Gedenktafel für Werner Gefallene jetzt im Museum

Nach Jahrzehnten auf dem Dachboden

Welche Soldaten aus Werne fielen in den Kriegen 1813 bis 1815, 1866 und 1870/71? Die Antwort gibt seit 1888 eine Holztafel. Die war viele Jahrzehnte einfach auf dem Dachboden abgestellt. Bis zum Januar 2016.

WERNE

, 21.01.2016, 15:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gedenktafel für Werner Gefallene jetzt im Museum

Die Tafel fristete bis vergangenen Donnerstag im dunklen Dachboden der alten Sakristei ihr Dasein.

60 Jahre lang und bis vergangenen Donnerstag stand die Holztafel aus dem Jahre 1888 im dunklen Dachboden der alten Sakristei der Kirche St. Christophorus. Bis Friedrich Fischer und Horst Garritsen sie fanden.

„Da ist vielleicht noch etwas über dem Dach der Sakristei“, erzählte Fischer, Honorarkraft beim Stadtmuseum Werne, von seiner ersten Vermutung, als er hörte, es müsse noch eine Gedenktafel mit den Gefallen der napoleonischen Kriege existieren.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Gedenktafel erinnert an Werner Opfer der Napoleon-Kriege

Wer sind die Werner Gefallenen aus den Napoleonischen Befreiungskriegen? Das steht zwar auf einer alten Holztafel aus dem Jahr 1888. Die stand aber lange Zeit auf dem Dachboden der alten Sakristei von St. Christophorus in Werne. Erst jetzt - 2016 - fand sie den Weg ins Museum.
21.01.2016
/
Die Gedenktafel mit den Gefallen aus den Napoleonischen Kriegen ist noch sehr gut erhalten.© Foto: Helga Felgenträger
Die Namen wurden in Goldschrift aufgetragen.© Foto: Helga Felgenträger
Wie dieses Bild zeigt, sind die Kämpfer der Werner Landwehr in Frankreich gefallen.© Foto: Helga Felgenträger
Typische Werner Namen wie Angelkort oder Heimann und Beckmann finden sich auf der Gedenktafel.© Foto: Helga Felgenträger
Die Gefallenen stammen aus der Pfarrei Werne.© Foto: Helga Felgenträger
Die Tafel fristete bis vergangenen Donnerstag im dunklen Dachboden der alten Sakristei ihr Dasein.© Foto: Helga Felgenträger
Stolz präsentieren Heidelore Fertig-Möller, Friedrich Fischer, Horst Garritsen und Pfarrdechant Jürgen Schäfer die Gedenktafel mit den Gefallenen der Napoleonischen Kriege.© Foto: Helga Felgenträger
Schlagworte Werne

"Beeilen - sonst steht die Krippe wieder davor"

Museumsleiterin Heidelore Möller hatte ihn auf die Idee gebracht: „Im Zuge der Ausstellung von Dr. Eggenstein „Wider Napoleon“ war ich darauf aufmerksam geworden“, erzählt sie. Bei ihrem Vortrag über Napoleon in Werne war sie selbst auf einen alten Zeitungsbericht gestoßen. Hier war von einer rührenden Einweihungsfeier der Gedenktafel am 18. Juni 1816 die Rede, zitiert sie aus einem alten Zeitungsbericht von 1888.

„Wenn ihr Interesse an der Tafel habt, müsst ihr euch beeilen“, hatte der ehemalige Küster Wilhelm Bülhoff den Museumskräften geraten. „Sonst steht die Krippe wieder davor.“

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Holztafel hängt als Leihgabe der Kirche im Museum

Dass es sich um die Gedenktafel der Napoleonischen Befreiungskriege handelte, stand zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht fest. „Wir waren uns nicht sicher“, meinte Garritsen. Und auch Fertig-Möller traute dem Braten nicht.

Umso erfreuter war sie, als die Männer die schwere Holztafel vom Dachboden herunterholten und sich herausstellte, dass es sich um die Tafel aus dem alten Zeitungsbericht handelte. „Sie ist sehr gut erhalten“, stellt sie fest.

Die Tafel zeigt die Namen der Gefallen aus folgenden Kriegen

  • 1813 bis 1815: Befreiungskrieg in der napoleonischen Zeit
  • 1866: preußisch-österreichischer Krieg
  • 1870/71: deutsch-französischer Krieg

Die Namen der Gefallenen sind in Goldschrift aufgetragen. Ihren Ehrenplatz hat sie bereits erhalten: Als Leihgabe der Kirche hängt sie im Vorraum der Kasels im Museum.

 

Anmerkung: In einer vorherigen Version hatten wir einige der Kriege falsch benannt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Landwirtschaft in Werne
„Die lachen einen aus“: Betrüger prellen Kasse der Selbstbedienung auf Hof Schulze Blasum