Innerhalb von wenigen Quadratmetern fand sich allein diese Menge an Müll in der Nähe der beiden Gymnasien. © Jörg Heckenkamp
Fotos und Video

Elf Kilogramm Müll auf zwei Kilometer Spazierweg gesammelt

Wegen der Kontaktbeschränkungen gehen die Leute häufiger als sonst spazieren. Was auffällt: Meist liegt viel Müll in der Gegend. Wir haben diesen Müll aufgesammelt. Es ist eine erschreckende Menge.

Aufgrund der Corona-Vorsichtsmaßnahmen fällt vieles in der Freizeit flach. Der Ausgleich für viele: Spazierengehen. Da ist der Autor dieser Zeilen nicht anders gestrickt. Oft gehe ich/gehen wir eine Runde von der Wohnung an der Kettelerstraße durch den Bahnhofstunnel, hoch zum Stadtwald und in großem Bogen zurück. Was immer wieder negativ ins Auge fällt: der Müll am Wegesrand.

 

Neulich kam die Idee auf: Statt nur spazieren zu gehen, können wir dabei doch mal den Müll aufsammeln. Am Samstag, 20. November 2020, haben wir das Vorhaben in die Tat umgesetzt. Zu zweit stiefelten wir los. Das erschreckende Ergebnis: Wir trugen rund elf Kilogramm Müll zusammen. Und das nur auf einer verkürzten Runde. Denn schnell waren die Müllsäcke so voll (und schwer), dass wir uns entschlossen, die übliche Tour abzukürzen.

Mit Handschuhen, Müllsack und Grillzange

Ausgerüstet mit Handschuhen, Müllsäcken und zwei hölzernen Grillzangen (gut improvisiert!) zum Aufheben, stiefelten wir am Samstagmittag los. Schon nach 30 Metern, noch innerhalb der Wohnsiedlung, der erste Fund: ein Päckchen Papiertaschentücher in einem Gebüsch. Außerdem viele Zigarettenkippen. Wir entschlossen uns, diese nicht zu sammeln.

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Viel Müll aus der Natur in Werne geklaubt

Aber alles andere: Schnapsfläschchen und Bierflaschen, Bonbon- und Schokoladenpapier, Brötchen- und Kondomtüten, Papiertaschentücher und Getränkedosen. Aber auch eher ungewöhnliche Dinge wie ein massives Fahrradschloss, eine verbogene Gummi-Flitsche und ein Spannbetttuch. Unappetitliche Begleiter: der ein oder andere Hundehaufen mitten auf dem Weg oder zumindest am Rand.

Erster Abfall-Hotspot war das Gelände rund um den Bahnhof. Auf dem Vorplatz fanden sich vor allem zahlreiche leere Schnapsfläschchen. Als wir am Ausgang des Bahnhofes Richtung Lindert spazierten, hatten sich unsere beiden Mülltüten schon merklich gefüllt, sodass wir uns entschlossen, die Runde abzukürzen und in Höhe der Wohncontainer hinter dem Lindert-Sportplatz den Rückweg anzutreten.

Alle paar Meter liegt Müll in der Landschaft

Das war die richtige Entscheidung. Denn auf dem schmalen Weg zwischen Sportanlage Lindert und Bahndamm kamen wir kaum voran. Rechts und links lagen alle paar Meter Dinge, die wir mit unseren umfunktionierten Grillzangen aufgabelten. Um eine realistisch Spazier-Situation nachzuahmen, haben wir nur in einem Bereich von etwa eineinhalb bis zwei Metern rechts und links des Weges gesucht.

Letztlich lautete das erschreckende Resultat unserer Müll-Sammlung: Auf knapp 2 Kilometern klaubten wir 11 Kilogramm Abfall auf. Fünf Kilo Glas und einige Getränkedosen sowie sechs Kilogramm an restlichem Müll. Daheim, nach entsprechenden Foto- und Video-Aufnahmen, trennten wir den Müll in entsorgungsfreundliche Fraktionen wie Altglas, Papier, Gelbe und Restmülltonne.

Gesehen haben wir sogar noch mehr. Aber einiges war unerreichbar hinter Zäunen oder im Dornengestrüpp gelandet. Ein weiterer Punkt ist das Herbstlaub. Das sorgte wahrscheinlich im Moment gnädig dafür, dass einiges an Abfall überdeckt war. Ansonsten wäre die Ausbeute wohl noch höher ausgefallen.

Müll-Enttäuschung am Sonntag

Als ich am Sonntagnachmittag zum Walken dieselbe Richtung wie beim Müllsammeln einschlug, freute ich mich auf eine saubere Strecke. Die Freude dauerte nur kurz. Schon wieder lagen dort, wo wir erst vor 24 Stunden gesammelt hatten, einige Verpackungen von Snacks und Bonbons.

Aufruf zum Müllsammeln

  • Wenn Sie spazieren gehen, nehmen Sie doch mal eine kleine Plastiktüte, eine Zange/Handschuhe mit und sammeln Sie.
  • Wenn jeder eine Kleinigkeit aufsammelt, ist der Effekt ein großer.
  • Familien könnten ihre Kinder zum Mitmachen animieren; wer findet das außergewöhnlichste Müllstück; kleine Belohnung für jedes gesammelte Kilogramm.
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Redaktion Werne
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Jörg Heckenkamp

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