Gezielter Angriff auf Werder-Fans

Überfall

Die Werder-Bremen-Fans sind bei ihrer Rast in Werne offenbar Opfer einer gezielten Attacke mit Schlagstöcken und Pfefferspray geworden. Das lassen die Aussagen der Zeugen vermuten.

WERNE

von Von Jörg Heckenkamp

, 31.10.2011, 15:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gezielter Angriff auf Werder-Fans

„Einige Werder-Fans gaben zu Protokoll“, so Ute Hellmann von der Pressestelle der Kreispolizei Unna, „dass die Angreifer in sechs oder sieben Autos vom hinteren Teil des Parkplatz am Autohof herangefahren seien“. Dabei soll es sich dem Vernehmen nach um BVB-Anhänger gehandelt haben. Nach jetzigem Ermittlungsstand verlief die Prügelei etwa so: Gegen Mitternacht machten zwei Busse mit Werder Bremen-Anhängern Rast auf dem Autohof an der Nordlippestraße. Die Grün-Weißen waren auf dem Rückweg vom Auswärtssieg ihres Teams in Mainz (1:3).

Die Reisebusse parkten zwischen der Total-Tankstelle und McDonald. Ca. 100 Werder-Fans waren in und an den Bussen, als sich die besagten sechs oder sieben Autos mit mutmaßlichen BVB-Fans von hinten genähert hätten. Es kam zu Auseinandersetzungen, bei der die Angreifer Knüppel und Pfefferspray einsetzten. Bei den Attacken ging zunächst eine Scheibe an der Tankstelle kaputt. Dann verlagerte sich das Geschehen in Richtung Fastfood-Restaurant. Auch dort gab es erhebliche Sachschäden. Die Polizeisprecherin listet auf: „Zu Bruch gingen elf Stühle, drei Keksdosen, Tabletts und anderes.“ Den Sachschaden beziffern die Beamten auf rund 5000 Euro. Außerdem erlitt ein Bremer einen Kreislaufkollaps, von dem er sich aber wieder erholt hat.

Vor Eintreffen der Polizei waren die Täter wieder verschwunden. Die Polizei nahm 98 Personalien der Zeugen auf, die sie zur weiteren Bearbeitung zur Polizei in Bremen weiterleiten will. Dort wussten die Beamten am Montagmittag aber noch nichts von dem Vorgang. Folglich konnten sie auch noch nicht klären, ob es sich bei den Werder-Schlachtenbummlern um so genannte Ultras- oder ganz normale Fans handelte. Für die Version eines gezielten Überfalls könnte auch die Aussage eines der Busfahrer sprechen. Denn er sagte gegenüber der Polizei aus, dass ihm schon seit dem Start in Mainz zwei Autos aufgefallen waren, die die Busse verfolgt, sogar einige Male geschnitten hätten.

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