Wernes Bürgermeister Lothar Christ lobte das Engagement der Bürgerinitiative Industriegebiet Nordlippestraße. In der Diskussion zur Form des Bürgerentscheids sorgte er nun für Irritationen. © Stadt Werne
Meinung

Herr Bürgermeister Christ, jetzt machen Sie gefälligst Ihren Job!

Wernes Bürgermeister hat immer wieder betont, wie toll doch ein Bürgerentscheid wäre. Dass er nun 300 Wahlhelfer auftreiben muss, findet er weniger schön. Unser Kommentator hat einen Tipp für ihn.

Wernes Politik folgt dem Bürgerbegehren nicht und führt dadurch einen Bürgerentscheid Mitte Dezember herbei. Etwas, das Bürgermeister Lothar Christ als „größtmögliche Legitimation“ sieht. Das hat Wernes Stadtoberhaupt in den vergangenen Monaten immer wieder gesagt. Demokratie pur eben. Und das finden eigentlich auch alle gut.

Sätze wie „Demokratie kostet Geld, aber da dürfen wir nicht sparen“ bekam man in der Ratssitzung am Mittwoch ebenfalls mehrfach zu hören. Viel Geld und Mühe in ein einstufiges Briefwahlverfahren investieren, mit dem man wohl die meisten Wähler erreicht hätte, wollten dann aber doch nicht alle Ratsmitglieder.

Die Reaktion des Bürgermeisters auf die Forderung der CDU, die bestehende Satzung beizubehalten und mehrere Wahllokale zu öffnen, konnte bei manch einem Demokratie-Fan aber durchaus für Irritationen sorgen. „Wenn wir das machen, brauchen wir 300 Ehrenamtler für die Wahllokale“, entgegnete Christ. Es wirkte wie eine kleine Trotzreaktion. Und fast so, als wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, so viele Wahlhelfer aufzutreiben.

Ich hätte da einen Vorschlag für den Bürgermeister: Fragen Sie doch mal bei den Mitgliedern der BIN nach. Oder bei den Ratsmitgliedern. Oder bei den 5500 Wernern, die für das Bürgerbegehren unterschrieben haben. Ich bin guter Dinge, dass Sie die 300 Wahlhelfer dann zusammenbekommen. Das könnte etwas mühsam sein – es hat aber auch niemand gesagt, dass Demokratie immer einfach ist. Und wer sich die „größtmögliche Legitimation“ wünscht, der muss nun mal investieren. Erst recht, wenn er der Erste Bürger der Stadt ist. Das ist sein Job.

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Redakteur
Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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