„Corona hat uns eine Feier geschenkt!“ - Markus Schnatmann und Annika Böhle haben geheiratet

mlzHochzeit in der Corona-Krise

Hochzeit mit Verspätung: Markus Schnatmann (35) und Annika Böhle (32) konnten sich endlich das Ja-Wort geben. Mit zweimonatiger Verspätung. Nun hat das Paar sogar durch Corona etwas gewonnen.

Werne

, 02.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Sie dürfen die Braut jetzt küssen - und dann bitte wieder die Maske aufsetzen.“ So hörte es sich bei der standesamtlichen Trauung von Markus Schnatmann und Annika Böhle an. Die beiden Werner gaben sich am Freitag, 26. Juni, das Ja-Wort. Und damit zwei Monate später als eigentlich geplant. Aufgrund der Corona-Krise hatte das junge Paar, das seit 2013 zusammen ist, seine Hochzeit verschieben müssen.

Denn nur allein mit der Standesbeamtin wollten die beiden nicht feiern am 30. April. Deshalb hatte das Paar seine standesamtliche Trauung und die geplante kirchliche Hochzeit plus Feier am 1. Mai schweren Herzens abgesagt. „Zumindest unsere Eltern und die Geschwister sollten dabei sein“, sagte Annika Böhle zu der geplatzten Trauung am 30. April. Nun aber konnte sie ihren Markus doch heiraten - und das mit der Familie und engen Freunden.

Besonderer Tag wurde besonders speziell

Dieser besondere Tag wurde aber aufgrund der geltenden Corona-Regeln noch etwas spezieller. Bei der standesamtlichen Trauung in der Westfälischen Stube des Karl-Pollender-Museums Werne waren die Eltern, Geschwister und Trauzeugen der beiden dabei.

„Es war wie im Moment in den Restaurants. Bis man seinen Platz eingenommen hat, musste man die Maske aufsetzen“, erzählt Annika Böhle, die jetzt Schnatmann heißt. Die acht Gäste, die die Trauung verfolgten, saßen im Abstand von 1,5 Metern hinter dem Brautpaar.

Das Brautpaar musste auch den Mund-Nasen-Schutz aufsetzen.

Die beiden mussten auch Mund-Nasen-Schutzmasken aufsetzen, solange sie nicht die Plätze eingenommen hatten. © Schnatmann

„So ist eben die Vorgabe. Aber es war schon komisch, wenn die Eltern, die in einem Bett schlafen, sich plötzlich in einem Abstand von 1,5 Metern hinsetzen müssen“, sagt die Braut und schmunzelt. Und nach dem Ja-Wort durfte Markus seine Braut Annika küssen, um dann wieder die Maske aufzusetzen.

„Und dann haben die ersten Gratulanten mit Maske gratuliert“, erzählt Annika Schnatmann. Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sei mittlerweile eine Stück weit normal geworden, erzählt die 32-Jährige.

Sektempfang fällt aus, Überraschung nicht

Nach der Trauung war deshalb auch klar, dass es keinen Sektempfang wie zunächst geplant vor dem Museum geben kann. Und auch Aktionen, die die Sportvereine der beiden geplant hatten, fielen aus. „Unsere Mannschaften wollten eigentlich Spalier stehen und wir wollten eigentlich auch den Eiswagen von Peter Telgmann dazu holen. Aber das ging leider alles natürlich nicht“, erzählt Annika Schnatmann, die jahrelang Volleyball beim TV Werne gespielt hat.

Eine schöne Überraschung gab es für das Brautpaar dennoch. Weitere Familienmitglieder und Trauzeugen ließen vor dem Museum Seifenblasen steigen und gratulierten noch vor Ort dem frischgebackenen Ehepaar.

Feier im eigenen Garten

Danach ging es im Garten des Paars weiter. „Erlaubt sind ja jetzt Feiern mit 50 Personen. Und das haben wir auch so ziemlich ausgenutzt“, sagt Annika Schnatmann. Neben der Familie hatte das Paar die engsten Freunde eingeladen. Dank des Wetters konnte die Hochzeitsgesellschaft bis in die frühen Morgenstunden im Garten feiern.

„Es war schöner, als wir uns das vorgestellt haben. Und eigentlich hätte es diese Party ja gar nicht gegeben. Eigentlich war das eine Feier, die uns Corona geschenkt hat“, erzählt Annika Schnatmann.

Im Garten feierte das Paar mit Familie und Freunden bis in die Morgenstunden. Den Garten hatte die Schwester von Annika zuvor dekoriert.

Im Garten feierte das Paar mit Familie und Freunden bis in die Morgenstunden. Den Garten hatte die Schwester von Annika zuvor dekoriert. © Foto Schnatmann

Denn eigentlich sollte es die Party erst nach der kirchlichen Hochzeit geben. Und die wird nun nachgeholt - am 1. Mai 2021. Und damit genau ein Jahr nach der geplanten Hochzeit. Dann sollen noch einmal 120 Gäste mitfeiern. Darunter auch viele Sportler. Denn neben den Vereinskollegen von Annika sind auch einige Fußballer vom GS Cappenberg dabei. Hier ist Markus Schnatmann Trainer der zweiten Herren-Mannschaft. Dann können die Sportler vielleicht doch Spalier für das Brautpaar stehen...

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