Gefühlte Bus-Überfüllung?

WERNE „Naturgemäß“ sind Schulbusse im Winter voller als im Sommer. Doch sind sie häufig so überfüllt, dass Gefahr für Leib und Leben der Kinder droht? Diesen Eindruck hat jedenfalls Jörg Alberternst, der sich in einem Brief an die Geschäftsleitung der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) über die seiner Meinung nach unhaltbaren Zustände in VKU-Bussen beschwert. Sein Sohn sei nämlich bereits der Leidtragende gewesen.

von Von Rudolf Zicke

, 14.01.2008, 16:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Konkret schildert Alberternst einen Vorfall von 10. Januar. An diesem Tag wollte sein Sohn mit dem Bus R14 zum Schulzentrum im Lindert fahren. Am Busbahnhof habe der Junior den R14 verlassen müssen, um Realschülern an deren Endstation das Aussteigen zu ermöglichen.

Als der Junge und drei Klassenkameraden wieder einsteigen wollten, habe der Busfahrer flugs die Türen geschlossen und sei sofort los gefahren. Die Kinder mussten in Dunkelheit und Kälte zur Schule laufen, kamen selbstverständlich zu spät.

Als unverantwortlich bezeichnet der Vater das Verhalten des Busfahrers. Er fordert eine Entschuldigung, eine Fahrgastzählung zwischen sieben und acht Uhr sowie den Einsatz zusätzlicher Busse in Stoßzeiten. Es müsse doch wohl möglich sein, Fahrgäste unter zumutbaren und menschenwürdigen Bedingungen innerhalb von Werne zu transportieren. Und schließlich moniert Jörg Alberternst, hätten er und andere Eltern bei der VKU-Telefonhotline bislang kein Gehör gefunden.

Kinder mit Tornistern schaffen zusätzliche Enge

Zu dem konkreten Vorfall konnte sich Frank Severin, bei der VKU für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, nicht äußern, da der Beschwerdebrief gestern noch nicht eingetroffen war. Allerdings versicherte er, dass die VKU alles zur Kundenzufriedenheit leiste, was machbar sei.

Er gab aber auch zu bedenken, dass es erfahrungsgemäß eine „gefühlte Überfüllung“ eines Busses gebe – vor allem dann, wenn Kindern mit Tornistern auf dem Rücken den Bus nutzten. Tatsächlich aber, so Severin seien die VKU-Busse nie so stark ausgelastet, wie der Gesetzgeber erlaube, geschweige denn überfüllt. Auf jeden Fall werde die VKU die Beschwerde prüfen, versprach er.

Lesen Sie jetzt