Ehemaliger Werner Schulleiter arbeitet auf den Philippinen

Die Katastrophe vor Augen

An den starken Regen zur Monsunzeit und seine verheerende Wirkung hat sich Pater Harald Adler (76) schon gewöhnt. Doch was den Menschen in seiner Wahlheimat, den Philippinen, jetzt widerfahren ist, kann der ehemalige Werner Schulleiter kaum in Worte fassen.

WERNE

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 11.11.2013, 21:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

Hilfsprojekte
Pater Harald Adler, von 1978 bis 2001 Leiter des Gymnasiums St. Christophorus, lebt seit 2003 in Bagong Silang, einem Slum Manilas. Das Mitglied der Arnsteiner Patres betreut eine Kirchengemeinde. Auch Hilfsprojekte - ob Schulspeisung, Gesundheitsförderung oder Schaffung neuen Wohnraums - betreut er. Unterstützung bekommt er auch von "Damayan", einer Gruppe philippinisch-deutscher Familien aus Kamen, Werne, Unna und Dortmund. 

Wie viele andere in seiner Pfarrei in Bagong Silang am Rande von Manila habe er schon gedacht, dass Yolanda - das ist die philippinische Bezeichnung für den Taifun Haiyan - relativ harmlos gewesen sei. Ein dramatischer Fehlschluss, wie der ehemalige Chef des Gymnasiums St. Christophorus inzwischen weiß.Aus der rund 900 Kilometer weiter südöstlich gelegenen Unglücksregion komme nach und nach die furchtbare Wirklichkeit ans Licht: mehr als zehntausend Tote, Hunderttausende, die ihr Hab und Gut verloren haben, Chaos und Hunger.

Eine unvorstellbare Katastrophe, wie Pater Harald sagt. Zugleich aber auch eine vermeidbare Katastrophe. Für den sozial engagierten Seelsorger steht fest: "Solange für die Ärmsten nur die unsichersten Plätze und nur Elendshütten übrig bleiben, wird es immer wieder zu solchen Katastrophen kommen." Pater Harald Adler fordert deshalb ein radikales Umdenken. So nötig sie auch für Ersthilfe seien: "Nahrungsmittel alleine werden den gefährdeten Menschen auf längere Sicht nicht helfen."

Dafür bedürfe es struktureller Veränderungen vor allem in der Siedlungspolitik. Auch wenn er als Priester, der dem Orden der Arnsteiner Patres angehört, von der Kraft des Gebets überzeugt ist: Den Satz "Da hilft nur beten" will er so nicht stehen lassen. Gerade Christen müssten sich fragen, "was wir tun, in der Beziehung zur Schöpfung und untereinander": ein Handlungsauftrag, sich aktiv für mehr Gerechtigkeit und Solidarität einzusetzen.  

Hilfsprojekte
Pater Harald Adler, von 1978 bis 2001 Leiter des Gymnasiums St. Christophorus, lebt seit 2003 in Bagong Silang, einem Slum Manilas. Das Mitglied der Arnsteiner Patres betreut eine Kirchengemeinde. Auch Hilfsprojekte - ob Schulspeisung, Gesundheitsförderung oder Schaffung neuen Wohnraums - betreut er. Unterstützung bekommt er auch von "Damayan", einer Gruppe philippinisch-deutscher Familien aus Kamen, Werne, Unna und Dortmund. 

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