Erstmals: Über 100 Streikende bei Amazon Werne

Verdi hat aufgerufen

Verdi-Fahnen flattern in Werne - nicht mehr am Solebad, sondern seit Mittwochmorgen am Amazon-Lager im Gewerbegebiet Wahrbrink: Über 100 Amazon-Mitarbeiter haben dort die Arbeit niedergelegt, unterstützt durch Kollegen vom Standort Rheinberg. Das Lager in der Lippestadt wird erstmals bestreikt.

WERNE

, 24.09.2014, 13:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frank Schrand  ist kaum zu verstehen, so laut gellen am Nachmittag die Trillerpfeifen um ihn herum - ein ungewöhnlicher Klang auf dem Werksgelände von Amazon am Wahrbrink. Schließlich streiken Schrand, Mitglied des Betriebsrats, und mehr als 100 Kollegen an diesem Tag zum ersten Mal.

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Erstmals Streik bei Amazon in Werne

Auch bei Amazon in Werne wird nun zum ersten Mal gestreikt: Mit Beginn der Frühschicht am Mittwoch will die Gewerkschaft Verdi die Arbeit am derzeit fünften Standort des Versandhändlers niederlegen.
24.09.2014
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Streik ab der Frühschicht am Mittwoch: Amazon Werne ist der fünfte Standort, an dem Verdi seine Mitglieder aufgerufen hat, die Arbeit niederzulegen.© Foto: Michel Mazucco
Streik ab der Frühschicht am Mittwoch: Amazon Werne ist der fünfte Standort, an dem Verdi seine Mitglieder aufgerufen hat, die Arbeit niederzulegen.© Foto: Michel Mazucco
Streik ab der Frühschicht am Mittwoch: Amazon Werne ist der fünfte Standort, an dem Verdi seine Mitglieder aufgerufen hat, die Arbeit niederzulegen.© Foto: Michel Mazucco
Streik ab der Frühschicht am Mittwoch: Amazon Werne ist der fünfte Standort, an dem Verdi seine Mitglieder aufgerufen hat, die Arbeit niederzulegen.© Foto: Michel Mazucco
Lassen sich als Speerspitze der Amazon-Streikbewegung in Werne feiern: Frank Schrankn (vorne) und seine Kollegen. Etwa 40 Kollegen der Frühschicht sind statt zur Arbeit zur Kundgebung ins Kolpinghaus gekommen.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Lassen sich als Speerspitze der Amazon-Streikbewegung in Werne feiern: Frank Schrankn (vorne) und seine Kollegen. Etwa 40 Kollegen der Frühschicht sind statt zur Arbeit zur Kundgebung ins Kolpinghaus gekommen.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Für bessere Tarife. Dieser Satz auf der Weste der Streikenden von Amazon muss sich für duie Mitarbeiter des Solebades irgendwie falsch anhören.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Ortwin Bickhove-Swiderski von Verdi mochte sich während der Veranstaltung im Kolpinghaus nich tzum Solebadstreik äußern.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Uli Dellmann, stellvertretender Landesleiter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, im Kolpinghaus.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Rund 40 Beschäftigte von Amazon werne und 350 Kollegen vom Amazon Lager aus Rheinberg.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Der Weg zum Amazonlager ist plakatiert.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Das Amazonlager in Werne wird erstmals bestreikt.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Verdi-Fahnen flattern nicht mehr am Solebad, aber am Amazonlager.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Das Amazonlager im Gewerbegebiet Wahrbrink.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
250 Verdi-Mitglieder aus Rheinberg zogen durch die Werner Innenstadt - am hiesigen Amazon-Standort wird nun erstmals gestreikt.© Foto: Helga Felgenträger
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Rund 250 Männer und Frauen aus dem Rheinberg haben Starthilfe geleistet. Sie waren am Morgen mit fünf Bussen nach Werne gekommen. „Wir haben in Rheinberg bereits im Juni zum ersten Mal gestreikt“, sagt Tim Schmidt vom Betriebsrat in Rheinberg."Wollen den Schutz eines Tarifvertrags" Die Gewerkschaft Verdi versuche, den weltgrößten Online-Versandhändler mit Streiks an verschiedenen Standorten zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. "Nicht nur wegen des etwas höheren Gehalts“, wie Schmidt betont. „Amazon bezahlt nicht schlecht“, räumt er ein, „wir wollen aber den Schutz eines Tarifvertrages“. Und die Gleichstellung mit anderen Mitarbeitern des Versandhandels wie Otto-Versand oder Bauer, ergänzt Silke Zimmer von Verdi NRW. „Und mehr Wertschätzung während der Arbeit“, fügt Sven Müller 34-jähriger Beschäftigter von Amazon Werne hinzu.  Die Mitarbeiter der Frühschicht waren bereits kurz vor 6 Uhr aufgerufen, in den Ausstand zu gehen. Dass sich rund 40 der insgesamt 1600 Beschäftigten beteiligten, sei zwar keine große Zahl, aber immerhin ein Anfang, sagt Gudrun Janßen, Mitarbeiterin von Verdi am Morgen. Später schlossen sich auch rund 60 Beschäftigte der Mittagsschicht an.

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Der erste  Warnstreik bei Amazon Werne bleibt - anders als bei den Kollegen in Rheinberg - erst einmal die Ausnahme. „Morgen gehen wir wieder zur Arbeit“, so Betriebsratsmitglied Frank Schrand. Er zeigte sich „sehr zufrieden“ über die gute Auftaktveranstaltung. Denn dass weitere Warnstreiks folgen werden, steht für ihn fest: „Wir kämpfen, bis sich Amazon mit uns an den Verhandlungstisch setzt.“Mietvertrag läuft 2016 aus Ihre Ziele: zum einen die Einführung eines Tarifvertrags, zum anderen die Standortsicherheit. „Der Mietvertrag für das Lager in Werne läuft 2016 aus“, erklärt Schrand. Bislang habe sich das Unternehmen nicht konkret dazu geäußert, wie es weiter gehen wird. 

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