Hallenbad muss neu geplant werden

Interview mit Bürgermeister

Das Hallenbad soll neu gebaut werden - nur wann und wie steht noch lange nicht fest. Die ursprüngliche Planung ist bereits über den Haufen geworfen, weil die Wirtschaftlichkeits-Berechnung neu aufgestellt werden muss. Die wiederum ist maßgeblich für den Haushalt und die Vermeidung einer Haushaltssicherung.

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von Von Daniel Claeßen

, 07.03.2012, 07:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Vielleicht ist es notwendig, konzeptionell völlig neu an das Bad heranzugehen", so Bürgermeister Lothar Christ.

"Vielleicht ist es notwendig, konzeptionell völlig neu an das Bad heranzugehen", so Bürgermeister Lothar Christ.

Weil sich ein solcher Neubau massiv auf die weitere Finanzplanung auswirken würde. Wir sind noch nicht so weit, als dass wir abschätzen könnten, wie viel Geld wir genau brauchen – und wie viel wir uns leisten können.

Das haben wir auch gesagt, doch die genaue Summe war ebenso unklar, wie die sich aus der Maßnahme ergebenden indirekten Wirkungen. Deshalb hat es ja die Workshop-Gespräche gegeben, wo wir uns gefragt haben: Was muss zwingend ins neue Bad? Was haben wir außerdem für Notwendigkeiten? Welche Folgewirkungen (Schuldendienst, Betriebskostensenkungen, Erträge etc.) ergeben sich? Das sind wichtige Grundlagen für eine echte Wirtschaftlichkeits-Berechnung.

Der Kämmerer hat vorgegeben, dass vor solch großen Investitionsentscheidungen geprüft wird, was das Ganze für den städtischen Haushalt in einem längeren Zeitraum bedeutet. Eine Einstellung, die ich übrigens vollkommen unterstütze.

Wenn wir den Haushalt für 2012 erstellen, müssen wir nicht nur die Zahlen für das aktuelle Jahr, sondern auch die mittelfristige Finanzplanung darlegen. Das heißt, die städtische Finanzlage der kommenden drei Jahre – also in diesem Fall bis 2015 – muss dargestellt sein. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung soll sich auf einen Zehn-Jahre-Zeitraum erstrecken.

Würden wir sagen: „Wir bauen jetzt für zehn Millionen Euro“, dann wären höhere Entnahmen aus der Allgemeinen Rücklage unvermeidlich. Damit würden wir zwangsläufig zur Haushaltssicherungskommune. Deshalb kommen auch die Fraktionen zu der Erkenntnis, dass ein Neubau 2012 nicht darstellbar ist.

Ausgehend von einer Wirtschaftlichkeits-Berechnung, mit der nun das Ingenieur-Büro Constrata beauftragt wird, benötigen wir kreative Ansätze für die baulichen Veränderungen. Welche Bausteine verschlechtern die Erfolgsrechnung und welche können sie verbessern. Als Grundlage dienen dazu die Ergebnisse der Workshop-Gespräche. Generell ist sicher ein Umdenken erforderlich – worauf können wir verzichten? Und was führt zu mehr Besuchern und mehr Wirtschaftlichkeit?

Constrata wird für jeden einzelnen Baustein eine Berechnung vornehmen, so dass wir schließlich „unser“ Bad zusammensetzen können. Natürlich gibt es Dinge, die es unbedingt braucht – zum Beispiel Barrierefreiheit oder einen Übergang zwischen den drei Bereichen Frei-, Hallenbad und Sauna. Wenn jemand nur das Hallenbad benutzt, muss er ja nicht für alle anderen Bereiche mitzahlen. Das ist momentan nicht möglich, weil entsprechende Übergänge das nicht zulassen. Eine Rutsche führt meines Erachtens zu einer erheblichen Attraktivierung und ist somit sicherlich Bestandteil des zu erarbeitenden Bauprogramms.

Ich will es mal so sagen: Ich bin sicher, dass das Bad 1988 keiner Wirtschaftlichkeitsberechnung standgehalten hätte.

Würden wir das Bad sanieren, kämen auf uns hohe jährliche Kosten zu. Auf lange Sicht gesehen wäre da nichts gewonnen, weshalb ein Neubau sicher die bessere Lösung ist.

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