Feuerwehr in Werne

Gegen Unfälle im toten Winkel: Feuerwehr in Werne bekommt neue Ausstattung

Die Feuerwehr in Werne bekommt neue Abbiegeassistenzsysteme. Diese sollen Unfälle im toten Winkel vermeiden und für mehr Sicherheit im Verkehr sorgen. Möglich ist die Anschaffung durch Fördergelder.
Oft muss es schnell gehen, wenn die Feuerwehr Werne im Einsatz ist. Der tote Winkel beim Abbiegen ist beim Lenken der Fahrzeuge eine große Herausforderung. Nun gibt es neue Assistenzsysteme für mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger. © Feuerwehr Werne

Wenn die Feuerwehr Werne zu einem Einsatz ausrücken muss, muss es schnell gehen. Die Verkehrssicherheit muss dennoch gewährleistet sein. Schwierige Situationen können entstehen, wenn die großen Fahrzeuge der Feuerwehr rechts abbiegen. Denn da ist die Gefahr, dass Fußgänger oder Radfahrer im toten Winkel übersehen werden. Um hier die Sicherheit zu fördern, haben sich die Verantwortlichen der Feuerwehr um Fördergelder für neue sogenannte Abbiegeassistenzsysteme beworben. Und die Stadt Werne hat den Zuschlag bekommen.

Die Feuerwehr erklärt die Problematik: Seit Jahren steigt die Zahl der Todesfälle von Radfahrern und Fußgängern, die von einem Lastwagen beim Rechtsabbiegen übersehen und getötet werden. Unfallursache ist hierbei zumeist: toter Winkel.

Als toter Winkel wird der trotz Rückspiegeln nicht einsehbare Bereich seitlich des Fahrzeugs beziehungsweise vor und dahinter bezeichnet. Aktuell sind bei modernen Lastkraftwagen insgesamt sechs Spiegel vorgeschrieben, um den toten Winkel zu reduzieren.

Stadt Werne bekommt Zusage für Fördermittel

Das Bundesamt für Güterverkehr fördert mit dem Programm „Abbiegeassistenzsysteme (AAS)“ den Einbau von Abbiegeassistenten für Bestandsfahrzeuge. Diese Förderung betrifft Nutzfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen, die unter anderem auch für gemeinnützige Tätigkeit angeschafft und betrieben werden.

Dies trifft auf die Großfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Werne zu. Die Freiwillige Feuerwehr Werne wurde auf das Förderprogramm des Bundes aufmerksam und es wurde durch die Verwaltung für acht Feuerwehrgroßfahrzeuge im Werner Stadtgebiet ein Förderantrag beim Bundesamt für Güterverkehr gestellt.

Abbiegemanöver der großen Einsatzfahrzeugen fordern im Innenstadtbereich etwa auf einer Einsatzfahrt sowie im normalen Verkehrsgeschehen vom Maschinisten die volle Aufmerksamkeit. Die Abbiegeassistenten wurden installiert, um die Einsatzkräfte bei der Fahrt der Feuerwehrfahrzeuge zu unterstützen.
Abbiegemanöver der großen Einsatzfahrzeugen fordern im Innenstadtbereich etwa auf einer Einsatzfahrt sowie im normalen Verkehrsgeschehen vom Maschinisten die volle Aufmerksamkeit. Die Abbiegeassistenten wurden installiert, um die Einsatzkräfte bei der Fahrt der Feuerwehrfahrzeuge zu unterstützen. © Feuerwehr Werne © Feuerwehr Werne

Die Stadt Werne hat die Zusage über in Summe 12.000 Euro (8 Fahrzeuge zu je 1.500 Euro) erhalten, teilt die Feuerwehr in Werne in einer Pressemitteilung mit. Als Randbedingungen ist die Förderung begrenzt auf jährlich zehn Maßnahmen je Unternehmen oder in diesem Fall der Kommune.

Die Förderung beinhaltet demnach eine Übernahme von 80 Prozent der Einzelkosten und ist gedeckelt auf maximal 1500 Euro je System. Nach der bestätigten Förderzusage durch den Bund muss die Maßnahme innerhalb von fünf Monaten umgesetzt sein, heißt es weiter. „Dies konnte mit einem lokalen Partner, der Firma Wüllhorst aus Selm, erfolgreich realisiert werden“, erklärt Tobias Tenk, Pressesprecher der Feuerwehr.

Gefahr wird visuell und akustisch signalisiert

Das verbaute System besteht aus drei aufeinander abgestimmten Komponenten.: Zum einen eine an der rechten Fahrzeugseite verbaute Radareinheit, die zuverlässig schwächere Verkehrsteilnehmer detektiert. Zudem gibt es ein im Inneren an der rechten A-Säule montierten Bildschirm. Dieser zeigt über die ebenfalls verbaute Kamera den nicht einsehbaren Bereich neben dem Fahrzeug. Der Bildschirm befindet sich direkt im Blickfeld des Fahrers oder der Fahrerin. Die dritte Komponente ist das Steuergerät, das unmittelbar die Gefahrensituationen erkennt und dies dem Fahrer oder der Fahrerin über eine LED visuell sowie akustisch signalisiert.

Eine an der rechten Fahrzeugseite verbaute Radareinheit, die zuverlässig schwächere Verkehrsteilnehmer detektiert.
Eine an der rechten Fahrzeugseite verbaute Radareinheit, die zuverlässig schwächere Verkehrsteilnehmer detektiert. © Feuerwehr Werne © Feuerwehr Werne

„Das System ist nicht permanent aktiv, sondern schaltet sich über die Fahrtrichtungsanzeiger bei einem Abbiegevorgang oder einer Person im Gefahrenbereich automatisch ein“, erklärt Tenk.

Er verdeutlicht noch einmal, dass Abbiegemanöver der großen Einsatzfahrzeugen im Innenstadtbereich auf einer Einsatzfahrt sowie im normalen Verkehrsgeschehen vom Maschinisten die volle Aufmerksamkeit fordern. „Die Abbiegeassistenten wurden installiert, um die Maschinisten bei der Fahrt der Feuerwehrfahrzeuge zu unterstützen und zuverlässig Fußgänger, Radfahrer und andere ungeschützte Verkehrsteilnehmer im Umfeld des Fahrzeugs zu schützen“, so Tenk weiter.

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