Ein Prosit auf den Karnevalsumzug in Werne

Alkoholverbot an Rosenmontag?

Am 12. Februar 2018 herrschen in Werne wieder Jubel, Trubel und hochgradige Heiterkeit. Die ist oftmals durch (zu viel) Alkohol befeuert. Aber ein Rosenmontag ohne Stimmungs-Beschleuniger, also mit Alkoholverbot – geht das?

Werne

07.02.2018, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Karneval herrscht Narrenfreiheit – oft auch beim Alkohol.

Im Karneval herrscht Narrenfreiheit – oft auch beim Alkohol. © dpa

Lallende und grölende Jugendliche, Wildpinkler allenthalben und der ein oder andere alkohol-befeuerte Streit: Rosenmontag ist nicht nur das friedliche Narren-Fest, bei dem sich der gesittete Bürger über die Obrigkeit lustig macht und ein wenig über die Stränge schlägt.

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Ausgerechnet ein Innenstadt-Wirt, Darko Vukovic vom Hahnenbalken, hat in diesem Jahr eine Debatte über ein Alkoholverbot (und das Wildpinkeln) losgetreten. In der Facebook-Gruppe „Was in Werne passiert“ schreibt er unter anderem: „…brauchen wir ein absolutes Alkoholverkaufsverbot für alle Lebensmittelgeschäfte und Tankstellen am Rosenmontag! Discount-Bierpreise auf dem Marktplatz müssen auch seitens der Organisatoren geändert werden“. Wir haben Verantwortliche gefragt, was sie davon halten.

Das sagt die Ordnungsamts-Chefin:

Kordula Mertens sagt: „Solch ein Verbot muss gut begründet sein, das fordert die aktuelle Rechtssprechung.“ Diese Erfahrung habe sie bei der Einführung des Glasverbotes rund um den Rosenmontagszug gemacht. Auch das könne man nicht einfach verordnen, sondern müsse plausible Begründungen wie eine akute Verletzungsgefahr nachweisen.

Ein generelles Verbot von Alkohol rund um den Zug sei allein schon wegen der räumlichen Gegebenheit schwer abzugrenzen und noch schwerer auch tatsächlich zu überwachen.

Das sagt die Polizeisprecherin:

Das ist eine Frage, die man so aus polizeilicher Sicht nicht klar beantworten kann“, sagt Vera Howanietz von der Kreispolizei Unna. Ein solches Verbot würde sich dann ja nur auf den Zug beschränken, im Umfeld gebe es weiter Alkohol zu kaufen.

Der Alkohol an sich, sagt die Polizeisprecherin, sei nicht das Problem, sondern bestimmte Personen, die ihn nicht vertragen.

Sie könne sich schon vorstellen, dass ein Verzicht auf das Rauschmittel schon die ein oder andere Auseinandersetzung an Rosenmontag verhindern könne.

Ein Bier ist nicht das Problem. Sondern viele oder viel Hochprozentiges.

Ein Bier ist nicht das Problem. Sondern viele oder viel Hochprozentiges. © Mariana Costa Vilar-Borgho

Das sagt der Streetworker:

„Das Jugendschutzgesetz gibt schon eine ganze Menge her“, sagt Streetworker Michael Knäpper auf Anfrage, „man muss es nur konsequent anwenden“.

Einem Verbot steht er eher skeptisch gegenüber, denn es tauche die Frage auf, „wie man das Verbot durchsetzen und kontrollieren will, das stelle ich mir schwierig vor“.

Er fände es wichtig, das Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und sich nicht stark betrinken: „Eltern von Jugendlichen müssen zur Verfügung stehen und dürfen nicht selbst stark alkoholisiert sein.“

Das sagt der Karnevals-Präsident:

Der Rosenmontag ist eine Veranstaltung, „die Spaß machen soll und dazu gehören auch ein paar Bierchen“, sagt Michael Holtmann, Präsident der Interessengemeinschaft Werner Karneval (IWK).

Der Alkohol-Konsum in Maßen und mit niedrig-prozentigen Getränken sei ja nicht das Problem, sondern „die sogenannten ‚Brandbeschleuniger‘ wie selbstgemischte Alkopops“, sagt Holtmann.

Man sollte den Bürger nicht zu sehr bevormunden durch ein solches Verbot, meint er: „Ein oder zwei Bierchen, dagegen ist an Rosenmontag nichts einzuwenden.“

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