"Hauptsache, die Kurse finden weiter statt"

Wassergymnastik im Solebad

Mitte April hatte sich das Werner Solebad in die zweijährige Umbaupause verabschiedet. Dienstags und mittwochs öffnet es seine Tür dennoch. 140 Mitglieder des Behinderten- und Rehasportvereins (BRS) kommen dann, um an einem der gefragten Wassergymnastikkurse teilzunehmen. Wir waren mit Video- und Fotokamera dabei.

Werne

, 31.07.2015, 05:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ob zu Schlager oder Popsongs: Die Teilnehmer tanzen zur Musik - aber im Wasser.

Ob zu Schlager oder Popsongs: Die Teilnehmer tanzen zur Musik - aber im Wasser.

Udo Schemkämper aus Südkirchen hat Schmerzen: die Hüfte, ein chronisches Leiden. „Fahr‘ doch nach Werne ins Solebad“, hatte ihm ein Bekannter geraten. „Ich dachte, der nimmt mich auf den Arm“, sagt der Rentner. Das Bad sei doch seit April geschlossen. Schemkämper lacht. Während er das erzählt, steht er bis zur Brust im 30 Grad warmen Wasser und hüpft auf und ab.

Solebecken ohne Sole

„Das tut einfach gut“, sagt Schemkämper und strahlt. Er hat gerade seine erste Wassergymnastikstunde im Solebecken des Werner Hallenbads absolviert – nur ohne Sole. Seit dem Ende des öffentlichen Badbetriebs stehen Sport- und Solebecken zwar noch für den Vereins- und Schulsport offen, aber sie sind nur mit dem günstigeren Süßwasser befüllt.

FOTOSTRECKE
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Trotz Schließung: Wassergymnastik im Solebad

30.07.2015
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Hoch die Arme!© Foto: Sylvia vom Hofe
Oft machen die Teilnehmer schon seit vielen Jahren mit.© Foto: Sylvia vom Hofe
Udo Schemkämper freut sich, den Kontakt zum BRS (Behinderten- und Rehasportverein) gefunden zu haben.© Foto: Sylvia vom Hofe
Reinhold Czub ist begeistertes Mitglied der Aquafitness-Gruppe.© Foto: Sylvia vom Hofe
Hauptsache, dass Wasser ist warm genug. Und das Bad ist überhaupt noch offen. So verschmerzen es die Teilnehmer, dass keine Sole mehr im Becken ist.© Foto: Sylvia vom Hofe
Ob Mann oder Frau, jung oder schon etwas älter: An der Wassergymnastik nehmen alle gerne teil. Aber auch die anderen Angebote des Behinderten- und Rehasportvereins richten sich an alle.© Foto: Sylvia vom Hofe
So macht Gesndheitsvorsorge Spaß.© Foto: Sylvia vom Hofe
Ulla Schwickert lässt die Teilnehmer ordentlich springen.© Foto: Sylvia vom Hofe
Sorgen dafür, dass das Programm des Behinderten- und Rehasportvereins immer abwechslungsreich ist (v. l.) Aquagymnastik-Kursleiterin Marion Lohrsträter, BRS-Geschäftsführerin Ute Schöler, Vorsitzende Gabriele Rinschede und Sportwartin Ulla Schwickert.© Foto: Sylvia vom Hofe
Wilhelm Völker kennt das Werner Solebad noch als Kind. Inzwischen ist in das Solebecken Süßwasser gefüllt.© Foto: Sylvia vom Hofe
Dennis Fehn (25) nutzt auch als junger Mensch das Angebot des Behinderten- und Rehasportvereins sehr gerne.© Foto: Sylvia vom Hofe
Immer im Takt!© Foto: Sylvia vom Hofe
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Nach und nach steigen 14 andere Kursteilnehmer aus dem wabenförmige Becken. Sie nicken zustimmend, als sie Schemkämper hören. „Sicher, im Salzwasser fielen die Übungen viel leichter“, meint Margret Wittenbrink, die schon seit fast zehn Jahren mitmacht. „Gerade Nichtschwimmer wie ich spüren das“. Aber die Hauptsache sei doch, dass die Kurse weiter stattfinden könnten in der Übergangszeit bis zur Öffnung des neuen Bades.“

Hoffnung, dass es keine Schäden gibt

„Voraussichtlich bis März 2017, diese Angabe ist ohne Gewähr, da sich das Bad in der Bauphase befindet“, steht auf dem Faltblatt des Behinderten- und Rehasportvereins (BRS). Geschäftsführerin Ute Schöler hat es vor sich liegen, auf einem Tisch im ehemaligen Café Sole. Sie tippt auf diese Passage: „Dass das auch so bleibt und nicht etwa irgendein Schaden auftritt, kann ich nur hoffen“ – für die Mitglieder und für sie selbst. „Ich bin im Dienstagskurs“, sagt sie, „als ganz normale Teilnehmerin“.

So war Ute Schöler zum Verein gekommen – als Patientin. Wegen einer schlecht heilenden Knieverletzung beim Handball hatte sie eine ärztliche Verordnung für Wassergymnastik bekommen. „Das half mir.“ Und es machte Spaß – so viel, dass sie und ihre Freundin Gabriele Rinschede, die sie gleich mitgebracht hatte, blieben und Verantwortung im Verein übernahmen: Schöler als Geschäftsführerin, Rinschede als Vorsitzende. Ihr Ziel, gemeinsam mit Kornelia Löffler, der stellvertretenden Vorsitzenden: Den Verein weiter öffnen – für alle Generationen.

„Wasserkurse sind voll“

Bei der Wassergymnastik ist die Grenze des Wachstums inzwischen erreicht. Weil kein Schwimmmeister mehr im Haus ist, wenn die BRS-Kurse stattfinden, stünden die Mitarbeiter des Vereins in einer besonderen Verantwortung. „Mehr geht da nicht mehr“, sagt Ute Schöler. Udo Schemkämper, der inzwischen in der Umkleidekabine verschwunden ist, hatte einen der letzten Plätze ergattert.

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