Fitness-Studios: „Wir bieten Gesundheit. Es trifft die Falschen!“

mlzSchließung der Fitness-Studios

Auch die Fitness-Studios in Werne müssen im November schließen. Und das, obwohl die Betreiber in etliche Hygienemaßnahmen investiert haben. „Wenn es irgendwo sicher ist, dann hier“, sagt ein Inhaber.

Werne

, 30.10.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf den angekündigten Lockdown reagieren die Betreiber und Inhaber der Werner Fitness-Studios mit Unverständnis. Sie haben zuletzt vieles dafür getan, ihre Einrichtungen so auszustatten, um die Infektionsgefahr für Mitarbeiter und Kunden zu minimieren. Dennoch müssen sie ab Montag (2. November) schließen.

„Wenn es irgendwo sicher ist, dann hier“, sagt etwa Frank Langer, Mitinhaber des Fitness-Studios Feel-Fit in Werne. Neben Techniken wie der medizinischen Luftfilteranlage, die laut Langer auch vor Masern und Influenza schützen soll, wird bald ein zusätzlicher Luftreiniger im Studio installiert.

Hohe Investitionen in Hygienemaßnahmen

„Die Entscheidung haben wir schon im August getroffen. Damit kann man die frische Luft von Außen in die Anlage bekommen und so ständig austauschen. Eigentlich haben wir überlegt, wie wir die Anlage bei laufendem Betrieb einbauen können. Aber das hat sich ja jetzt erledigt“, sagt Frank Langer, der bereits einen sechsstelligen Euro-Betrag in Hygienemaßnahmen im Studio investiert hat.

Nun wird die neue Technik Ende November eingebaut, wenn das Fitness-Studio sowieso geschlossen ist. „Also was die Hygienebedingungen angeht, geht es nicht sicherer. Wir hatten in der ganzen Corona-Zeit keine einzige Nachverfolgung wegen eines Coronafalls - weder im Studio in Werne noch in Ahlen“, erklärt der Studio-Mitinhaber.

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Dass nun alle Fitness-Studios pauschal schließen müssen, kann er nicht nachvollziehen. „Zum einen tut Sport gut. Dadurch kann man sein Immunsystem stärken. Und zum anderen kommt es weder in der Gastronomie noch in Fitness-Studios verstärkt zu Infektionen. Das passiert eher im privaten Bereich. Und man durfte ja sogar in Risikogebiete reisen. Und jetzt nimmt man den Leuten stattdessen ihren sicheren Ort“, moniert Langer.

Frank Langer vom Feel Fit sagt: „Wenn es irgendwo sicher ist, dann hier.“

Frank Langer vom Feel Fit sagt: „Wenn es irgendwo sicher ist, dann hier.“ © Andrea Wellerdiek (A)

Auf Sport verzichten müssen die Kunden dennoch nicht. Mit dem Online-Fitness-Studio des Feel-Fit, also mit der App Feel-Fit Digital, können die Kunden neben individuellen Trainings- und Ernährungsplänen auch an Live-Sportkursen teilnehmen. Für Mitglieder ist die App nun kostenlos freigeschaltet - auch nach der Zeit des Lockdowns, wie Langer erzählt. Nach der Bekanntgabe des Lockdowns hätten sich am Mittwochabend (28. Oktober) bereits etwa 150 Mitglieder für die App registriert.

Live-Kurse zur gewohnten Trainingszeit

Online-Kurse als Alternative zum Sport im Studio gibt es verstärkt nun auch wieder im „Lady & Fitness“ Werne. Mit einem Livestream werden die Kurse zur gewohnten Trainingszeit angeboten, wie Marion Nägeler, Studio-Leiterin, erzählt. Über eine App gibt es außerdem Trainingspläne für die Mitglieder.

So war es auch schon beim ersten Lockdown im Frühjahr. „Danach waren die Mitglieder wieder froh, als das Studio wieder geöffnet hatte“, erzählt Nägeler. Dass sie ihr Studio nun wieder für mindestens vier Wochen schließen muss, sorgt für Unverständnis. „Wir haben viele solidarische Rückmeldungen von unseren Kundinnen bekommen. Sie sagen, dass es die Falschen trifft. Viele sind sauer und enttäuscht. Wir haben auch alles dafür getan, dass hier ja nichts passiert. Darum finden viele Kundinnen es unfair.“

Marion Nägeler, Leiterin von „Lady & Fitness“ in Werne, hat viele solidarische Rückmeldungen von ihren Kundinnen bekommen zur erneuten Zwangsschließung des Studios.

Marion Nägeler, Leiterin von „Lady & Fitness“ in Werne, hat viele solidarische Rückmeldungen von ihren Kundinnen bekommen zur erneuten Zwangsschließung des Studios. © Marion Nägeler

Auch sie selbst kann die Entscheidung von Bund und Ländern nicht teilen. „Das ist der falsche Bereich. Wir bieten Gesundheit. Gerade jetzt, in der tristen Zeit, ist es wichtig, dass man etwas für seine Gesundheit tut.“

Das weiß auch Marcus Zimmer, Leiter von Isomed in Werne. Er wird sein Reha-Zentrum auch am Montag wieder öffnen. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir einen großen, therapeutischen Bereich anbieten, den wir öffnen dürfen. So sind wir zum Glück gut aufgestellt.“ Vor gut 20 Jahren habe man die Bereiche Reha-Sport und Physiotherapie hinzugenommen. Denn den nicht-therapeutischen Trainingsbereich muss er allerdings auch schließen. Hier gibt es dann alternativ Online-Kurse.

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