Angebliche Telekom-Mitarbeiter wollten an den Computer einer Wernerin, um ihr einen Glasfaser-Anschluss zu verlegen - eine Betrugsmasche. © Jörg Heckenkamp (A)
Betrugs-Versuch

Falsche Telekom-Mitarbeiter auf Beutezug in Werne – So erkennen Sie echte

Offenbar sind in Werne falsche Werber für einen Telekom-Glasfaseranschluss unterwegs. Eine Wernerin ist nicht auf die Masche hereingefallen. Wir erklären, wie Sie echte Mitarbeiter erkennen.

Eine Frau aus Werne, die anonym bleiben möchte, schilderte uns die Situation mit angeblichen Telekom-Mitarbeitern vor einigen Wochen. Jonas Schmitz nannte sich der eine von zwei „autorisierten Kundenberatern der Telekom“, die bei der Seniorin in einem Wohngebiet am Ortsrand von Werne klingelten. Sie wollten ihr einen Glasfaseranschluss verkaufen und verlegen.

Ihre Kleidung hätte einen Telekom-Aufdruck gehabt. Sie hat die Haustür nicht geöffnet, aber durch das Küchenfenster mit den Männern gesprochen. „Ich habe gesagt, dass wir gar keine Telekomkunden seien. Einen Brief oder eine E-Mail von der Telekom hatte ich auch nicht bekommen. Der eine Mann gab mir seine Visitenkarte. Einen Dienstausweis hat er mir nicht gezeigt. Als ich ihnen sagte, ich würde mal bei der Telekom anrufen und mich nach ihnen erkundigen, wollten sie das nicht.“

Männer wollten an den Computer im Haus

Wenn sie sich einen Glasfaseranschluss bis ins Haus legen lassen wolle, müssten sie an ihren Computer und an ihren Router, sagte „Jonas Schmitz“ der Seniorin. Die reagierte goldrichtig: „Ich lasse doch keine fremden Menschen an meinen Computer und schon gar nicht ins Haus.“ Eine Anzeige bei der Polizei habe sie nicht erstattet: „Ich bin ja nicht geschädigt worden.“

Aber das hätte sie besser machen sollen, sagt Christian Stein, Pressesprecher der Kreispolizei Unna: „Immer eine Strafanzeige erstatten, damit wir etwas gegen diese Betrugsmaschen unternehmen können. Vor allem sofort die Polizei anrufen, wenn die Männer da sind. Und vor allem nicht in die Wohnung lassen. Dienstausweis zeigen lassen und sich eigenständig bei der Telekom erkundigen nach den Männern.“

Erklärung der Telekom

Georg McKinney, Sprecher der Telekom, erklärt auf Anfrage: „Wir bieten Vektoring an, also Glasfaser bis zum nächsten grauen Kasten, aber nicht bis ins Haus.“ Außerdem würde es an der Haustüre nicht um die Verlegung gehen.

McKinney sagt, dass die Ranger Marketing GmbH im Auftrag der Telekom von Tür zu Tür ginge: „Deren Mitarbeiter tragen nicht nur ein Telekom-Bändchen um den Hals, sondern auch die Telekom-Kleidung, also Hose, Hemd, Jacke mit unserem Logo.“ Außerdem müssten die Mitarbeiten gut sichtbar einen Ausweis der Firma Ranger tragen. Sie hätten zudem ein Autorisierungs-Schreiben der Telekom dabei mit einer kostenfreien Nummer, über die man sofort die Echtheit der Vertreter überprüfen könne. „Das Schreiben ist keine Kopie, sondern ein Original mit echter Unterschrift“, sagt McKinney.

Wir haben übrigens den angeblichen Telekom-Mann Jonas Schmitz unter der Handynummer der Karte angerufen. Er habe manchmal eine „forsche Vorgehensweise bis zur Grenze“, gab er zu. Und weiter: „Ich würde niemals jemand bedrängen. Wenn das der Fall gewesen sein sollte, tut mir das leid.“

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Elvira Meisel-Kemper ist freie Kunsthistorikerin und Journalistin. Sie hat Erfahrung als Autorin, Kunstvermittlerin, Projektbegleiterin und in der Fotografie. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten liegt in der Kunstszene des Münsterlandes.
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Elvira Meisel-Kemper
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Jörg Heckenkamp

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