Hausbewohner vertreibt Einbrecher mit Mistgabel

Täter beobachtet

Mit einer Mistgabel hat ein 38-Jähriger aus Stockum am Donnerstagabend einen Einbrecher vertrieben, der in sein Haus an der Claudiusstraße eingestiegen war. Der Täter wurde dabei verletzt. Der Hausbewohner hatte den Mann und seinen Komplizen zuvor minutenlang dabei beobachtet, wie sie versuchten, in das Einfamilienhaus einzubrechen - und es schließlich gelang.

STOCKUM

, 15.01.2016, 11:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine furchteinflössende Situation: Der 38-jährige Mann aus Stockum hat am frühen Donnerstagabend gegen 17.30 Uhr einen Fremden vor seinem Küchenfenster gesehen. Gleichzeitig bemerkte er, wie eine weitere Person drauf und dran war, ein Fenster in einem anderen Raum aufzuhebeln. Der 38-Jährige rief die Polizei.

Um sich verteidigen zu können, holte der Mann eine Mistgabel aus der Garage und behielt den hebelnden Täter am Fenster im Blick. Dem gelang es schließlich tatsächlich, dass komplette Fenster nach innen zu drücken. Er stieg in das Haus ein.

Blutspuren am Tatort

Der 38-Jährige brachte daraufhin seine Mistgabel zum Einsatz und verscheuchte den Einbrecher. Der wurde dabei wahrscheinlich verletzt, die Spurensicherung fand Blut am Tatort. Die Polizei, die kurz darauf an der Claudiusstraße eintraf, konnte die Täter nicht mehr fassen. Ein Spürhund verfolgte die Fährte der Einbrecher, die sich jedoch im nahe gelegenen Fichtenweg verlor. 

Laut einer Sprecherin der Polizei im Kreis Unna hat der 38-jährige Hausbewohner grundsätzlich richtig gehandelt. "Er hat sofort die Polizei gerufen und darauf hingewiesen, dass sich die Täter noch vor Ort befinden." Auch, dass er kein Licht angemacht hat, sei richtig gewesen. "Zu seinem eigenen Schutz", so die Sprecherin. Zudem sei die Polizei natürlich stark daran interessiert, Einbrecher auf frischer Tat zu stellen.

Notwehr - oder nicht?

Wenn es um den Einsatz der Mistgabel als Waffe geht, ist die Lage nicht ganz so eindeutig: "Die Polizei weist (...) darauf hin, dass derjenige der in Notwehr handelt, grundsätzlich nicht rechtswidrig handelt. Unter Notwehr versteht man die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden. Dabei ist stets die Erforderlichkeit des gewählten Mittels in einem besonderen Fokus", teilten die Ermittler mit. Die Staatsanwaltschaft wird sich mit dem konkreten Fall auseinander setzen.

Am sichersten sei es, grundsätzlich auf das Eintreffen der Polizei zu warten.

Die Ermittler suchen jetzt nach Zeugen, die zur Ergreifung der Täter beitragen können. Die Männer sollen dunkel gekleidet gewesen sein und blonde bis dunkelblonde Haare haben. Möglicherweise sind sie vom Fichtenweg aus in einem Auto geflüchtet, das sie zuvor dort geparkt haben. Hinweise bitte an die Polizei in Werne unter Tel. 02389 921 3420 oder 921 0. 

 

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