"Hau ihr vorn Schädel" sagt jemand, und der Junge macht genau das. Schlägt von außen mit einem Stock auf den Kopf der abgemagerten Kuh. © Soko Tierschutz
Tierquäler-Skandal in Werne

Die eigenen Kinder zum Tierquälen erzogen: „Hau ihr vorn Schädel!“

Illegale Tierhaltung, Tierquälereien, Pferde-Verschiebung, unappetitliche Wurst - man denkt, es könnte im Fall Mecke nicht schlimmer werden. Doch, kann es, wie weitere Video-Aufnahmen der Soko Tierschutz zeigen.

Im Mecke-Tierquälerei-Skandal glaubt man, es könnte nach den ganzen Enthüllungen der Soko Tierschutz kaum noch schlimmer kommen. Sie belegen, dass in der nur für Pferde zugelassenen Viehsammelstelle auch Kühe und Schweine verladen und gequält worden sind. Es besteht der Verdacht, dass Fleisch von toten Tieren, eigentlich nur für Tierfutter zugelassen, in Mecke-Wurst in der Metzgerei gelandet ist.

Nun bringen zusätzliche, verdeckt aufgenommene Video-Aufnahmen einen weiteren Aspekt ans Licht, der nur noch fassungslos macht. Laut Friedrich Mülln von der Soko Tierschutz hat einer der beiden brutalen Schergen, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittelt, vor den Augen seiner eigenen Kinder Tiere geschlagen und mit der Mistgabel traktiert. Und nicht nur das. Er hat offenbar seinen Nachwuchs auch dazu aufgefordert, selbst die erbarmungswürdigen Kreaturen zu schlagen und zu quälen.

Ein Mädchen schlägt immer wieder mit einer Wasserpistole auf ein sterbendes Rind ein, tritt auch drauf.
Ein Mädchen schlägt immer wieder mit einer Wasserpistole auf ein sterbendes Rind ein, tritt auch drauf. © Soko Tierschutz © Soko Tierschutz

Über einen der beiden Tierquäler, gegen die ermittelt wird und die Firmenchef Mecke nach Bekanntwerden der Vorwürfe nach eigenen Angaben fristlos entlassen hat, sagt Mülln: „Der Mann hat mehrere Kinder. Bei einer brutalen Prügelszene waren die jüngeren dabei.“

Eine Aufnahme zeigt, wie der Mann mit einer Mistgabel mehrfach auf ein sterbendes, vielleicht schon totes Rind einsticht. Direkt um ihn herum drei Kinder, die das Geschehen verfolgen. In einer anderen Szene geht ein Mädchen in einen Stall, wo ein Rind auf dem Boden liegt. Offenbar ist das braune Rind tot oder dem Tode nahe. Das Mädchen sticht immer wieder mit einer Wasserpistole auf das Tier ein, tritt es zwischendurch auch einmal. Dann verlässt es den Stall.

Während der Mann mit einer Mistgabel auf das sterbende Tier einsticht, stehen die Kinder drumherum.
Während der Mann mit einer Mistgabel auf das sterbende Tier einsticht, stehen die Kinder drumherum. © Soko Tierschutz © Soko Tierschutz

In einer weiteren Szene schlägt der Mann unbeherrscht und heftig auf eine Kuh ein, die auf einen Hänger soll. Als sie sich nicht bewegt, schleudert er wutentbrannt den Schlagstock weg, holt eine Mistgabel. Drei Kinder stehen am Gatter und verfolgen die brutale Szene. Immer wieder sticht der Mann, vermutlich der Vater der Kinder, auf die Kuh ein und schreit „Ich stech‘ euch in den Arsch, ihr Mistschweine.“

In einer weiteren Szene werden abgemagerte Kühe unter Schlägen auf einen Hänger getrieben. Als eines der Tiere nahe an dem Gatter vorbeigeht, fordert eine Stimme den Jungen auf, der dahinter mit einem Stock steht: „Hau ihr vorn Schädel.“ Genau das tut der Junge dann auch.

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Jörg Heckenkamp

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