Sanierung des Freibades deutlich teurer als geplant – Eröffnungstermin noch offen

Solebad Werne

Die Sanierung des 50-Meter-Freibad-Beckens des Solebades Werne kostet deutlich mehr Geld als kalkuliert. Die gute Nachricht: Die Mehrkosten sind bereits im Haushalt vorhanden.

Werne

, 19.06.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sanierung des Freibades deutlich teurer als geplant – Eröffnungstermin noch offen

Die Sonne lacht, das Wasser lockt. Doch noch liegen die Ergebnisse der Wasseranalyse nicht vor. Bis dahin bleibt das Freibad geschlossen. © Geising+Böker

Während der vierjährigen Abriss- und Neubauphase des Solebades war das 50-Meter-Außenbecken eingemottet. Als sich die Verantwortlichen im Frühjahr 2019 das gute Stück anschauten, waren die Schäden doch größer als vermutet.

Um Frostschäden zu vermeiden, war das Becken die ganzen Jahre über gefüllt und am Rande mit Frostsperren versehen gewesen. „Als wir das Wasser abgelassen haben, sahen wir, dass nicht nur einzelne Fliesen beschädigt waren, sondern der gesamte Beckenkopf“, sagt Architekt Heinrich Brinkhus.

Sanierung des Freibades deutlich teurer als geplant – Eröffnungstermin noch offen

© Geising+Böker

Außerdem sei ein Schacht, der vor Jahrzehnten mal für eine Abdeckung vorgesehen war, aber nie benutzt wurde, ziemlich marode gewesen. Maßnahme: Verfüllung und Stilllegung des Schachtes. Es kam eins zum andern, bis die Kosten von den ursprünglich kalkulierten 53.000 Euro auf rund 150.000 Euro explodierten.

Den Löwenanteil nimmt dabei die Sanierung des Beckenkopfes ein. Rund 120.000 Euro muss das Bad dafür an den Fliesenleger überweisen. „Das sollte ursprünglich noch mehr sein“, sagt Brinkhus, „wir haben nachverhandelt und uns auf diesen Preis geeinigt.“

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Wichtig sei auch gewesen, so Badgeschäftsführer Frank Gründken am Dienstagabend (18. Juni) vor dem Bad-Ausschuss, in der jetzigen guten Baukonjunktur den Fliesenleger bei der Stange zu halten. Er sei nahtlos von der Solebad- zur Freibad-Baustelle gewechselt. Gründken: „Wer weiß, wenn er die Arbeiter abgezogen hätte, wann die wiedergekommen wären?“

„Das Freibad kommt quasi kostenlos oben drauf.“
Badleiter Jürgen Thöne

Und noch eine gute Nachricht konnte Gründken den Lokalpolitikern mitteilen: Die Mehrkosten von 96.000 Euro für die Freibad-Sanierung seinen durch einen bislang vom Kämmerer unter Verschluss gehaltenen Posten größtenteils gedeckt. Gründken: „Der Kämmerer hat die Sperre für diesen Betrag aufgehoben.“

Bleibt noch die Frage nach der Eröffnung des Freibades. Während Brinkhus dem Ausschuss den 8. Juli als möglichen Termin nannte, war Badleiter Jürgen Thöne vorsichtiger.

Derzeit liefen die vorgeschriebenen Wasseranalysen. Je nachdem, ob es Beanstandungen gäbe und man Nachsteuern müsse, könnte die Eröffnung noch etwas dauern. Thöne gab aber ein Versprechen ab: „Zu den Sommerferien öffnen wir das Freibad auf jeden Fall.“

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Kritik von Solebadbenutzern, dass sie für ihren Eintrittspreis momentan kein Freibad-Vergnügen erhielten, wies Thöne deutlich zurück. Die Preiskalkulation sei durch den Rat der Stadt erfolgt und beziehe sich auf den Eintritt in Familien- oder Solebad. Thöne: „Das Freibad kommt quasi kostenlos oben drauf.“

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Kommentar von Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp:
  • Während der Eröffnungsfeiern im April war sich Bad-Geschäftsführer Frank Gründken bewusst, dass es mit der reinen Fertigstellung nicht getan ist: „Wir werden bis zu einem Jahr brauchen, um auch die letzten Kleinigkeiten nachzujustieren.“
  • Genau in der heißen Phase des Nachjustierens befindet sich das Bad. Doch statt die damals abgegebene Prognose aktiv anzunehmen und abzuarbeiten, zeigen sich Frank Gründken und Badleiter Jürgen Thöne am Dienstagabend im politischen Bad-Ausschuss dünnhäutig.
  • Da wurde Besucherkritik, zum Beispiel an zu wenig Familienfreundlichkeit oder dem noch geschlossenen Freibad, als Einzelmeinung abgetan. Presse-Schelte über angeblich einseitige und unvollständige Berichterstattung durfte nicht fehlen. Es klang ein bisschen wie: Wir haben alles gegeben, um so ein tolles Bad hinzustellen. Jetzt lobt uns mal gefälligst und verschont uns mit schnöder Kritik
  • CDU-Vertreterin Uta Leisentritt setzte dem entgegen: „Man sollte das durchaus ernst nehmen. Wir haben solche Beschwerden auch schon gehört.“
  • Frank Gründken meinte daraufhin, dass das Bad sehr viele Rückmeldungen bekommen habe, „95 Prozent davon positiv“.
  • Heißt im Umkehrschluss: 5 Prozent sind negativ. Bei bislang 50.000 Besuchern seit der Eröffnung wäre das eine erkleckliche Zahl von 2500 nicht so begeisterten Besuchern.
  • Da würde ich als Badverantwortlicher nicht dünnhäutig reagieren, sondern mich fragen, was ich noch besser machen kann.
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