Kaum von der Feuerwehr aus dem Gulli gerettet, flitzte das Eichhörnchen davon. © Feuerwehr Werne
Feuerwehr Werne

Feuerwehr Werne rettet Tiere – Reh, Kuh, Falke, Eichhörnchen und Co.

Von der Schlange bis zur Kuh - die Feuerwehr Werne hat schon einige Vertreter der Fauna aus misslichen Lagen befreit. Oft ist bei der Tierrettung Fingerspitzengefühl gefragt.

Die Freiwillige Feuerwehr Werne rettet nicht nur Menschen oder löscht Brände. Auch die Tierrettung ist ein Aufgaben-Gebiet, das immer wieder mal die Retter beschäftigt. „Etwa fünf bis zehn Mal im Jahr“, schätzt Feuerwehrsprecher Tobias Tenk, rücken die Männer und Frauen der Wehr zur Rettung von Tieren aus.

Jüngster Fall war ein junges Eichhörnchen, das in einem Gulli an der Straße Fürstenhof feststeckte. Kinder hatten die Notlage des Tieres erkannt und die Feuerwehr benachrichtigt. Die sperrte die Straße und hob den schweren Gullideckel vorsichtig an. Das verschreckte Tier, offensichtlich unverletzt, machte sich sofort davon „ohne erkennbare Dankesgeste und Nennung seiner Personalien“, wie die Feuerwehr augenzwinkernd in ihrer offiziellen Mitteilung schreibt.

Für die Rettung von Tieren ist die Feuerwehr nicht speziell ausgerüstet. „Das einzige, was wir speziell für solche Einsätze vorhalten, ist eine Tier-Transportbox“, sagt Feuerwehrsprecher Tenk. Etwa wenn es darum geht, ein verletztes Tier zum Tierarzt zu bringen.

Ansonsten müssen die Retter das Material einsetzen, das auch für Menschenrettung vorgesehen ist. Allerdings müssen die Wehrleute oft improvisieren, gerade bei kleinen Tieren. Tobias Tenk erinnert sich, dass sich vor Jahren ein Mauersegler oben an einem Dach mit der Kralle verfangen hatte. „Da habe ich mir eine kleine Schere nach oben reichen lassen und die Kralle vorsichtig freigeschnitten.“

Bisweilen kommt aber doch schweres Gerät zum Einsatz. Vor gut einem Jahr etwa an der Sportanlage Lindert. Dort hatte sich ein Reh in den Sprossen eines Stahltores verfangen. Per Hand war das Tier nicht zu befreien, also setzte die Wehr einen starken, hydraulischen Spreizer ein.

Die Prioritäten bei Rettungen sie wie folgt aus: erst Mensch, dann Tier, dann Sach- und Wert-Gegenstände. Allerdings sei in den vergangenen Jahr immer stärker ein vierter Bereich in den Fokus der Retter gerückt. Tobias Tenk: „Dabei handelt es sich um die Aufgabe, Umweltschäden zu vermeiden.“

Dennoch: Die Tierrettung steht weiterhin an zweiter Stelle der Rettungs-Priorität. Und dabei ist es völlig egal, ob es sich um ein wertvolles Pferd oder „eine der eher verrufenen Tauben“ handelt, wie Tenk sagt: „Unsere Aufgabe ist es, das Tier zu retten. Egal, um was für eine Spezies sich handelt.“

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Jörg Heckenkamp

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