen.

Nora Dalay (Aylin Tezel, l.), Martina Bönisch (Anna Schudt, 2.v.l.) sind irritiert über ihren Vorgesetzten Peter Faber (Jörg Hartmann). Er musste die Hilfe von Dr. Andrea Müller-Seibel (Doris Schretzmayer, 2.v.l.) in Anspruch nehmen. © WDR/Thomas Kost

Der 62-Jährige nimmt in seiner Kritik mal wieder kein Blatt vor den Mund. Die gesamte Tatort-Kritik mit Ludger Burmann gibt es bei uns im Netz nach der TV-Ausstrahlung am Sonntagabend, ab 21.45 Uhr, zu sehen. Der neue Tatort aus Dortmund mit dem Titel „Inferno“ wird noch am Sonntag, 14. April, um 22 Uhr bei ARD One gezeigt. Der Film ist auch in der ARD-Mediathek zu finden.

Ein möglicher Tathergang? Martina Bönisch (Anna Schudt) und Peter Faber (Jörg Hartmann) stellen im Ruheraum der Klinik nach, was dort passiert sein könnte.

Ein möglicher Tathergang? Martina Bönisch (Anna Schudt) und Peter Faber (Jörg Hartmann) stellen im Ruheraum der Klinik nach, was dort passiert sein könnte. © WDR/Thomas Kost

Ludger Burmann hat in vielen Fernsehserien, Filmen und Hörspielen mitgewirkt. Der gebürtige Werner war von 1984 bis 1989 Mitglied am Dortmunder Stadttheater. Heute arbeitet der 62-jährige Schauspieler auch als Mediator, Coach, Musiker, Kabarettist und Redner. Bei dem Dortmunder Tatort „Inferno“, den Ludger Burmann exklusiv im Video kritisiert, führte Richard Huber Regie.
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