Das sind die Fakten über Flüchtlinge in Werne

Fragen und Antworten

Wie viele Asylsuchende gibt es derzeit in Werne und woher kommen die Menschen? Diese und viele weitere Fragen beantwortete Kreis-Dezernent Dirk Wigant und Kordula Mertens vom städtischen Ordnungsamt erhielt der Sozialausschuss am Dienstagabend. Wir haben alle wichtigen Fakten zusammengefasst.

WERNE

, 16.09.2015, 14:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Claudia Bergen (l.) unterrichtet ab nun einmal wöchentlich die Flüchtlinge in Deutsch. Bei diesem Unterricht ist die Gemeinde Ascheberg eine Kooperation mit der VHS eingegangen. Foto: Tina Nitsche

Claudia Bergen (l.) unterrichtet ab nun einmal wöchentlich die Flüchtlinge in Deutsch. Bei diesem Unterricht ist die Gemeinde Ascheberg eine Kooperation mit der VHS eingegangen. Foto: Tina Nitsche

Wie viele Asylsuchende leben in Werne?

Zurzeit 290, davon 48 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Doch schon am Donnerstag (17.9.) sollen acht neue hinzukommen. Ungefähr alle drei Tage erhält die Stadt im Moment laut Kordula Mertens Neuzuweisungen.

Woher kommen die Menschen?

Die größte Gruppe unter den Flüchtlingen im Kreis bilden Menschen aus Albanien. Dann folgen Syrer und Iraker. Zwischen 25 und 30 verschiedene Nationalitäten sind vertreten.

Wie und wo sind sie untergebracht?

Noch schafft die Stadt es, sie dezentral unterzubringen, also nicht in einer Turnhalle oder einem Zeltlager. Neben den bekannten Containern am Lindert sowie dem ehemaligen Internatsbereich des Christophorus-Gymnasiums gibt es aktuell noch acht weitere Wohngelegenheiten.

Wird das bis Ende des Jahres reichen?

Auf keinen Fall. Das ist jetzt schon absehbar. Deswegen will die Verwaltung sieben weitere Gebäude, die ihr gehören oder die sie anmieten oder kaufen will, für Flüchtlinge fertig machen. „Das würde 100 zusätzliche Plätze bedeuten“, sagte Kordula Mertens dem Ausschuss.

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Gibt es verlässliche Schätzungen, wie sich die Zahl der Flüchtlinge entwickelt?

Überhaupt nicht. Im vergangenen Jahr suchten gut 200.000 Menschen in Deutschland Asyl. Aktuell sind es bereits rund 600.000. Die jüngste Schätzung von 800.000 bis Ende 2015 ist bereits überholt, Vizekanzler Gabriel spricht schon von einer Million. Kreis-Dezernent Wigant: „Es sind nicht mal mehr seriöse Prognosen möglich, das sind nur noch wilde Spekulationen.“

Was kostet die Unterbringung der Menschen die Stadt?

853.000 Euro - so hoch waren die laufenden Kosten (Zahlungen an die Asylbewerber, Krankenhilfe und so weiter) im vergangenen Jahr. In diesem Jahr liegen sie jetzt schon bei 1,4 Millionen Euro. Tendenz steigend. Der Rat soll in seiner nächsten Sitzung weitere Zahlungen von rund 850.000 Euro genehmigen.

Übernehmen nicht Bund und Land diese steigenden Kosten?

Im Moment tragen sie weniger als ein Drittel. Rund 70 Prozent der Kosten zahlt die Stadt. Ob und wie sich das ändern kann, wird gerade auf Bundesebene diskutiert.

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