Geschäftsführung: RVG hat nichts mit Mordanschlag auf Viehhändler zu tun

WERNE Große Sorgen macht sich die Raiffeisen-Viehvermarktung GmbH (RVG) Werne um ihren guten Ruf. Der Grund: Der mutmaßliche Auftraggeber des Mordanschlags auf den Südkirchener Viehhändler Albert Venneker saß in der Führungsetage der RVG.

von Von Rudolf Zicke

, 06.03.2009, 21:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Geschäftsführung: RVG hat nichts mit Mordanschlag auf Viehhändler zu tun

Martin Wesselmann ist besorgt um den Ruf der RVG.

Lothar G. sei wegen der staatsanwaltlichen Ermittlungen bis auf Weiteres von seinen Aufgaben freigestellt worden, teilten die RVG-Geschäftsführer Georg Krieter und Martin Wesselmann allen Mitgliedern und Geschäftspartnern schriftlich mit.

"Die RVG hat aber mit den ganzen Vorgängen um den Mordversuch absolut nichts zu tun", versicherte Martin Wesselmann auf Anfrage unserer Zeitung; deshalb ermittle die Staatsanwaltschaft gegen Lothar G. als Privatperson.

Heftige Konkurrenz zwischen mutmaßlichem Auftraggeber und Venneker Der Verdächtige war bis zu seiner Suspendierung am Donnerstag zweiter Geschäftsführer einer 100-prozentigen RVG-Tochtergesellschaft mit Sitz in Ennigerloh; erster Geschäftsführer ist Martin Wesselmann selbst.

Der mutmaßliche Anstifter des Mordversuchs, erklärte Wesselmann, sei einst Inhaber dieser Firma gewesen und habe damals heftigste Konkurrenzkämpfe mit Venneker ausgefochten. Der Südkirchener Viehhändler habe vor Jahren auch versucht, den Wettbewerber aus Ennigerloh zu übernehmen, was allerdings nicht gelungen sei.Tat hat nichts mit aktuellen Geschäften zu tun

Zum 1. Oktober 2007 sei schließlich die Raiffeisen-Viehvermarktung GmbH - die frühere Viehverwertungsgenossenschaft Werne e.G. - bei der Firma in Ennigerloh eingestiegen.

Wenn sich der Verdacht tatsächlich erhärten sollte, dass Lothar G. sich an Venneker rächen wollte, dann könne dies nur aus den "alten Geschichten" herrühren, also aus der Zeit der Konkurrenzkämpfe zwischen Venneker und G. vor dem Einstieg der RVG, ist sich Martin Wesselmann völlig sicher.

Die aktuellen Geschäfte der RVG und der Tochterfirma in Ennigerloh könnten den Verdächtigen auf keinen Fall zu einer solchen Tat veranlasst haben. Martin Wesselmann hofft nun, dass die Geschäftspartner dies genauso sehen und will sie, das hat er ihnen ebenfalls geschrieben, bei neuen Erkenntnissen umgehend informieren.

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