Gemobbte Lehrer

Werne «Lehrer-Mobbing gibt es an unserer Schule nicht», sind die drei Berufsschüler Patrick Dolata (17), Alexander Vogel (18) und Julian Bednaz (17) überzeugt.

15.06.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Von der Seite «Spickmich.de» im Internet hatten die Jugendlichen bis vor wenigen Tagen, nachdem sich das Schulministerium in unserer Zeitung hierzu geäußert hatte, nichts gehört. Es sei nur mal vorgekommen, dass ein Schüler aus ihrer Klasse mit seinem Handy einen Video-Clip im Unterricht gedreht habe. Der Film, auf dem Mitschüler und Lehrer zu erkennen waren, stand anschließend auf der Internetseite YouTube. «Just for fun», so die jungen Männer.

Doch die Schule sah darin die Persönlichkeitsrechte verletzt und zog Konsequenzen. Die Urheber wurden ausgemacht, Erziehungsberechtigte eingeschaltet und Gespräche geführt.

«Den Schülern wurde deutlich gemacht, dass sie unserer Schule damit schaden können», erklärte Schulleiter Helmut Gravert vom Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg auf Anfrage. Seitdem darf kein Fotoapparat und keine Videokamera mit in die Schule genommen werden und auch das Handy muss ausgeschaltet sein.

In der Konrad-Adenauer-Realschule finden sich einige Kollegen auf der Internetseite «Spickmich.de» wieder. Positiv wie negativ fielen hier die Bewertungen der Schüler aus. «Im engen Kreis werden wir uns darüber unterhalten müssen», sagt Schulleiterin Ursula Jahn-Gilles auf Anfrage. Sie überlegt, sich bei den Juristen der Bezirksregierung Rat zu holen.

«Es wird Zeit, dass sich die Regierung schützend vor ihre Beamten stellt», fordert der Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums, Lambert Stecher, das Schulministerium auf, hier tätig zu werden.

Auch im Gymnasium St. Christophorus hatten Schüler das Portal genutzt und ihren Lehrern Zeugnisnoten gegeben. Leider habe es Lehrer-Mobbing schon immer gegeben, sagt Schulleiter Dr. Jörgen Vogel: «Einmal musste eine Abi-Zeitung einkassiert werden», erinnert sich Vogel an eine Ausgabe, in der einem Lehrer übel mitgespielt worden sei. fel

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