Hansen Diel (72) läuft Halbmarathon allein - für den guten Zweck und Werne

mlzNach Herzinfarkt beim Stadtlauf 2016

Erstmals nach seinem Herzinfarkt beim Werner Stadtlauf 2016 hat Hans-Werner Diel (72) wieder einen Halbmarathon geschafft. Dieses Mal ist er allein gelaufen und für eine Spende für den TV Werne.

Werne

, 13.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stolz und mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen hält Hans-Werner Diel seine Startnummer und die Urkunde in den Händen. Der 72-Jährige hat den virtuellen Halbmarathon am Samstag, 6. Juni, geschafft.

Dass der einstige Ultraläufer die 21,1 Kilometer absolviert hat, ist alles andere als selbstverständlich. Hans-Werner Diel hatte nach seinem Herzinfarkt beim Werner Stadtlauf 2016 Angst vor dem Joggen.

Unterstützung der Volksbank Kamen-Werne

Nun hat er doch wieder die Laufschuhe geschnürt und sich gleich für eine Halbmarathon-Distanz angemeldet. Dieses Mal ist er allein und für den guten Zweck gelaufen. Für seinen ersten Halbmarathon unterstützte ihn die Volksbank Kamen-Werne, die seit zehn Jahren als Sponsor des Werner Stadtlaufs agiert.

„Wir sind sehr froh, dass es Herrn Diel heute wieder gut geht. Wir haben uns damals große Sorgen gemacht“, sagt Philipp Gärtner, Pressesprecher der Volksbank Kamen-Werne.

Zusätzliche Motivation für Hans-Werner Diel

Deshalb war schnell klar, dass das Kreditinstitut die Idee von Hans-Werner Diel unterstützt. 500 Euro zahlt die Volksbank, wenn Diel den Lauf schafft. Und er hat es geschafft. „Über die Zeit reden wir lieber nicht“, sagt Diel etwas selbstkritisch. Auch wenn er seine Bestzeit deutlich überschritten hat, ist er dankbar über das Erreichte.

Mit der versprochenen Finanzspritze hat die Volksbank ihm eine zusätzliche Motivation geschaffen. „Aber ein bisschen Druck war auch da“, erzählt der 72-Jährige. „Den wollten wir Ihnen auch geben“, sagt Philipp Gärtner mit einem Schmunzeln. „Aber sie hätten den Lauf sowieso gemacht.“

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Nachdem er 2016 einen Herzinfarkt beim Werner Stadtlauf erlitten hat, hatte der Waltroper lange Angst, zu joggen. Doch dieses Trauma hatte er Jahre später endlich überwunden. Dabei half ihm das emotionale Treffen mit seinen Lebensrettern Ende Februar 2020 in Werne, wie er selbst sagt.

Anfang April konnte Hans-Werner Diel, den viele nur Hansen Diel nennen, zum ersten Mal wieder laufen gehen. Und nur zwei weitere Monate später absolvierte er seinen ersten Halbmarathon. Er meldete sich für den virtuellen Lauf „Reinnsteigläufer@home“ an.

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In Waltrop drehte er am Samstag, 6. Juni, seine Runden, um auf die Halbmarathon-Strecke von gut 21 Kilometern zu kommen. Im provisorisch aufgebauten Ziel wartete seine Frau, um den Lauf mit einem Foto festzuhalten.

„Ich hatte überhaupt keine Probleme. Nur im linken Bein habe ich meinen Ischiasnerv gespürt. Irgendwann meldet sich der Körper. Dieses Mal hat sich der Körper sehr früh gemeldet, weil ich es auch sehr ambitioniert angegangen bin“, erzählt der langjährige Ultramarathon-Läufer.

Für einen Defibrillator für den TV Werne

Auch die Angst spielte eine Rolle, wie er zugibt. Doch die Motivation, gerade allein einen Spendenlauf zu veranstalten, trug ihn weiter. In Gedanken war er auch immer wieder beim Werner Stadtlauf.

Denn am selben Tag sollte dieser eigentlich auch wieder stattfinden. Doch die Laufveranstaltung mussten die Veranstalter des TV Werne absagen. Einer lief aber doch für den TV Werne: Hans-Werner Diel.

Hans-Werner Diel (l.) und Philipp Gärtner (r.), Pressesprecher der Volksbank Kamen-Werne, übergeben den Scheck über 500 Euro an Dirk Böhle (M.) aus der Leichtathletikabteilung des TV Werne.

Hans-Werner Diel (l.) und Philipp Gärtner (r.), Pressesprecher der Volksbank Kamen-Werne, übergeben den Scheck über 500 Euro an Dirk Böhle aus der Leichtathletikabteilung des TV Werne. © Andrea Wellerdiek

Die Spende von 500 Euro geht an den Verein. Es soll als Finanzspritze zur Anschaffung eines Defibrillators dienen, der etwa 1500 bis 2000 Euro kostet. „Bisher leihen wir uns immer von der Stadtverwaltung einen Defibrillator. Wir brauchen einen solchen Notfallretter aber nicht nur für den Werner Stadtlauf“, erklärt Dirk Böhle aus der Leichtathletikabteilung des TV Werne.

Bei der Laufveranstaltung sind stets Sanitäter und Ärzte für den Notfall vor Ort. Genau diesen Notfall hat es 2016 gegeben. „Ein Defibrillator hat dazu beigetragen, mein Leben zu retten. Deswegen ist so ein Gerät auch sehr gut beim TV Werne aufgehoben“, sagt Hans-Werner Diel. Er hat mit seinem ersten Halbmarathon für das Startkapital gesorgt.

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Weitere Spenden sind möglich auf das Konto des TV Werne, Sparkasse an der Lippe, IBAN DE06441523700000070425. Bitte den Verwendungszweck „Defi Stadtlauf“ verwenden. Hans-Werner Diel spendiert außerdem an die ersten fünf Spender ein Exemplar seines Buches „Jimmy Blue und der Lauf um mein Leben“.
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