In diesem Jahr kann der Nikolaus nicht wie in den vergangenen Jahren etwa im Museumsgarten mit den Kindern ins Gespräch kommen. Aber er hofft sehr, dass nächstes Jahr alles besser ist. © warn
Nikolaus in Werne

Der Nikolaus im Interview: Liebe Werner Kinder, seid tapfer!

Der Nikolaus würde zu dieser Zeit des Jahres eigentlich durch die Werner Straßen ziehen und sich die Wünsche der Kinder anhören. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Der Nikolaus erklärt, wieso.

Eigentlich wäre der Nikolaus dieser Tage in Werne unterwegs. Gemeinsam mit Knecht Ruprecht würde der Nikolaus den Museumsgarten besuchen, der Freilichtbühne einen Besuch abstatten und die Kinder auf dem Werner Weihnachtsmarkt begrüßen. Doch all das ist in diesem Jahr nicht möglich. Unsere Redaktion hat mit dem Nikolaus darüber gesprochen, wie er die Zeit um den Nikolaustag verbringt.


Lieber Nikolaus, wie war die Vorweihnachtszeit bisher für dich?

Die Vorweihnachtszeit war eigentlich sehr enttäuschend. Dass ich als Nikolaus nicht in Aktion treten konnte, darüber bin ich sehr traurig, weil viele Kinder mich sehnsüchtig erwarten. Aber dieses Jahr, liebe Kinder, muss ich euch leider enttäuschen. Ich habe mich so sehr auf ein Wiedersehen mit euch gefreut! Eure erwartungsvollen Blicke und eure leuchtenden Augen werde ich schmerzlich vermissen.

Eigentlich kommst du die Kinder ja immer auf dem Weihnachtsmarkt besuchen. Warum geht es dieses Jahr nicht?

Liebe Kinder, ihr wisst ja alle, dass in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie Veranstaltungen im öffentlichen Raum leider ausfallen müssen. Deshalb kann ich euch leider auch nicht besuchen. Es tut mir sehr leid, aber ich hoffe, dass wir uns im nächsten Jahr zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt wiedersehen werden.

Wie verbringst du die Coronazeit gerade?

Ich habe natürlich vom Himmel aus beobachtet, wie die Kinder sich in Werne während dieser Zeit verhalten. Es ist für alle sehr schwierig, weil das persönliche Leben doch sehr stark eingeschränkt wird. Ich beobachte euch und fühle mit euch, und weiß auch, dass ihr sehr traurig seid. Und ich weiß, dass nicht alle Wünsche in der Vorweihnachtszeit für euch erfüllt werden. Aber ich hoffe, dass sich die Situation im nächsten Jahr wieder soweit verbessert hat, dass wir alle gemeinsam einen schönen Advent und eine besinnliche Weihnachtszeit feiern können.

Konntest du dein goldenes Buch in diesem Jahr denn überhaupt füllen?

Zu meiner großen Freude habe ich vom Himmel beobachten können, dass sich die meisten Kinder an die Regeln gehalten haben und das habe ich natürlich sofort in das goldene Buch geschrieben, um euch im nächsten Jahr eine Belohnung mitzubringen.

Du tust den Menschen ja viel Gutes, was können wir denn derzeit tun?

Es ist für mich sehr wichtig darauf hinzuweisen, dass man sich so verhalten sollte, wie es Wissenschaftler, Ärzte und auch Politiker sich wünschen. Wir müssen aufeinander achten und einander helfen, sodass wir gemeinsam den Kampf gegen Corona gewinnen können. Deshalb müssen wir alle zusammenhalten, damit es wieder besser werden kann.

Weißt du schon, wie du deinen Nikolaustag am Sonntag verbringen wirst?

Ich werde aller Wahrscheinlichkeit nach in Ruhe zu hause bleiben und daran denken, welche schönen Dinge ich in den vergangenen Jahren am Nikolaustag erleben durfte.

Was möchtest du den Werner Kindern sagen?

Ich wünsche allen Werner Kindern trotz der besonderen Ereignisse, trotz der großen Enttäuschungen, dass sie zusammen mit ihren Liebsten ein schönes Weihnachtsfest feiern. Ich bin in meinen Gedanken und mit meinem Herzen immer bei euch.

Und hast du ein paar Worte für Kinder, die derzeit in Quarantäne sind?

Es ist sicherlich schwer, das Haus nicht verlassen zu können, wenn man sich in Quarantäne befindet. Deshalb bitte ich euch, seid vorsichtig, haltet euch an die Regeln und seid tapfer.

  • Gottfried Forstmann spielt den Nikolaus in Werne seit 1974. Das Jahr 2020 ist das erste, in dem er nicht als Nikolaus durch die Straßen ziehen kann.
  • Forstmann ist ehemaliger Religionslehrer und hat sich mit dem Nikolaus auch mit seinen Schülern beschäftigt.
  • Für ihn sind bei jedem Auftritt die erwartungsvollen Blicke und die glänzenden Kinderaugen am unvergesslichsten.
  • Neben dem über 100 Jahre alten Kostüm, das Forstmann bei seinen Auftritten trägt, lässt sich der Werner jedes Jahr ab dem Sommer einen waschechten Nikolausbart wachsen.
Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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