Gymnasiasten lernen und leben vier Wochen in chinesischen Gastfamilien

WERNE Fremdes Land, fremde Sprache, fremde Kultur: Acht Schüler des Gymnasiums St. Christophorus nehmen die Herausforderung an und verbringen vier Wochen in der chinesischen Provinz. Doch wie funktioniert die Verständigung?

von Von Daniel Claeßen

, 31.03.2009, 07:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gymnasiasten lernen und leben vier Wochen in chinesischen Gastfamilien

Vom Christophorus-Gymnasium nehmen teil (v. links): Falko Schumpich, Kevin Polk, Christina Schweiger, Niels Pollmann, Marleen Angelkort, Julia Blaschke, Vivian Hett und Felix Gerlach.

Am Wochenende heben die Flieger ab. Ihre Ziele: Die Städte Dali und Guilin in Südchina. Von dort geht es weiter in nahe Bauerndörfer, wo die Elftklässler bei Gastfamilien leben und ihnen tatkräftig zur Hand gehen werden: Wiederaufforstung von Wäldern steht ebenso auf dem Programm wie der Einkauf für das tägliche Essen auf dem Markt. Auch werden sie in Grundschulen den Kindern Englisch beibringen oder lokale Politiker in örtlichen Behörden treffen.Kommunikation mit Händen und Füßen

Für den Notfall steht ihnen zwar ein Dolmetscher zur Verfügung. "Doch im Wesentlichen sollen die Schüler selbstständig handeln und kommunizieren - zur Not mit Händen und Füßen", erklärt Matti Spiecker von der Stiftung "Welt: Klasse", die das Konzept entwickelt hat. "In Seminaren haben sich die Jugendlichen vorbereitet", so Spiecker. "Der eigentliche Lerneffekt entsteht jedoch erst vor Ort."

Denn das ist das Ziel des Aufenthaltes: Fremde Kulturen kennen und verstehen lernen, selbstständiges Handeln fördern und die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln. Ein Konzept, das den Schulleiter Dr. Jörgen Vogel sofort überzeugt hat: "Viele der Stiftungsziele stimmen mit den Zielen unserer Schule überein." Gerade in Zeiten der Globalisierung seien derartige Erfahrungen oft unbezahlbar: "Deshalb war es uns wichtig, dass dieses Projekt unabhängig von irgendwelchen finanziellen Voraussetzungen stattfinden kann."Ruhr Nachrichten fördern China-Projekt

Die Suche nach Sponsoren war dann auch schnell erledigt: Peter Pohlmann, Gründer der Möbelhaus-Kette Poco, die Böcker GmbH und die Volksbank Kamen-Werne unterstützen die Schüler. "Solche Chancen sind ein großes Privileg", begründete Pohlmann sein Engagement. "Ich denke, dass diese Erfahrung das Leben der Schüler verändern wird."

Neben Baby One, dem Autohaus Schmidt und der Firma Höttcke-Holz fördern auch die Ruhr Nachrichten das Projekt. "Eine solche Medienpartnerschaft kommt uns sehr gelegen", freute sich Matti Spiecker über die Zusammenarbeit. Denn die Schüler sollen ihre Erlebnisse vor Ort in Wort und Bild dokumentieren, um ihre Erfahrungen weitergeben zu können. "Und zwar nicht nur an ihre Mitschüler, sondern auch an die Bürger der Stadt Werne", so Dr. Vogel.

Deshalb werden zwei Schüler aus der Gruppe regelmäßig in den Ruhr Nachrichten über ihre Arbeit in der chinesischen Provinz berichten.

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