Die Feuerwehr in Stockum soll ein neues Gerätehaus bekommen. Das wird teurer als ursprünglich geplant. © Freiwillige Feuerwehr Werne
Feuerwehr in Stockum

Feuerwehrgerätehaus in Stockum – Politiker wollen Rotstift nicht mehr ansetzen

Das Feuerwehrgerätehaus in Stockum wird teurer als geplant – und zwar deutlich. Im Bezirksausschuss wurden nun nochmal Einsparpotenziale präsentiert, allerdings nicht großartig diskutiert.

Die Zahlen, die Frank Adamietz, Leiter des Kommunalbetriebs Werne, in der letzten Sitzung dem Betriebsausschuss (9. Juni) in Werne vorlegte, stießen bei den Politikern auf viel Kopfschütteln. Bis zu drei Millionen Euro teurer als geplant soll der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Stockum werden. Es entbrannte eine hitzige Diskussion ohne wirkliches Ergebnis. Man einigte sich darauf, den Sachverhalt in Arbeitsgesprächen aufzuarbeiten. Auch im Bezirksausschuss (10. Juni) wurden die neuen Pläne vorgestellt.

Es folgten Gespräche im Rahmen von Informationsveranstaltungen am 24. August und 1. September. Am Mittwoch (8. September) startete die Verwaltung nun einen neuen Anlauf, ihre Pläne der Politik vorzustellen.

Verwaltung hält an Standort fest

Zunächst wurden die verschiedenen Standortmöglichkeiten präsentiert. Die Verwaltung hielt an dem bisher geplanten Standort an der Werner Straße fest. Andere Standorte wie etwa den auf dem Gelände des Gersteinwerks konnte die Verwaltung nicht empfehlen. Beim Gersteinwerk sei vor allem die dezentrale Lage zum Ortskern ein Problem.

Außerdem zeigte die Verwaltung Einsparpotenzial auf. So könne man beispielsweise auf die Wohneinheit im Obergeschoss verzichten, auf den Übungsturm, das Behinderten-WC, das allgemeine WC und man könne außerdem unter anderem die Flächen der Fahrzeughalle und der Werkstatt reduzieren. Mit diesen Maßnahmen könnte man insgesamt ca. 700.000 Euro einsparen. Die Verwaltung riet aber davon ab, da das Raumprogramm auf eine nachhaltige und zukunftsfähige Gefahrenabwehr ausgelegt sei. Auch bauliche Ausführungsarten könnten abgeändert werden, diese sollten aber erst in der Entwurfsplanung konkretisiert betrachtet werden, so die Verwaltung.

Zudem spricht sich die Verwaltung in Abstimmung mit dem Planungsbüro energum bei der Fortsetzung der Planung dafür aus, den Energiestandard „Effizienzgebäude 40″ zu berücksichtigen. Diese Variante bedeutet laut Verwaltung Gesamtkosten (ohne Grunderwerb) in Höhe von gut 5,6 Millionen Euro.

Fördergelder für Feuerwehrgerätehaus

Allerdings könne hier neben den Fördergeldern in Höhe von 250.000 Euro, die die Stadt aus dem Förderprogramm „Feuerwehr in Dörfern“ erhält, mit weiteren Fördergeldern in Höhe von ca. 635.000 Euro aus dem Programm des Bundes für effiziente Gebäude gerechnet werden. Damit würde der zu erwartende Eigenanteil bei knapp 4,74 Millionen Euro liegen. Zu den bisher eingeplanten 3,2 Millionen Euro Budget kämen also nochmal knapp 1,54 Millionen oben drauf.

Nachdem Björn Rother die Pläne für die Verwaltung vorgestellt hatte, kamen die Politiker zu Wort. Und die hatten offenbar seit der letzten Sitzung den Schock über die explodierten Baukosten verdaut. Thomas Gremme, sachkundiger Bürger für die Freien Wähler sagte: „Ein neues Gerätehaus ist notwendig. Die Arbeit für die Feuerwehr wird mehr, nicht weniger. Ich kann daher nicht empfehlen, hier den Rotstift anzusetzen.“ Er warf allerdings die Frage auf, ob man nicht sogar auch mit der Energieeffizient 40 plus bauen könnte. Hier verwies Frank Adamietz auf den Betriebsausschuss des Kommunalbetriebes in dem die Verwaltungsvorlage ebenfalls diskutiert werden wird. Dann wird auch der Planer anwesend sein.

Benedikt Lange von der FDP begrüßte die Pläne ebenfalls, genauso wie Siegfried Scholz von der SPD. Wenn man jetzt spare müsse man auch die Qualitätsverluste im Blick haben, so Scholz. Ähnlich äußerte sich Markus Rusche von der CDU. „Man kann jetzt sparen, muss dann aber an eventuelle Folgekosten denken“, sagte er vor allem im Hinblick auf eine eventuelle Änderung der baulichen Ausführungsarten.

Am Ende gab der Bezirksausschuss der Verwaltung ein positives Feedback mit auf den Weg und ebenfalls eine positives Empfehlung an den Betriebsausschuss (tagt am 28.9.) und den Stadtrat (29.9.).

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