Feuerwehr musste Menschen in Stockum retten

Großeinsatz

Aus der Wohnung im Erdgeschoss schlugen Flammen, das Treppenhaus war nicht mehr passierbar - in den oberen Geschossen saßen Menschen in der Falle: Die Feuerwehr musste am frühen Montagmorgen Menschen im Werner Ortsteil Stockum retten - darunter auch ein Baby. Für einen Hund kam jedoch jede Hilfe zu spät.

STOCKUM

, 04.09.2017, 11:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Montagmorgen um 3:52 Uhr wurden der Löschzug 3 aus Stockum sowie der Löschzug 1 aus Werne Mitte alarmiert: Zimmerbrand in einem Haus mit sechs Wohnungen in der Kastanienstraße in Stockum. Eine Wohnung im Erdgeschoss stand vollständig in Flammen - starker Rauch und Feuer schlugen aus dem Balkonfenster, wie die Feuerwehr in einer Pressemitteilung erklärte.

Die Priorität der zuerst eintreffenden Feuerwehrleute lautete klar: Menschenrettung. Fünf Personen konnten sich selbstständig in Sicherheit bringen. Wegen des starken Rauchs konnte das Treppenhaus jedoch nicht mehr benutzt werden. Zwei Personen im ersten und zweiten Obergeschoss saßen daher in der Falle: Sie hatten sich vorerst auf den Balkon gerettet. Mit einer Drehleiter holte die Feuerwehr die beiden in Sicherheit.

Weitere Menschen im Haus?

Doch befanden sich in dem Haus noch weitere Menschen? Die Retter durchsuchten weitere Wohnungen. Dazu mussten einige Türen gewaltsam aufgebrochen werden.

Im Haus befand sich noch eine dreiköpfige Familie, die in einer der Obergeschosswohnungen wohnt. Mutter, Vater und das gerade mal sechs Wochen alte Baby machten, so sagte es Tobias Tenk von der Werner Feuerwehr, aber alles richtig. „Sie hatten alle Fenster zu und sind in der Wohnung geblieben“, sagt Tenk. Dass die Familie so ruhig blieb, mag auch daran gelegen haben, dass sie erst relativ spät von den Brand in den Haus hörte.

Die Wehrleute, die dann zu ihnen in die Wohnung durchdrangen, konnte sie dann gleich beruhigen. „Wir haben ihnen gesagt, dass wir sie auf jeden Fall rausholen“, so Tobias Tenk. Nur wie, war für rund zehn Minuten noch fraglich. „Erst haben wir überlegt, sie auch über die Drehleiter zu retten“, sagt er. Dadurch, dass die Löscharbeiten dann schon ziemlich weit fortgeschritten waren und der Rauch bekämpft werden konnte, entschieden die Feuerwehrmänner sich dann aber für eine andere Lösung und führten die Familie mit dem Baby über das Treppenhaus hinaus. 

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Insgesamt wurden zwölf Personen leicht verletzt, glücklicherweise keine schwer. Ein Hund konnte leider nur noch tot geborgen werden. Er befand sich laut Tobias Tenk in der Wohnungen, die voll brannte. „Es wäre nicht zu rechtfertigen gewesen, da noch einen Menschen reinzuschicken, um den Hund zu retten“, sagt er. „Das hört sich zwar hart an, aber der ist nun mal so“, so der Feuerwehrmann. 

Zwei Personen wurden durch Notärzte vor Ort untersucht und konnten wieder entlassen werden. Zehn Menschen wurden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung zur weiteren Untersuchung in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht.

Wohnungen nicht mehr bewohnbar

"Zur Brandbekämpfung wurden mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz im Innenangriff eingesetzt", heißt es in der Pressemitteilung weiter. Um 4:16 Uhr war der Brand unter Kontrolle. Die Wohnung im Erdgeschoss brannte komplett aus, die anderen wurden durch den Brandrauch in Mitleidenschaft gezogen. Das Haus ist mehr bewohnbar. Das Ordnungsamt Werne kümmerte sich um die Unterbringung der Personen.

Die Feuerwehr kontrollierte mit der Wärmebildkamera, ob es irgendwo versteckte Brandnester gab. Mit Hochleistungslüftern wurde der Rauch abgesaugt. Um 5:45 Uhr konnte der Löschzug 1 Werne Stadtmitte die Einsatzstelle verlassen. Der Löschzug 3 Stockum blieb für weitere Restlöscharbeiten sowie eine Brandwache noch vor Ort.

45 Feuerwehrleute im Einsatz

Im Einsatz waren 45 freiwillige Einsatzkräfte der beiden Löschzüge Werne Stadtmitte und Stockum mit insgesamt zehn Fahrzeugen. Zudem waren sechs Rettungswagen aus Werne bzw. dem Kreisgebiet vor Ort, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst, ein Notarzt aus Werne sowie der Leitende Notarzt des Kreises Unna, die Polizei Werne und das Ordnungsamt Werne.

Noch völlig unklar ist, wie es zu dem Brand kommen konnte. 

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