Marko Mecke (auf einem Archivbild in seiner Fleischerei) will von den andauernden Tierquälereien in seinem Betrieb nichts gewusst haben. © Foto: Jörg Heckenkamp
Meinung

Herr Mecke, geben Sie das Versteckspiel auf!

Die Mecke GmbH stellt die brutalen Tierquälereien in ihrer Viehsammelstelle als Einzeltaten dar. Man arbeite bei der Aufklärung mit den Behörden zusammen. Die Realität spricht eine andere Sprache.

Der Verein Soko Tierschutz hat über zwei Monate massive Verstöße gegen das Tierschutzgesetz dokumentiert. Zudem liegen zahlreiche Hinweise vor, dass die brutale Umgangsweise mit Tieren jahrelanges System hat. Und davon will der Chef des Unternehmens, Marko Mecke, nichts gewusst haben? Er schiebt die alleinige Schuld zwei Mitarbeitern in die Schuhe, denen sofort gekündigt worden sei.

Mir kommt das alles bekannt vor, es ist dasselbe Schema: Wer bei welchen Missetaten auch immer erwischt wird, leugnet zunächst. Der Druck der Recherche durch Medien und die Öffentlichkeit zwingt dem Angeschuldigten dann ein Bauernopfer ab. In diesem Falle die zwei Mitarbeiter. Nächste Stufe: Abtauchen und Gras über die Sache wachsen lassen. Das versucht Firmenchef Marko Mecke gerade. Seine Anwälte machen dicht.

Hat Mecke wirklich nichts gewusst?

Ich frage mich: Wenn Herr Mecke wirklich so empört ist über die schlimmen Exzesse seiner beiden Mitarbeiter und er nichts gewusst hat, wie er sagt, warum tritt er dann nicht in die Öffentlichkeit?

Weil der Verdacht nahe liegt, dass er es doch gewusst, zumindest stillschweigend geduldet hat. Und sollte seine Ahnungslosigkeit tatsächlich echt sein, dann ist er meiner Meinung nach der naivste und schlechteste Unternehmenslenker des ganzen Planeten.

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Jörg Heckenkamp

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