Drogen- und Waffenbesitz: Werner Angeklagter kurz vor Verlassen des Gerichts festgenommen

Landgericht Dortmund

Dass sein Berufungsprozess wegen der Coronakrise ausgebremst wurde, hat einen 30-jährigen Angeklagten aus Werne ohnehin schon geärgert. Richtig schlecht wurde seine Laune aber erst später.

Werne

, 17.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft hat den 30-jährigen Mann wegen Drogenbesitzes angeklagt. Und weil sich bei der Durchsuchung der Wohnung an der Horster Straße gleichzeitig auch mehrere Waffen und Reizgas fanden, fiel die Strafe in erster Instanz am Amtsgericht happig aus: 20 Monate Haft ohne Bewährung. In der Berufung am Dortmunder Landgericht wollte der Angeklagte jetzt eigentlich alles dafür tun, um doch noch einmal eine Bewährungschance zu bekommen. Doch wahrscheinlich kommen seine Bemühungen zu spät.

Der Verhandlungsauftakt am Montag, 16. März, musste schon nach wenigen Minuten abgebrochen werden, weil sich ein wichtiger Zeuge abgemeldet hatte. Er habe Kontakt zu einer Person gehabt, die jetzt unter Coronaverdacht stehe, teilte er Richter Michael Hammeke mit. Dieser entschied daraufhin, den Zeugen abzuladen und einen neuen Termin anzusetzen, wenn man weiß, wie es weitergeht.

Beim Verlassen des Gerichtsgebäudes gab es dann aber das böse Erwachen für den Angeklagten. Ihm kamen zwei Polizisten entgegen, die wussten, dass die Chance groß war, den Mann zu dieser Zeit in Dortmund zu erwischen. In der Hand hatten sie einen Haftbefehl, den sie sofort vollstreckten. „Bei einer erneuten Wohnungsdurchsuchung vor einigen Wochen waren wieder Drogen gefunden worden“, bestätigte Verteidiger Timo Meyer am Dienstag.

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