Entsorgungsgebühren steigen in Werne für 2017

Kreisweiter Vergleich

Einstimmig hat der Haupt- und Finanzausschuss Werne in seiner Sitzung am Donnerstag die neue Gebührensatzung für 2017 beschlossen. Einstellen müssen sich die Bürger demnach auf höhere Müllgebühren. Im kreisweiten Vergleich der Gebührensätze schneidet Werne trotzdem gut ab.

WERNE

, 01.12.2016, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hauptgrund für die Erhöhung ist der Abschluss eines neuen Entsorgungsvertrages, wie Kämmerer Marco Schulze-Beckinghausen am Donnerstagabend den Ausschussmitgliedern erklärte. Zudem hat der Kreis Unna seine Entsorgungskosten für den Müll erhöht. Merken werden die Werner Bürger das vor allem bei der Restmülltonne. Hier steigen die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Euro für eine 60-Liter-Tonne, beim Biomüll sind es knapp drei Euro.

Das dritte Jahr in Folge steigen die Müllkosten nun an, liegen dennoch weit unter dem Satz von 2013 (siehe Grafik). Im kreisweiten Vergleich liegt Werne beim Thema Müll im unteren Drittel, mit Blick auf die Gesamtausgaben einer Musterfamilie im guten Mittelfeld. „Noch nicht alle Kommunen haben ihre Gebührensatzung beschlossen“, sagte der Kämmerer. Nicht berücksichtigt sind deshalb Bergkamen und Kamen.

Etwas günstiger als in den Vorjahren entwickelt sich in Werne die Straßenreinigung. Konstant bleiben die Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser. Neben den kommunalen Gebühren beschloss der Ausschuss die neue Jahresgebühr für die Stadtbücherei (sie steigt für Erwachsene von 15 auf 20 Euro); die Entscheidung über die viel diskutierten Kita-Beiträge vertagte Bürgermeister Lothar Christ auf Montag. Um 17.30 Uhr tagt der Jugendhilfeausschuss in einer Sondersitzung.

Die Gebühren im Überblick: 

Müll:

  • 60-Liter-Restmüll: 129,61 Euro pro Jahr (2016: 120,27 Euro), Anstieg um 9,34 Euro (7,8 Prozent)
  • 80-Liter-Restmüll: 161,09 Euro pro Jahr (2016: 148,93 Euro), Anstieg um 12,16 Euro (8,2 Prozent)
  • 60-Liter-Biotonne: 60,49 Euro pro Jahr (2016: 57,79 Euro), Anstieg um 2,70 Euro (4,7 Prozent)
  • 80-Liter-Biotonne: 69,23 Euro pro Jahr (2016: 66,37 Euro), Anstieg um 2,86 Euro (4,31 Prozent)

Abwasser:

  • Schmutzwasser: 2,75 Euro pro Kubikmeter (2016: 2,76 Euro)
  • Niederschlagswasser: 1,22 Euro pro Quadratmeter (keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr)
  • Straßenreinigung: 2,99 Euro pro laufendem Meter (2016: 3,44 Euro)
  • Klärschlammbeseitigung: Stagniert bei 37,20 Euro pro 0,5 Kubikmeter.

Für Familie Mustermann ergibt sich unterm Strich eine Jahressumme von 943,55 Euro gegenüber 940,26 Euro im aktuellen Jahr.

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Ein Kommentar: "Ärgerlich, aber nicht zu verhindern"

Redakteurin Vanessa Trinkwald kommentiert die Eröhung der Müllgebühren in Werne:

Müll ist ein sensibles Thema und geht uns alle etwas an. Dass die Kosten nun seit drei Jahren steigen, ist ärgerlich, aber letztlich wohl nicht zu verhindern.

Warum? Zum einen, weil die Stadt nur Einfluss auf die Kosten nehmen kann, für die sie auch verantwortlich ist. Ansonsten ist sie verpflichtet, kostendeckend zu kalkulieren - für den Haushalt bringen höhere Müllgebühren gar nichts.

Zum anderen, weil die Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna als großer Entsorger die Bedingungen diktiert. Aber: Dieselbe Gesellschaft klagt seit Jahren über die Fehlbefüllung von Tonnen im Kreis. Dabei war immer wieder von der Biotonne die Rede - die in Werne jetzt um knapp drei Euro teurer wird. Vielleicht sind die höheren Entsorgungsgebühren des Kreises nach der großen Aufklärungskampagne im Sommer die zweite Reaktion auf dieses Problem.

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