Emanzipation kein Thema mehr - Ära der EFA geht zu Ende

Erste-Frauen-Alternative

Nach 33 Jahren scheint es unabwendbar: Die Erste-Frauen-Alternative hat offensichtlich keine Zukunft mehr. Bis Ende 2019 muss aufgrund der schlechten Kassenlage eine Entscheidung her.

Werne

, 22.02.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Emanzipation kein Thema mehr - Ära der EFA geht zu Ende

Bei der Mitgliederversammlung der Ersten Frauen Alternative: V.l. Monika Brümmer-Beilstein, Annegert Günther, Lieselotte Dittmann, Stephanie Kaltenborn, Barbara Jansen, Sylvia Molz und Monika Böhm diskutierten über eine eventuelle Vereinsauflösung. © Helga Felgenträger

Keine rosigen Aussichten verspricht der Kassenbericht, den Kassiererin Stephanie Kaltenborn am Donnerstagabend, 21. Februar 2019, den Mitgliedern vorgestellt hat. „Wir arbeiten seit Jahren mit einem Defizit“, sagt sie.

Bis zum Ende des Jahres reiche das Geld noch, aber im nächsten Jahr werde man Schwierigkeiten haben, die Miete für die Räume am Markt 5 zu zahlen. Weiterhin nutzen die Eine-Welt-Gruppe, Amnesty und Zen-Gruppen die Räume.

Finanzielle Lage ist nicht der einzige Grund

Doch die finanzielle Situation sollte für die Frauen nicht der einzige Grund sein, über eine solche Entscheidung nachzudenken. Der Jahresbericht von Annegert Günther spiegelt einen deutlichen Rückgang der Vereinstätigkeit wider. „Im vergangenen Jahr hat nicht viel stattgefunden“, resümieren die Anwesenden.

Von den EFA-Gruppen besteht nur noch der Literaturkreis, der sich einmal im Monat trifft. Der Bedarf an frauenpolitischen Themen wie in den 1980er-Jahren sei wohl nicht mehr gegeben.

55 Frauen gründeten 1986 die EFA

Das sah vor mehr als drei Jahrzehnten ganz anders aus. Im Oktober 1986 hatten sich spontan 55 Frauen im Hotel Baumhove zur Vereinsgründung getroffen. Die Teilnehmerinnen wollten etwas verändern. Im Zuge des Vereinslebens bauten sie ein Netzwerk auf und unterstützten sich in ihren feministischen Bestrebungen.

„Wir haben für uns in dieser Zeit viel erreicht“, stellt Monika Böhm fest. „Die EFA gab uns Sicherheit, sie war ein ständiger Begleiter“, sagt Annegert Günther. „Als ich nach Werne zog, hatte ich eine Anlaufstelle“, blickt Lieselotte Dittmann zurück.

Frauen beschäftigen sich heute mit anderen Themen

Doch heute sind die Frauen älter geworden, beschäftigen sich mit anderen Themen. „Brauchen wir noch einen Verein, um das zu tun, was wir gerne machen?“, regt Günther mit dieser Frage die Vereinsauflösung an.

Einen Beschluss dazu sollen die Mitglieder nun am Donnerstag, 4. April, um 19.30 Uhr fassen.

Wiedergewählt wurde folgender Vorstand:
  • Annegert Günther
  • Stephanie Kaltenborn
  • Monika Brümmer-Beilstein
  • Silke Hebert
  • Christa Kurbjuweit.
  • 28 Mitglieder zählt die Erste-Frauen-Alternative.
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