Frank Gründken (M.) hoffte am Sonntag (13. Dezember), dass die neue NRW-Coronaschutzverordnung in den kommenden Tagen eintrifft. © Archivfoto Jörg Heckenkamp
Coronavirus in Werne

Harter Lockdown beschlossen: Stadt Werne äußert sich zu neuen Regeln

Ab Mittwoch (16. Dezember) tritt der erweiterte Lockdown in ganz Deutschland in Kraft. Das Ordnungsamt der Stadt Werne und Bürgermeister Lothar Christ hatten sich am Wochenende bereit gehalten.

Jetzt steht fest, was über das Wochenende durchsickerte: Ab Mittwoch (16. Dezember) tritt ein erweiterter, einheitlicher Lockdown in ganz Deutschland in Kraft. Der Einzelhandel außerhalb des täglichen Bedarfs muss schließen, ebenso Friseursalons und Baumärkte – bis vorläufig zum 10. Januar. Gastronomien bleiben weiterhin geschlossen, Abhol- und Lieferservice bleibt weiter möglich. Um den von Schließungen betroffenen Betrieben zu helfen, soll es umfangreiche Wirtschaftshilfen und -maßnahmen geben.

Die Schulen werden ab Mittwoch grundsätzlich geschlossen oder die Präsenzpflicht ausgesetzt. Das Werner Schulamt hatte dazu noch am Freitagabend erklärt, welche Regeln ab Montag (13. Dezember) gelten und unter welchen Bedingungen die Schüler weiter beschult werden. Kitas sollen laut NRW-Ministerpräsident Armin Laschet geöffnet bleiben.

Allerdings, so die Bitte von Bund und Ländern: Kinder sollen soweit möglich zu Hause betreut werden. Arbeitgeber werden aufgefordert, ihren Mitarbeitern weitreichende Home-Office-Lösungen möglich zu machen.

An Weihnachten können sich maximal 10 Personen treffen

Was die Kontaktbeschränkungen angeht: Es dürfen sich weiterhin nur maximal 5 Personen aus zwei Haushalten treffen. Von dieser Regeln gibt es vom 24. bis einschließlich 26. Dezember eine Ausnahme: An den Weihnachtsfeiertagen dürfen über den eigenen Hausstand noch vier weitere Personen bis maximal 10 Personen dazu kommen – allerdings nur aus der geraden Linie, also Geschwister, Eltern oder Großeltern. Anders als bisher kommuniziert wird das Übernachten von Familienangehörigen in Hotels nun doch verboten. Kontrollen im Privaten werde es weiterhin nicht geben.

Auch der Verkauf von Pyrotechnik ist verboten. Die Begründung: Man wolle die Krankenhäuser an Silvester nicht noch durch Verletzte durch Böller und Silvesterfeuerwerk belasten, so der bayrische Ministerpräsident Markus Söder. Gottesdienste werden erlaubt sein, aber unter erheblichen Einschränkungen: Maskenpflicht, 1,5 Meter Abstand, Singen ist verboten.

Was das für Werne im Einzelnen bedeutet, hängt nun vorrangig von der Coronaschutzverordnung des Landes NRW ab, erklärt Ordnungsdezernent Frank Gründken am Sonntagmittag. „Die Maßnahmen sehen wir jetzt alle, aber wie es in NRW konkret aussieht, dafür brauchen wir die Coronaschutzverordnung.“ In der Vergangenheit habe man oft die Erfahrung gemacht, dass die dann anders aussah, als vorab auf Bundesebene angekündigt. „Die Schutzverordnung wird jetzt erstellt und wir werden die hoffentlich vor Dienstagabend 23.59 Uhr bekommen.“

Ordnungsamt und Bürgermeister hatten sich bereit gehalten

Dann werde die Stadt die Verordnung gemeinsam mit dem Kreis Unna und den weiteren Kreisstädten beraten. Vertreter der Stadt hatten sich am Wochenende bereit gehalten, um im Bedarfsfall am Samstag oder Sonntag zusammenzukommen.

Doch mit den jetzt beschlossenen Regeln sei das nicht nötig geworden, erklärte Frank Gründken nach einem Telefonat mit Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens und Bürgermeister Lothar Christ. Dass die neuen Regeln ab Mittwoch greifen, gebe der Stadt nun Zeit, sich in den kommenden zwei Tagen mit der Umsetzung auseinanderzusetzen, so Gründken.

Übergeordnetes Ziel der Maßnahmen ist laut Bundeskanzlerin Angela Merkel, die 7-Tages-Inzidenz (Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen gerechnet auf 100.000 Einwohner) wieder mindestens unter den Wert von 50 zu bekommen. Damit soll eine Kontaktverfolgung wieder möglich werden. Gelingt das nicht bis zum 10. Januar, müssen sich die Bürger auf einen anhaltenden Lockdown einstellen.

„Wir haben in der Regierung geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“, so Vizekanzler Olaf Scholz. Die einheitlichen Regeln seien für viele sicherlich eine Erleichterung, so Markus Söder. „Für uns ist es nicht leicht, das zu tun. Wir tun das nicht, weil wir es wollen, sondern weil wir es müssen.“

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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