Glosse: Ein Leben am Limit mit 5 Rollen Klopapier?

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Irgendwie kaufen alle grad massig Klopapier. Oder Nudeln. Oder beides. Zumindest, bis die Supermärkte es beschränken. Ist jetzt was falsch mit mir, weil es mir nicht so geht?

Werne

, 22.03.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das letzte Mal, dass ich mit einer Packung Klopapier über die Straße spaziert bin, ist über einen Monat her. In der Zwischenzeit habe ich sogar meine Arbeitsstelle gewechselt. Das letzte, was mir in diesen Wochen in den Sinn gekommen ist, war Klopapier.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich habe es wirklich versucht: Ich stand im Supermarkt in der Nähe meiner Wohnung, Auge in Auge mit dem letzten Klopapier des Ladens. Recyclingrollen - warum will die eigentlich nie jemand außer mir haben?

Ich habe mich angestrengt, bin in mich gegangen und habe mich gefragt, ob ich ein Paket nehmen und aufs Kassenband werfen sollte. Aber nicht eine Faser in meinem Körper war im Panikmodus. Nicht eine hat mir gesagt: Kauf das, sonst war‘s das. Offenbar bin ich ein Anti-Lemming, der einzige, der in ruhiger Gewissheit den Supermarkt ohne Klopapier verlässt, während sich irgendwo in Deutschland gerade jemand mit einem gebeutelten Kassierer um fünf Packungen prügelt.

Ich habe sogar meine Schwester gefragt, ob ich mir Klopapier kaufen sollte. Als sie mir jedoch entgegnete, ob das jetzt gerade wirklich sein müsse, wo jeder Klopapier-Käufer gerade mit Adleraugen begutachtet wird, war das für mich schnell erledigt.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal über Klopapier schreibe. Aber jetzt ist es doch passiert. Ich bin tiefenentspannt. Für andere ein Leben am Limit. Für mich die ruhige Gewissheit, dass ich auch mit meinen restlichen 5 Rollen noch lange durchhalte.

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