Drohne im Einsatz: Feuerwehr kann schneller nach Bränden und Personen suchen

mlzFeuerwehr in Werne

Um einen Brand oder eine verletzte Person schneller lokalisieren zu können, setzt die Feuerwehr Werne eine Drohne ein. Weil die Luftbilder immer wichtiger werden, gibt es eine weitere Investition.

Werne

, 09.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Waldstück brennt - die Freiwillige Feuerwehr Werne wurde am Freitag, 31. Juli, zu einem vermeintlichen Waldbrand gerufen. Am Einsatzort angekommen, sahen die Kameraden keinen Brand. Um die Lage besser zu kontrollieren, setzte Dr. Bodo Bernsdorf, Brandoberinspektor der Freiwilligen Feuerwehr Werne, die Drohne des Löschzugs Stadtmitte ein.

Mit den Bildern aus der Luft gab es dann Entwarnung. Es handelte sich nicht um den befürchteten Waldbrand, sondern um eine Rauchentwicklung aufgrund einer Rundballenpresse, die gerade lief. Immer wieder hilft die Drohne DJI Mavic 2 Pro, wenn die Einsatzlage unübersichtlich ist. Deshalb bekommt die Freiwillige Feuerwehr Werne bald eine weitere Drohne - finanziert aus dem städtischen Haushalt.

Drohnen bei Feuerwehren etabliert

„Das ist eine geniale Technik, um einen Ort nicht nur vom Boden aus erkunden zu können. Mittlerweile haben sich Drohnen bei den Feuerwehren etabliert“, erklärt Bernsdorf, der selbst als Ausbilder am Institut der Feuerwehr NRW Seminare zu dem Thema gibt.

Demnach arbeitet etwa die Feuerwehr Werl bereits seit zehn Jahren mit solch einer Technik. Dreiviertel aller Feuerwehren in NRW verfügt mittlerweile über Drohnen.

Weitere Drohne für Feuerwehr in Werne

Auch in Werne möchte man die technische Hilfe aus der Luft weiter forcieren. Die Kameraden bekommen - wahrscheinlich in der kommenden Woche - eine zusätzliche Drohne geliefert. Diese ist dann - anders als die vorhandene Drohne - sogar mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. So kann sie vor allem bei schwierigen und unübersichtlichen Einsatzlagen und vor allem in der Dämmerung und bei Dunkelheit helfen.

Bei dem Brand in der GWA-Recyclinganlage im Juli 2018 halfen die Bilder aus der Luft, um den Brandherd zu lokalisieren.

Bei dem Brand in der GWA-Recyclinganlage im Juli 2018 halfen die Bilder aus der Luft, um den Brandherd zu lokalisieren. © Freiwillige Feuerwehr Werne/ Schulze Froning

„Dadurch erhoffen wir uns einen taktischen Vorteil. Mit unserer jetzigen Drohne sind wir noch auf Licht angewiesen. Mit der neuen Drohne erhoffen wir uns auch Erkenntnisse in der Nacht“, erklärt Bernsdorf. So könnten mithilfe der Wärmebildkamera der Drohne vom Typ Yuneec H520 mögliche Brandnester in einem Dachstuhl oder aber auch verletzte oder gesuchte Personen lokalisiert werden.

Einsatzlage auf Monitor übertragen

Die Bilder werden dabei gleich an den Einsatzwagen übertragen. Von dort aus kann der Einsatzleiter daraufhin den Einsatz zielgerichteter steuern. „Er kann sich die Lage gleich auf dem Monitor anschauen und ist nicht mehr an den Drohnentruppen-Führer gebunden.“ Das ist bei der bisher vorhandenen Drohne nicht möglich.

Kommt diese zum Einsatz, muss der Drohnentruppen-Führer bisher noch neben dem Drohnensteuerer und dessen Display stehen, um den Einsatzleiter über die Lage zu informieren. Daneben befindet sich stets ein weiterer Kamerad, der den Luftverkehr beobachtet.

Der Drohnensteuerer Dr. Bodo Bernsdorf kontrolliert die Umgebung mit einer Drohne aus etwa 100 Metern Höhe. Neben Bernsdorf gehören die Kameraden Tobias Westermann, Peter Kipp und Jens Krutwage zur Drohnengruppe der Feuerwehr Werne.

Der Drohnensteuerer Dr. Bodo Bernsdorf kontrolliert die Umgebung mit einer Drohne aus etwa 100 Metern Höhe. Neben Bernsdorf gehören die Kameraden Tobias Westermann, Peter Kipp und Jens Krutwage zur Drohnengruppe der Feuerwehr Werne. © Freiwillige Feuerwehr Werne

Bisher sei die Drohne, die die Freiwillige Feuerwehr seit gut einem Jahr benutzt und mit Spenden und aus der Mannschaftskasse finanziert hat, noch nicht regelmäßig im Einsatz gewesen, so Bernsdorf. Sie habe aber bei Vegetationsbränden - also Busch- oder Waldbränden - schon geholfen.

Brandherd aus 120 Metern Höhe lokalisiert

Bernsdorf erinnert sich etwa an den Brand in einem Feld an der Lünener Straße im Juni 2019. „Da haben wir vom Boden aus nicht gesehen, wo der Brandherd liegt“, erklärt Bernsdorf.

Mit der Drohne, die Aufnahmen aus einer Höhe bis zu 120 Metern machen kann, konnten die Einsatzkräfte die Lage schneller einschätzen. Diesen gewissen Zeitvorteil erhoffen sich die Verantwortlichen nun auch von der neuen Drohe mit Wärmebildkamera. „Bei einem größeren Lagerhallen-Brand müssen wir dann nicht mehr 15 Minuten um das Gebäude herumlaufen, wenn die Lage unübersichtlich ist“, so Bernsdorf.

Bei dem Feldbrand an der Lünener Straße im Juni 2019 konnten die Einsatzkräfte den Brandherd vom Boden aus nicht sehen.

Bei dem Feldbrand an der Lünener Straße im Juni 2019 konnten die Einsatzkräfte den Brandherd vom Boden aus nicht sehen. © Freiwillige Feuerwehr Werne

Die Truppen am Boden könnten mit den Bildern aus der Luft gezielter eingesetzt werden. Die neue Drohne, die theoretisch 5000 Meter hoch fliegen kann und gleich auf dem neuen Einsatzleitwagen installiert werden soll, kostet 5000 Euro. Die Technik wurde laut Bernsdorf aus dem städtischen Haushalt finanziert.

Die Drohne DJI Mavic 2 Pro kommt seit gut einem Jahr bei der Feuerwehr Werne zum Einsatz.

Die Drohne DJI Mavic 2 Pro kommt seit gut einem Jahr bei der Feuerwehr Werne zum Einsatz. © Freiwillige Feuerwehr Werne

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