Dönerbude in Dortmund darf Döner nicht mehr Döner nennen - droht das auch in Werne?

mlzDöner-Diskussion

Darf der Döner noch Döner heißen? Diese Frage stellt man sich aktuell in Dortmund. Kürzlich musste eine Dönerbude dort ihre Produkte umbenennen. Was halten die Werner Dönerverkäufer davon?

Werne

, 27.02.2020, 18:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter den Dortmunder Dönerbetrieben herrscht Unruhe: Das Ordnungsamt verdonnerte die Dönerbude „Oliv 44“ dazu, all ihre Dönerprodukte umzubenennen. „Pizza Drehspieß“ und „Drehspießtasche“ steht nun auf der Speisekarte. Grund dafür ist das Reinheitsgebot für Döner aus dem Jahre 1997, dem die Dönerspieße bei „Oliv 44“ nicht entsprachen.

Nach Auskunft der Stadt Dortmund ist das kein Einzelfall: „Die Betreiber sind nicht die Einzigen, die ihre Speisekarten umschreiben mussten“, sagt Sprecher Maximilian Löchter. Wie viele Dönerbuden in Dortmund bei den Proben in den letzten Jahren genau betroffen waren, das könne er aber nicht sagen. Statistisch werde das nicht erfasst.

Bisher wurde kein Werner Döner beanstandet

Betroffene Dönerbuden müssen aufgrund der leicht abweichenden Zutaten ihre Gerichte umbenennen und somit alle Karten und Werbungen ändern - ein massiver Zeit- und Geldaufwand. Ein weiteres Problem: Die Kunden sind verunsichert und vermuten minderwertiges Fleisch hinter dem „Drehspießfleisch“ vom Dönermann. Was aber nicht so ist.

Und in Werne? Da wurde bisher kein Fleischspieß beanstandet - dass die Fleischlieferanten aber nicht selten Dönerspieße ausliefern, die rein bürokratisch gesehen eher als Drehspieße bezeichnet werden müssten, berichtet ein örtlicher Dönerverkäufer. Auch die Werner Dönerläden beziehen diese Spieße.

„Da wäre man locker ein paar tausend Euro los“

Mansur Tersak runzelt besorgt die Stirn. Er ist seit rund vier Jahren der Betreiber von Mo´s Döner an der Kamener Straße. „Wir beziehen auch Fleisch mit Zusatzstoffen. Wir können ja nur das anbieten, was die Lieferanten uns verkaufen“, so Tersak.

„Unsere Küche ist zu klein, um die Spieße selber zuzubereiten. Alles andere vom Brot bis zum Salat machen wir selber“, fügt er hinzu. Durch eine Umbenennungsaktion - in „Mo´s Drehspieß“ beispielsweise - sieht er vor allem finanzielle Probleme auf sich zukommen: „Da ist man locker ein paar tausend Euro los, wenn man alle Karten, Werbungen und Schilder ändern müsste.“

„Mein Dönerfleisch ist kein Drehspießfleisch!“

Etwas entspannter sieht der Imbiss-Kollege von gegenüber die Thematik. Er glaubt nicht an eine Umbenennung und würde selbst dann aus Überzeugung weiter Döner über die Theke reichen.

„Mein Dönerfleisch ist Dönerfleisch und kein Drehspießfleisch!“, betont der Werner Dönerverkäufer Samet Zengin (21). „Drehspießfleisch ist ein Grillgericht. So etwas wie Spanferkel oder Grillhähnchen. Aber Döner, Döner ist Tradition und deshalb sollte er auch genau so genannt werden!“, fügt er hinzu.

Döner auf der Karte und auf der Verpackung: Rozan Celik und Samet Zengin von King Kebab an der Kamener Straße haben keine Angst vor einer Umbenennung. Auf ihrer Karte steht rund 20 Mal das Wort Döner.

Döner auf der Karte und auf der Verpackung: Rozan Celik und Samet Zengin von King Kebab an der Kamener Straße haben keine Angst vor einer Umbenennung. Auf ihrer Karte steht rund 20 Mal das Wort Döner. © Sylva Witzig

Seine Familie leitet die King Kebab Kette, die neben den beiden Filialen in Werne auch in Dortmund und Lünen Standorte betreibt. Eine Umbenennung des Geschäfts auf „König Drehspieß“ kommt für den jungen Dönerverkäufer auf keinen Fall in die Tüte.

Rund 20 Mal steht das Wort „Döner“ auf der Speisekarte der Imbisskette.

Beunruhigt haben Zengin die Kontrollen in Dortmund aber nicht: „Die Döner-Richtlinie gibt es schon so lange. Dann hätte sich schon längst einer melden müssen.“ Die King Kebab Filiale in Dortmund wurde laut Zengin bislang nicht von der Stadt beanstandet.

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Im amtlichen „Merkblatt Kenntlichmachung von Döner Kebab und ähnlichen Erzeugnissen bei loser Abgabe“ steht beschrieben, was in den Döner reingehört - nämlich ausschließlich Rinder- oder Schaffleisch mit einem Hackfleischanteil von höchstens 60% sowie Salz, Gewürze, Eier, Zwiebeln, Öl, Milch und Joghurt.

„Ja, das sind auf jeden Fall alles Zutaten, die einen Döner zum Döner machen“, sagt Zengin. „Aber manche mögen das Fleisch lieber fettig, manche lieber süßlich mariniert... Geschmäcker sind verschieden.“ Und deshalb findet er es legitim, dass Zusätze verwendet werden. Zengin und Tersak sind sich einig: Ihr Döner bleibt ein Döner - komme was wolle.

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