Vermutlich durch eine weggeworfene Zigarette ausgelöst: Der Feldbrand am 26. Juni 2019 an der B54 in Werne. © Freiwillige Feuerwehr Werne
Brandgefahr in Werne

Extreme Hitze: Feuerwehr Werne warnt vor Leichtfertigkeit und gibt Tipps

Leichtfertiges Verhalten kann an so heißen Tagen wie in dieser Woche katastrophale Folgen haben. Deshalb warnt die Feuerwehr Werne und gibt Tipps, wie man diese extreme Hitze gut übersteht.

„Grundsätzlich haben wir die zweithöchste Warnstufe in unserem Landkreis“, sagt Tobias Tenk von der Freiwilligen Feuerwehr in Werne. Der Graslandfeuer- und der Waldbrandgefahrenindex lagen am Freitag (18. Juni) beide bei Warnstufe 4 von 5. Auch wenn die Waldbrandgefahr für Samstag wieder auf Stufe 3 sinken soll, der Graslandindex hält sich weiter bei 4.

Es ist trocken in Werne und Umgebung. Und dadurch kann jede Unachtsamkeit wie eine weggeworfene Zigarettenkippe schnell einen Großbrand auslösen: Wie am 26. Juni 2019, als an der B54 ein ganzes Feld in Flammen stand. Die Gefahrenindexe seien ein deutliches Zeichen, dass man „in der Natur aufpassen sollte“, so Tenk. Das habe jegliches Unkrautflämmen auch in jüngster Vergangenheit wieder gezeigt. Insbesondere Nadelhölzer brennen durch ihre ätherischen Öle wie Zunder.

„Es hat ewig nicht geregnet, die Natur schreit nach Wasser“

Erst am vergangenen Montag hatte ein Mann aus Werne mit einem Bunsenbrenner einen Baum vor seinem Haus in Brand gesteckt. Es habe ewig nicht geregnet und die Natur schreie nach Wasser, sagt Tenk. Feuer und offenes Licht sollten die Werner Bürger derzeit also tunlichst vermeiden. Genauso wie das Grillen in der freien Natur auf nicht dafür ausgewiesenen Flächen.

Einer der gängigen Gründe für Brände im Sommer: Eigentumsbesitzer, die ihre Außenflächen abflemmen. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Wer sowieso nicht vor hat, sich um sein Unkraut in der heimischen Einfahrt zu kümmern, der sollte sich aber gut um sich selbst kümmern: Denn die extreme Hitze führe vor allem bei Kindern und älteren Menschen regelmäßig zum Kreislaufkollaps, so Tenk. Er rät, pro Tag 3 bis 4 Liter Wasser zu sich zu nehmen und sich häufig im Schatten aufzuhalten. „Auch nachmittags um 17 Uhr hat die Sonne noch Kraft.“

Auch Tiere und Menschen sollten nicht im Auto zurückgelassen werden. „Es gibt Studien, dass sich Autos in der prallen Sonne innerhalb von Minuten auf über 60, 70 Grad aufheizen.“ Auch wenn es „nur kurz“ sei: „Das sollte man keinem Menschen oder Tier antun“, so Tenk.

Lüften nur in den frühen Morgenstunden

Auch einen Tipp, wann der beste Zeitpunkt zum Lüften ist, hat Tenk: Wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Innentemperatur. Er rät: nur in den frühen Morgenstunden durchlüften. Er selbst habe am Freitagmorgen erst ab 2 Uhr die Fenster geöffnet. „Es hat auch keinen Sinn, das Fenster um 22 Uhr bei noch 25 Grad zu öffnen.“ Tagsüber sollte man die Rollläden am besten unten haben.

Wer eine Radtour oder einen ausgedehnten Spaziergang plane, dem rät Tenk, sich die WarnApp „NINA“ zu installieren. Die warnt etwa vor Hitzegewittern am eigenen Standort. Denn genau die sind für mindestens Freitag angesagt worden. Und können Sturm und Hagel mit sich bringen. Bei Gewitter gilt: in geschlossenen Räumen oder im Auto aufhalten. „Beobachten Sie frühzeitig den Himmel“, so Tenk. Im Notfall gelte wie immer: die 112 wählen.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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