Konzert der Musikfeunde

Emotionales Knistern zwischen Cello und Klavier im Alten Rathaus Werne

Mit zweijähriger Corona-bedingter Verspätung war am Donnerstag, 20. Januar 2022, das Duo Böhme-Przybylska zu Gast beim Konzert der Musikfreunde im Alten Rathaus in Werne.
Paul Böhme (Cello) und Joanna Przybylska (Klavier) hatten ein sehr abwechslungsreiches Programm im Gepäck für das Rathauskonzert in Werne. © Musikfreunde Werne

Paul Böhme (Cello) und Joanna Przybylska (Klavier) hatten ein sehr abwechslungsreiches Programm im Gepäck. Sie eröffneten den Abend im Bürgersaal des Alten Rathauses am Donnerstagabend, 20. Januar, mit den „Fünf Stücken im Volkston op. 102“ von Robert Schumann.

Robert Schumann wendet sich in diesen 1849 entstandenen Charakterstücken kleineren Formen mit starker Innerlichkeit zu. Die Künstler gestalteten die Werke sehr farbig und abwechslungsreich. Dem Cello fiel quasi die Funktion einer Gesangsstimme zu, die mit dem Klavier in freundschaftlichen Dialog tritt; mal humorig-heiter, mal sentimental, mal ernst.

Viel Beifall für Joanna Przybylska und Paul Böhme.
Viel Beifall für Joanna Przybylska und Paul Böhme. © Musikfreunde Werne

Johannes Brahms war mit Robert Schumann befreundet und vieles spricht dafür, dass er und Clara Schumann sich nach Roberts Tod näher kamen. Einen Hinweis darauf findet man womöglich in der folgenden Brahms´ Sonate in e-Moll op. 38. Den vierten, Clara gewidmeten Satz ließ Brahms nicht veröffentlichen. Die sehr inspirierte Interpretation der beiden Musizierenden ließ das „Knistern“ zwischen Klavier und Cello auch so spüren.

Fortsetzung mit einem Spätwerk Beethovens

Nach der Pause fand das Programm mit der C-Dur-Sonate op. 102,1 mit einem Spätwerk Ludwig van Beethovens, seine Fortsetzung. Beethoven verlässt hier die kompositionstechnischen Formvorgaben der Klassik und strebt nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Zwar unterteilt er das Werk nach wie vor in vier Sätze, diese sind aber weder in ihrer Abfolge klar getrennt, noch in ihren Affekten einheitlich definiert. Hier zeigt sich die „romantische Seite“ Beethovens.

Den Abschluss des Abends bildete die C-Dur-Sonate op. 119 von Sergej Prokofjiew. Das Werk entstammt einer Zusammenarbeit mit Mstislaw Rostropowitsch. Die kompositorische Arbeit Prokofjiews stand immer unter dem Damokles-Schwert der Kritik durch die politische Zensur. Prokofjiew schafft hier ein sehr lyrisches Werk, dessen drei Sätze in ihrer metrisch-agogischen Anlage aufeinander aufbauen. Böhme und Przybylska greifen die scheinbar unerschöpflichen neuen Melodiebögen kongenial auf und steigern sie hin zu einem sprühenden Finale.

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