Gemeinde St. Christophorus verlegt Gottesdienste in die Freilichtbühne

Kirchen in Werne

Die Corona-Krise fordert weiteren Tribut. Auch die Stadtprozession in Werne fällt der Pandemie zum Opfer. Aber es gibt eine Art „Ersatz“ in der Freilichtbühne - und das wird keine Polonaise sein.

Werne

, 10.06.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ganz so voll wie hier bei einer Aufführung werden die Ränge in der Freilichtbühne in Werne diesmal sicher nicht - aber dennoch gibt es ein Publikum.

Ganz so voll wie hier bei einer Aufführung werden die Ränge in der Freilichtbühne in Werne diesmal sicher nicht - aber dennoch gibt es ein Publikum. © Lea Hölscher (Archiv)

Viel los ist in der Freilichtbühne in Werne coronabedingt derzeit nicht. Statt Schauspiel auf der Bühne gibt‘s aktuell lediglich vergangene Aufführungen im Livestream oder auch mal eine Online-Märchenlesung. Mehr ist nun mal nicht drin. Und dennoch wird es in der Naturbühne schon bald wieder ein „Publikum“ vor Ort geben. Die Gemeinde St. Christophorus lädt zunächst für Donnerstag (11. Juni) um 10 Uhr zum Fronleichnamsfest in die Freilichtbühne ein.

Am Sonntag (21. Juni) steht dann ebenfalls um 10 Uhr der Freiluftgottesdienst zur Stadtprozession auf dem Programm. Eine etwas andere Form der Premiere also - wenngleich die Naturbühne in der Vergangenheit schon mal Schauplatz der evangelischen und auch ökumenischen Gottesdienste war.

Traditionelle Stadtprozession in Werne fällt aus

„Wir wollen in diesem Jahr einen besonderen Akzent setzen - zumal eine übliche Prozession auch gar nicht möglich ist. Und in der Freilichtbühne ist genügend Platz für einen Festgottesdienst mit feierlichem Segen“, erklärt Pfarrdechant Jürgen Schäfer auf Anfrage unserer Redaktion. Außerdem sei im Prinzip schon alles dort, was man für so einen Gottesdienst unter besonderen Auflagen brauche: „Es ist ja ähnlich konstruiert wie eine Kirche - mit einer Bühnenanlage und Rängen. Da wird jeder, der möchte, einen Platz finden. Auch wenn man natürlich Abstand halten muss.“

Schäfer schätzt, dass in Corona-Zeiten allein auf den Rängen gut 200 Leute sitzen können - normalerweise wären es 1000. Hinzu kommt der Innenraum vor der Bühne, der ebenfalls bestuhlt werden soll. Platzanweiser sollen dafür sorgen, dass die Abstände eingehalten werden. Im Rahmen des Hygienekonzepts müssen außerdem alle Besucher eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Diese kann jedoch am Platz abgesetzt werden. Desinfektionsmittel stehen ebenfalls bereit.

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Auf eine traditionelle Prozession, bei der die Teilnehmer durch die Lippestadt ziehen, werden die Werner in diesem Jahr allerdings verzichten müssen. Wie bei einer Polonaise im Kreis durch die Freilichtbühne zu ziehen, ist auch keine Option. „Das wird es mit Sicherheit nicht geben“, sagt Schäfer mit einem Schmunzeln.

Schon zum Pfingstfest habe man bei St. Konrad und auf dem Kirchplatz gut besuchte Freiluftgottesdienste gefeiert. Nun freue man sich auf den neuen Schauplatz. Das gilt auch für Wernes Bürgermeister Lothar Christ. Der betont, er wolle sich „bei den Beteiligten der Freilichtbühne bedanken, welche uns eine Möglichkeit gibt, das vor fast 400 Jahren abgegebene Gelübde auch in Zeiten der Coronabeschränkungen zu erfüllen.“

Gelübde und Fahnenträger

  • Das Gelübde stammt aus dem 30-jährigen Krieg und drückt den Dank dafür aus, dass Werne zu Beginn des Krieges im Jahr 1622 vor Plünderung und Zerstörung bewahrt wurde.
  • Weil die Schützenvereine sowie die Fahnenabordnungen der weiteren Vereine als die traditionellen Träger der bürgerschaftlichen Gemeinschaft wichtiger Bestandteil der jährlich wiederkehrenden Stadtprozession sind, bittet die Stadt sie, am Freiluftgottesdienst am 21. Juni mit einer Fahnenabordnung teilzunehmen.
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