Die Sprache der Götter

WERNE Sie leisteten mehr als das kleine "Asterix-Latinum": Anne-Frank-Schüler begeisterten mit einem Theaterstück, das sie zum Teil in lateinischer Sprache präsentierten.

von Von Teja Heine

, 07.09.2007, 13:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Götter im Olymp sind empört: Auf der Erde kennt sie niemand mehr.

Die Götter im Olymp sind empört: Auf der Erde kennt sie niemand mehr.

Über das kleine "Asterix-Latinum" ging es weit hinaus, was die Schüler und Schülerinnen der 9 d des Anne-Frank-Gymnasium (AFG) am Donnerstag auf die Bühne brachten. Das Stück "Peregrinatio Deorum - Die Götterreise", zu großen Teilen in lateinischer Sprache, kam kein bisschen angestaubt daher - wie die vielen Lacher im Publikum und der langanhaltende mit begeisternden Pfiffen begleiteter Applaus im vollen Saal zeigten.

Die Posse handelt von den römischen Göttern, die entsetzt feststellen, dass sie auf der Erde niemand mehr kennt.

Sie steigen vom Olymp und besuchen eine Schulklasse, die bei den Namen Mars, Merkur, Juno und Diana an Schokoriegel, Paketdienste, Zigaretten oder eine verstorbene Prinzessin denkt. Die jungen Schauspieler begeisterten mit viel Komik und Spielfreude, vor allem herausragenden Kostümen und Requisiten, die sie in den Sommerferien selbst ausgedacht, genäht und gefertigt hatten.

Lob für die Einsatzbereitschaft der Schüler

Lateinlehrerin Birgit Berendes, die das Stück inszeniert hatte, lobte die Einsatzbereitschaft der Schüler und ihre flüssige Sprechweise: "Die paar Fehler merkt ja keiner", winkte sie verschmitzt ab, fest damit rechnend, dass im "auditorium" keine Altsprachen-Profis saßen.

Jürgen Behrens, Autor des Stückes, ist ehemaliger Lehrer am AFG und hat fast 40 Jahre Latein unterrichtet. Er hat bereits fünf Stücke und weitere kleine Sketche in lateinischer Sprache verfasst, die teilweise veröffentlicht wurden. Er brachte Berendis zum Geschenk an diesem Abend ein neues Stück mit.

"Eine solche Aufführung bleibt ein unvergessliches Erlebnis", weiß Behrens aus Erfahrung zu berichten. "So etwas gibt den Jugendlichen Sicherheit, Gewandtheit und Selbstvertrauen".

Zwei Freistunden zur Belohnung

Stecher bat die erfolgreichen Mimen zum Schluss, einen weiteren Aufführungstermin anzusetzen, um das Stück den Mitschülern zu zeigen. "Zur Belohnung gibt's morgen die ersten beiden Stunden frei!" versprach er den erstaunten und erfreuten Schülern. Auch wer nur die Hälfte verstand, hatte offensichtlich Spaß. Berendis verabschiedete die begeisterten Zuschauer mit einem Augenzwinkern: "es ist ja nie zu spät mit dem Lateinlernen..." ?

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