Jugendliche für die Politik zu gewinnen, sei schwierig, sagen die Werner Parteien. Aber essenziell, so Jugenddezernent Alexander Ruhe. © picture alliance /Jens Büttner/dpa
Kinder und Jugendparlament

Fehlende Jugendliche in Politik: „Wenn es uns nicht gelingt, dann haben wir ein Problem“

Parteien in Werne versuchen händeringend, Jugendliche für die Lokalpolitik zu gewinnen. Wenn dies nicht gelinge, dämmere ein Problem am Horizont, so Jugenddezernent Alexander Ruhe.

Jugendlichen für Politik zu interessieren und dann auch noch für die Jugendparteien zu gewinnen, sei „ein zähes Geschäft“, sagt Ortsvereinsvorsitzender der SPD in Werne, Siegfried Scholz. Die Jugendhilfeplanerin Wiebke Kramer aus Werne sieht darin trotzdem kein kommunal begrenztes Problem für Werne. „Die allgemeine Reputation von Jugendlichen ist schwierig. Man muss beachten, dass die Jugendlichen mit vielen Anforderungen konfrontiert werden und abwägen müssen, wie sie ihre Zeit einteilen.“

Neben Schule sei es oft nicht leicht, sich bei so komplexen Dingen, wie der Kommunalpolitik einzubringen. Auch Jugenddezernent Alexander Ruhe betont die Komplexität der Kommunalpolitik: „Sich immer wieder und lange mit komplexen Themen zu befassen, ist sehr anstrengend. Wenn man sich mit Politik befasst, merkt man schnell, dass es kein klares Schwarz und Weiß gibt.“

Dennoch seien sehr viele Jugendliche hochpolitisch interessiert. „Man hat an Aktionen, wie ‚Fridays for Future‘ gesehen, dass ein Großteil der Jugendlichen sich für politische Themen sensibilisiert“, so Kramer. Gerade deswegen sei es auch das Interesse der Stadt, Jugendlichen eine Chance zu geben, ihr Anliegen zu verwirklichen.

Partizipationskonzept für Jugendliche stammt aus dem Jahr 2007

Bereits 2007 wurde dafür ein Partizipationskonzept entwickelt. „Das Konzept ist zwar nicht tagesaktuell, aber es wurde gemeinsam erstellt und wenn das Interesse der Ortsverbände und Parteien da ist, kann man die Ideen sicher nochmal aufleben lassen“, sagt Kramer.

Innerhalb dieses Partizipationskonzeptes gab es bereits einen politischen Brunch, bei dem sich Jugendliche mit politischen Themen auseinandersetzen konnten. Zudem gebe es bereits die Stadtschülerverwaltung (Stadt-SV). Die ist ein Zusammenschluss der Schülersprecher der weiterführenden Schulen in Werne und arbeitet eng mit dem Bereich der Jugendpflege des Jugendamtes zusammen.

Einige Parteien äußerten sich auch positiv bezüglich eines Kinder- und Jugendparlamentes. Die Umsetzungsmöglichkeit sei aber noch diskussionswürdig, so Kramer.

„Wir brauchen in den Parteien einen Spiegel der Gesellschaft“

Allgemein seien aber auch ihnen Grenzen gesetzt. Besonders die Partizipation in den Jugendparteien zu fördern sei schwieriger, als generelles politisches Interesse zu fördern. „Wir wollen unterschiedliche Dialogmöglichkeiten anbieten und das machen wir auch. Aber am Ende des Tages liegt es auch an den Parteien selbst, die Jugendlichen zu gewinnen“, so Ruhe

Trotzdem seien die Bemühungen groß, die Jugendlichen einzubinden. „Wenn es uns nicht gelingt, Jugendliche einzubringen, dann haben wir ein Problem. Wir brauchen in den Parteien einen Spiegel der Gesellschaft. Auch von der Altersstruktur“, so Ruhe.

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