Die Förderrichtlinien für das Bundesprogramm fehlen, die Städte und Kommunen können die Gelder nicht abrufen - seit mehr als 6 Wochen. © picture alliance/dpa
Corona und Schulen

Geld für Corona-Nachhilfe: Stadt Werne kann Fördergelder nicht abrufen

Der Bund hat zwei Milliarden Euro freigegeben, um die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche abzufedern. Aber es gibt ein großes Problem beim Abrufen der Gelder.

Der Bund hat mit dem Programm „Aufholen nach Corona“ für Nachhilfe und Ferienprogramme zwei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, darunter ein Kinderfreizeitbonus von 100 Euro. Damit werden bestehende Bundesprogramme und -förderungen aufgestockt. Zu Letzteren gehören etwa die Frühen Hilfen. Der Kinderfreizeitbonus soll minderjährige Kinder und Jugendliche aus Familien mit kleinem Einkommen unterstützen und von den jeweiligen Trägern automatisch an die Leistungsberechtigten ausgezahlt werden.

Förderrichtlinien des Bundes für das Programm fehlen

Rund 1,3 Milliarden Euro dieses Programmes aber sollen laut Bundesministerium den Ländern „über Umsatzsteuer-Festbeträge für schulische Nachhilfe, für Kinder- und Jugendfreizeiten sowie für zusätzliche Sozialarbeit an Schulen und Freiwilligendienstleistende zur Verfügung gestellt“ werden. Allerdings wissen die meisten Kommunen noch gar nicht, wie sie an das Geld, das Anfang Mai freigeschaltet worden ist, kommen sollen.

Aus dem Jugend- und Schulamt in Werne heißt es, das Programm sei bekannt. Aber: „Bisher liegen der Stadt Werne allerdings keine konkreten Informationen zur Umsetzung des Programms in NRW vor“, so Schulamtsleiterin Kathrin Kötter. Man behalte die Entwicklungen im Auge. Allerdings haben die weiterführenden Schulen offenbar zurückgemeldet, keinen weiteren Bedarf an einem zusätzlichen Lernförderangebot zu haben. „Am AFG wird die Lernförderung bereits über das bewährte Projekt ‚Geld oder Stelle‘ umgesetzt“, so Kötter weiter. An der Marga-Spiegel-Schule (MSS) sei geplant, ab dem nächsten Schuljahr ein Kooperationsprojekt mit dem Chancenwerk e.V. durchzuführen.

OGS-Ferienbetreuung für alle möglich in diesem Jahr

In den ersten beiden Sommerferienwochen findet der Schulamtsleiterin zufolge in den Grundschulen ein zusätzliches Lernförderangebot statt. „Durch die OGS-Träger wird zusätzliches Personal eingestellt, welches 3 Stunden täglich ein Lernförderangebot durchführt. Die Auswahl der Schüler*innen erfolgt durch die Schulen. Schüler*innen mit und ohne OGS-Teilnahme können an dem Angebot teilnehmen. Die Finanzierung erfolgt durch den Schulträger.“

Durch die selbstorganisierte Durchführung der Lernförderung bestehe die Möglichkeit, dass die Kinder vor und nach der Lernförderung an der OGS-Ferienbetreuung teilnehmen können. „Die Teilnahme an der OGS-Ferienbetreuung ist in diesem Jahr auch für Kinder möglich, die nicht die OGS besuchen.“ In den letzten drei Sommerferienwochen biete die Jugendhilfe Werne ein Lernförderangebot für Grundschulkinder an.

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Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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