Freiwillige Feuerwehr übernimmt im Gersteinwerk - Richtig glücklich ist darüber niemand

Gersteinwerk Stockum

Die Werkfeuerwehr des Gersteinwerks wird abgeschafft. Ab Januar 2020 übernimmt die Freiwillige Feuerwehr Werne. Doch es gibt Bedenken und Schwierigkeiten.

Werne, Stockum

, 17.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Freiwillige Feuerwehr übernimmt im Gersteinwerk - Richtig glücklich ist darüber niemand

Die Aufgaben der Gersteinwerk-Werkfeuerwehr gehen 2020 an die Freiwillige Feuerwehr Werne über. Peter Volmberg (im Auto, v.l.) und Guido Ernst übergeben dann an Thomas Temmann und Jörg Mehringskötter von der Freiwilligen Feuerwehr. © Mario Bartlewski

Es ist das Ende einer Ära. Die Werkfeuerwehr des Gersteinwerks stellt nach und nach den Betrieb ein und gibt die Verantwortung ab dem 1. Januar 2020 an die Freiwillige Feuerwehr Werne weiter.

„Das ist kein schöner Termin für mich“, sagt Guido Ernst, Brandoberinspektor und Leiter der Werkfeuerwehr, beim Gespräch am Montag. „Kein Feuerwehr-Chef schließt gerne seine Feuerwehr.“ Doch mit Stilllegung der Kohleblöcke wird auch Personal heruntergefahren und eine eigene Werkfeuerwehr ist nicht mehr stemmbar.

Feuerwehrchef: „Wir sind nicht super glücklich über diese Situation“

57 Mitarbeiter haben in Spitzenzeiten hauptamtlich und nebenberuflich bei der Werkfeuerfeuer gearbeitet und gut 200 Einsätze im Jahr erledigt. Nun soll die Zahl nach und nach auf elf Mitarbeiter heruntergefahren werden, denn die Freiwillige Feuerwehr übernimmt.

Freiwillige Feuerwehr übernimmt im Gersteinwerk - Richtig glücklich ist darüber niemand

Brandinspektor Guido Ernst zeigt, wo Schilder angebracht werden müssen. © Mario Bartlewski

„Wir sind auch nicht super glücklich über diese Situation“, sagt der Werner Feuerwehrchef Thomas Temmann. Das habe gleich zwei Gründe. „Einerseits tut uns das menschlich leid für die Kollegen, die wir schon seit Jahren kennen.“ Wie ein zusätzlicher Löschzug für Werne habe sich die Einheit angefühlt. Doch es gibt auch noch einen dienstlichen Grund für das Bedauern.

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„Mit dieser neuen Aufgabe müssen wir überlegen, wie es mit der ehrenamtlichen Arbeit weitergeht“, sagt Temmann. Zu 400 Einsätzen ist die Freiwillige Feuerwehr alleine 2019 in Werne ausgerückt. Durch die Übernahme der Aufgabe im Gersteinwerk rechnet Temmann mit vielen weiteren, die sein Team stemmen muss.

Das Problem: Das Gersteinwerk liegt in Stockum, doch tagsüber arbeiten nicht viele Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehr in Stockum. Der Löschzug in der Stadtmitte müsse also in den meisten Fällen alarmiert werden.

Freiwillige Feuerwehr könnte überlastet werden

Temmann spricht es so zwar nicht aus, doch deutet an: Eine Überlastung scheint nicht ausgeschlossen. Gerüstet ist man für den Einsatz trotzdem. Durch Übungen auf dem Gelände mit gut 4500 Brandmeldern habe man ein gutes Gefühl bekommen. Ein vergleichbares Areal gebe es nämlich nicht, was zu einer weiteren Schwierigkeit führt.

„Das größte Pfand unserer Werkfeuerwehr war die gute Ortskenntnis“, sagt Ernst. Was hinter welcher Tür stecke, habe man genau gewusst. Um den Übergang zu erleichtern, stehen 30 Kräfte der Werkfeuerwehr noch bis zum 30. Juni 2020 zur Unterstützung zur Verfügung.

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Damit bis zum Sommer 2020 auch wirklich alles funktioniert, sind noch letzte Arbeiten auf dem Gelände zu erledigen: Pläne aktualisieren und Hinweistafeln montieren.

„Dann kann die Freiwillige Feuerwehr das Gelände nach und nach erobern“, sagt Ernst. „Hoffentlich mehr bei Übungen als bei richtigen Einsätzen.“

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