Fahrer nutzen Umgehung L518n in Werne zu selten

Kritik der Bürgerinitiative

Jahrzehntelange Vorplanung, Bauzeit von eineinhalb Jahren, Kosten gut sieben Millionen Euro – das sind die Eckdaten für den Lückenschluss L518n. Aufgabe: den Verkehr von der Autobahn 1, Richtung Gewerbegebiet, aufzunehmen. Das funktioniert noch nicht hundertprozentig, wie sich zweieinhalb Jahre nach der Eröffnung zeigt.

WERNE

, 09.09.2015, 18:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fahrer nutzen Umgehung L518n in Werne zu selten

Kämpfen dafür, dass noch mehr Autofahrer die L518n nehmen. Die Mitglieder der Bürgerinitiative Penningrode/Ovelgönne (v. l.) Claudia Schwede, Wilfred Bleckmann, Chirstiane Heinen, Günter Pankoke, Elisabeth Dyckhoff und Stefan Schindelbauer.

Die Umgehungsstraße hat Verkehr aus dem Bereich Penningrode / Ovelgönne abgezogen. „Das ist richtig“, sagt Anwohner Stefan Schindelbauer von der dortigen Bürgerinitiative. Soweit die gute Nachricht. „Probleme gibt es aber trotzdem“, schiebt er hinterher.

Die geringere Verkehrsdichte auf der langen, geraden Trasse verleitet offenbar den ein oder anderen Autofahrer, schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer zu fahren. Zweites Problem sei der schlechte Zustand der Straße. Die LKW, die immer noch diese Trasse nutzen, würden an manchen Schlaglöchern so rumpeln, „dass Sie das im Haus spüren“, sagt Schindelbauer.

Antrag ohne Mehrheit

Trotz geringeren Verkehrs also keine befriedigende Entlastung für die Anwohner? „Genauso ist es, und deshalb werden wir weiterkämpfen“, sagt Christiane Heinen von der Bürgerinitiative. Nachdem der Landesbetrieb Straßen NRW eine Temporeduzierung auf 30 Kilometer in der Stunde Ende 2013 abgelehnt hat, fordert die Initiative vor allem eine Umlenkung des Verkehrs.

Noch immer weise etwa ein Schild am Hansaring in Höhe Goerdelerstraße die Richtung nach Selm über die Penningrode und Ovelgönne aus. „Ein einfaches Zusatzschild Richtung B54 und neue Umgehungsstraße könnte schon Abhilfe schaffen“, sagt Anwohner Günter Pankoke.

Doch so einfach ist es nicht. Die SPD Werne unterstützt die Sache der BI, stellte vergangenes Jahr einen Antrag auf Umbeschilderung: „Da es aber hieß, das kostet rund 6500 Euro, fand unser Antrag keine Mehrheit‘“, sagt Ratsmitglied Ulrich Höltmann. Seine Partei glaube aber weiterhin an den Erfolg einer Änderung des Schildes.

Angst vor Katastrophe

„Außerdem brauchen wir hier Tempomessungen“, sagt Stefan Schindelbauer. Claudia Schwede berichtet, dass mehrfach der Außenspiegel ihres an der Straße geparkten Autos abgefahren worden seien. Und Elisabeth Dyckhoff hat Angst, dass die Politik erst nach einer Katastrophe aktiv wird. „Hier fahren viele Schüler mit dem Rad und gehen ältere Menschen her.“ Für die Bürgerinitiative ist klar: Die Effekte der L 518 n machen sich längst noch nicht genug an ihrer Straße bemerkbar.

Verkehrszählung
Freitagmorgen von sieben bis acht Uhr ist Berufsverkehr. Die Ruhr Nachrichten haben vergangene Woche mal genauer hingeschaut: Insgesamt 488 Autos fuhren in dieser Stunde über den Südring an der Freilichtbühne, Ecke Kamener Straße. Die Zahl der Transporter auf dem Ring belief sich auf 66, elf Lastwagen.

Das mag nach wenig klingen, aber eigentlich sollten die LKW direkt vom Gewerbegebiet auf die Umgehungsstraße L518n fahren und gar nicht auf den Ring einbiegen. Und nicht nur ortsfremde Fahrer nutzten die Straße – auch Fahrzeuge örtlicher Firmen schienen zumindest an diesem Morgen die städtische Empfehlung zu ignorieren. (fvh)

 

 

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