Die Friedhofsgebühren in Stockum werden zum neuen Jahr erhöht. Damit werden Bestattungen hier deutlich teurer. © Andrea Wellerdiek (A)
Friedhofsgebühren in Werne

Friedhofsgebühren: Darum ist das Sterben in Stockum teurer als in Werne

Gut 200 Euro mehr für eine Bestattung in einer Wahlgrabstätte: Die Stadt Werne erhebt ab 2021 deutlich höhere Friedhofsgebühren in Stockum. Darum ist das Sterben in Stockum teurer als in Werne.

Eine Bestattung in einer Reihen- oder Wahlgrabstätte wird in Stockum ab dem kommenden deutlich teurer. Der Grund: Die Friedhofsgebühren müssen stark angehoben werden, wie Alexander Höring aus der Stadtkämmerei nun im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss erklärte.

Generell gilt: Die Grundlage für die Berechnung der Friedhofsgebühren sind die Kosten der Einrichtungen und die Fallzahlen, sprich die Zahl der Beerdigungen. Daraus resultieren nun neue Gebühren für Bestattungen. Die Gesamtkosten in diesem Bereich sind im Vergleich zu den Vorjahreskalkulationen aus dem Jahr 2019 von 114.310 Euro auf 102.547 Euro gesunken.

Stadt nur noch Träger der Trauerhalle in Stockum

Das liegt zum einen daran, dass der Vertrag mit der katholischen Kirche über die Friedhofshalle in Werne aufgelöst wurde, wodurch 6500 Euro in diesem Jahr eingespart werden konnte. Zum anderen sinken die Kosten für die Unterhaltung und die Inanspruchnahme des Baubetriebshofes.

Zudem wird der öffentliche Grünanteil, also der Anteil, der die Friedhofsnutzung als Parkanlage abbildet, erhöht. Das heißt, die Öffentlichkeit zahlt einen höheren Anteil. Somit werden 93.128 Euro der Gesamtkosten abgezogen. 37 Prozent der Gesamtkosten, also 34.293 Euro, sollen aus dem städtischen Haushalt getragen werden. Der Gesamtgebührenbedarf, an denen sich dann auch die Kosten für Beerdigungen orientieren, beläuft sich damit auf 58.836 Euro.

Weniger Fälle bedeuten höhere Kosten

Und die Kosten für Beisetzungen sind vor allem in Stockum höher als in Werne. Das liegt an der vergleichbar geringen Anzahl an Beerdigungen (durchschnittlich zehn im Jahr), die durch den Gesamtgebührenbedarf aufgeteilt werden muss. Auch hierbei übernimmt der städtische Haushalt 75 Prozent der Kosten. Dadurch ergibt sich nach den Berechnungen der Stadtverwaltung Werne ein Gebührenbedarf von nunmehr 698,36 je Fall (Nutzung der Trauer- und Leichenhalle). Im Vorjahr waren es noch 505,77 Euro. Wenn nur die Trauerhalle genutzt wird, ist ab 2021 eine Gebühr von 453,93 Euro fällig. Wenn nur die Leichenhalle genutzt wird, erhebt die Stadt eine Gebühr von 244,43 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 38,1 Prozent.

Bestattung wird teurer

Deutlich höhere Gebühren werden auch für die Grabstätten an sich erhoben: So kostet eine Bestattung in einer Reihen- oder Wahlgrabstätte künftig 799,75 Euro (bisher 605,20 Euro), in einer Urnen-Reihe, einer Wahlgrabstätte oder einer Kindergrabstätte 319,53 Euro (bisher 172,22 Euro).

Wilhelm Jasperneite von der CDU-Fraktion ergänzte zu den Ausführungen aus der Stadtkämmerei: „Es ist gut, dass es eine Erklärung dafür gibt, wieso Beerdigungen in Stockum teurer sind als in Werne. Man darf dabei auch nicht vergessen, dass das auch damit zu tun hat, ob die Friedhofshalle in städtischer, privater oder kirchlicher Hand ist“.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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