Eltern lassen Kinder unbeaufsichtigt im Schwimmbad: Ist das auch ein Problem im Solebad?

mlzSolebad Werne

Einige Eltern lassen ihre Kinder im Schwimmbad aus den Augen. Sie verlassen sich auf die Schwimmmeister. Auch im Solebad wurden Kinder schon allein aufgegriffen. Es droht das Ertrinken.

Werne

, 23.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganz allein lief ein vierjähriges Kind durch das Schwimmbad. Von den Eltern fehlte jede Spur. 40 Minuten lang konnten die Schwimmmeister keinen Elternteil finden. „Das Kind wurde noch nicht einmal vermisst. Das war zweifellos der Höhepunkt“, heißt es von den Verantwortlichen des Heljensbad in Heiligenhaus. Daraufhin schlugen sie Alarm. Sie machten auf ihrer Facebook-Seite darauf aufmerksam, dass Kinder nicht unbeaufsichtigt im Schwimmbad sein dürfen.

Eltern werden an Aufsichtspflicht erinnert

Auch im Solebad in Werne wurden in der Vergangenheit schon Kinder, die nicht schwimmen können, allein aufgefunden. „Ich kann aber nicht bestätigen, dass es eine zunehmende Vernachlässigung gibt. Die Eltern gehen in der Regel sehr sorgsam mit ihrer Aufsichtspflicht um“, erklärt Jürgen Thöne, Badleiter des Solebads.

Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Aufsichtspflicht für Kinder unter sechs Jahren bei den Eltern liegt. Unter anderem aus diesem Grund hätten die Kinder in diesem Alter auch freien Eintritt im Solebad.

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Elf Mitarbeiter in der Badaufsicht tätig

Laut Thöne halten die Eltern bis auf einige Ausnahmen ihre Kinder gut im Auge während des Aufenthalts im Solebad. Vereinzelt würde man aber auch Mädchen und Jungen sehen, die sich allein im Solebad bewegen. In diesen Fällen weisen die Solebad-Mitarbeiter die Eltern oder Erziehungsberechtigten auf ihre Aufsichtspflicht hin, so Thöne weiter.

Zusätzlich sorgen elf Mitarbeiter in der Badaufsicht für die Sicherheit der (Nicht-)Schwimmer. Laut Thöne ist jedes Becken im Solebad mit mindestens einer Badaufsicht besetzt. Je nach Auslastung des Bads wird die Anzahl an Schwimmmeistern erhöht, erklärt der Badleiter weiter.

Eltern lassen Kinder unbeaufsichtigt im Schwimmbad: Ist das auch ein Problem im Solebad?

Das Kinder-Planschbecken im Außenbereich ist durch einen Grünstreifen vom 50-Meter-Becken abgetrennt. © Jörg Heckenkamp (A)

Bauliche Maßnahmen für die Sicherheit

Zusätzlich wurden im neuen Solebad durch bauliche Maßnahmen mögliche Gefahrenzonen entschärft. So sind etwa das Kinder-Planschbecken und das Sportbecken im Familienbereich durch Wände und Liegen getrennt. Und im Freibad wurde ein Grünstreifen zwischen dem 50-Meter-Becken und dem Kinderbereich angelegt.

Natürliche Gefahrenherde bleiben in einem Schwimmbad jedoch. Helfen können Schwimmflügel, die im Shop im Solebad erhältlich sind. Aus den Augen lassen sollte man die Kleinkinder aber niemals.

Sekunden entscheiden über Leben und Tod

Auch wenn der Nachwuchs nur für kurze Zeit unbeaufsichtigt ist, ist die Gefahr groß. Innerhalb von zehn Sekunden können Kinder im Wasser in Schockstarre verfallen und ertrinken. Auch daran erinnern die Verantwortlichen des Heljensbad Heiligenhaus in ihrem öffentlichen Aufruf.

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