Werner Eisdielen dürfen wieder Gäste bewirten - doch nicht alle tun es

mlzEisdielen in Werne

Gemischte Gefühle unter den Eismachern: Während sich manche über treue Kunden freuen, stehen andere vor dem Ruin. Eisdielen dürfen wieder öffnen, doch die Auflagen erschweren das Geschäft.

Werne

, 15.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 11. Mai darf die Gastronomie wieder Gäste vor Ort bewirten - mit Mundschutz und Mindestabstand zwischen den Tischen. Wirte stellten im Außenbereich zusätzliche Tische auf. Die Marktfläche wird verschoben, um mehr Platz für die Außengastronomie zu bieten. Auch die Eisdielen dürfen wieder öffnen. Während manche ihre Sitzplätze noch nicht freigegeben haben, bangen andere um ihre Existenz.

Die sonst so optimistischen Italiener sehen schwarz: „Hier ist Ende. Fine“, sagt Attilio Stival, Inhaber der Eisdiele Venezia, die er seit 1986 betreibt. Die Eisdiele sei bei weitem nicht so gut besucht wie sonst um diese Zeit. Erschwerend kämen die neuen Auflagen dazu. Der Mindestabstand sei penibel vom Ordnungsamt geprüft worden. „Die kamen mit dem Zollstock und haben alles zentimetergenau vermessen. Zum Glück hatten sie nichts zu bemängeln“, berichtet einer der Venezia-Mitarbeiter.

Kuhbar verkauft weiterhin an der Tür

Außerdem müssen die Eisdielen, so wie die Restaurants, die Kontaktdaten jedes Kunden aufnehmen. „Das möchte nicht jeder“, erzählt Stival. Ähnlich sieht es in der Eisdiele Campo am Marktplatz aus. Als wir am frühen Nachmittag vorbeischauen, löffelt eine einzelne ältere Dame an einem Eisbecher. Die Situation ist angespannt - die Inhaberin war nicht zu einem Gespräch bereit.

Hoffnungsvoller ist hingegen die Lage in der Kuhbar: Dort dürfen noch keine Gäste Platz nehmen, doch das Geschäft liefe gut. „Unsere treuen Stammkunden kommen trotzdem vorbei. Natürlich sind wir traurig, dass wir noch niemanden reinlassen können. Doch die Kunden freuen sich über ihr Eis to go“, erzählt Mitarbeiterin Jolina Leismann: „Die Sommersaison beginnt. Die Leute kaufen jetzt mehr Fruchteis.“

Die Kuhbar bedient noch an der Tür - doch sobald ein zweiter Mitarbeiter dazukommt, kann die Kuhbar auch wieder für ihre Gäste öffnen.

Kuhbar-Mitarbeiterin Jolina Leismann bedient noch an der Tür - doch sobald ein zweiter Mitarbeiter dazukommt, kann die Kuhbar auch wieder für ihre Gäste öffnen. © Sylva Witzig

Dass bei der Kuhbar weiterhin an der Tür bedient wird, liege daran, dass dort üblicherweise ein einzelner Mitarbeiter die Stellung hält. Um regelmäßig zu desinfizieren und auf die Einhaltung der sonstigen Regeln zu achten, müsste ein zweiter Mitarbeiter dazukommen. Geplant ist laut Leismann, diesen Zusatz-Mitarbeiter bald ins Boot zu holen - wann genau, das sei noch unklar. Die Einhaltung der Sicherheitsabstände innerhalb der Kuhbar und im Sitzbereich vor der Tür sei in jedem Fall möglich.

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Peter Telgmann betreibt weiterhin seinen Eis-Lieferdienst. In der Konditorei am Markt und in der Bäckerei Berger wird das abgepackte Eis in drei Größen verkauft. Die Telgmanns entschieden sich dafür, das Eis fertig zu portionieren, um die Kunden in der Corona-Krise nicht zum geselligen Zusammensitzen zu animieren. Außerdem gibt es an der Eisdiele in Stockum nun einen Eis-Automaten. Der ist inzwischen eine kleine Berühmtheit und hat auch die Aufmerksamkeit überregionaler Medien auf sich gezogen.

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