Keine Feen-Party: Werner Familie berichtet von ihrem Alltag in Zeiten von Corona

mlzFamilienleben während der Pandemie

Das Familienleben ist in Zeiten von Corona eingeschränkt: Kein Kindergeburtstag, keine Ausflüge, keine Spielverabredungen mit Freunden. Stattdessen stehen Homeoffice, basteln und schlafen an.

Werne, Stockum

, 11.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Haushalt, Homeoffice, Gartenarbeit - und dazwischen zwei kleine Mädels, die fröhlich umhertoben. So sieht der Alltag der Familie Repenek aus Stockum aktuell aus. Anstatt mit Freunden zu spielen, sind die Kinder (2 und 5 Jahre alt) nun viel Zuhause. „Ich habe es endlich mal geschafft, alle Bastelanleitungen, die ich auf Pinterest gespeichert hatte, mit den beiden abzuarbeiten“, erzählt Mutter Anastasia Repenek (31) schmunzelnd.

Den Kindern gefällt’s. Gerade zu Ostern wurde gebastelt, was das Zeug hielt. Der Osterhase ließ sich von den Reisewarnungen nicht abschrecken - Ostern wurde bei den Repeneks einfach zu viert gefeiert. Eines vermissen die Mädels aber ganz besonders: die Großeltern. Eigentlich gäbe es einmal in der Woche einen Oma-Tag, doch seit zwei Monaten fällt der flach.

Oma und Opa am Fenster winken

Inzwischen wurde die Familie kreativ: „Wir machen Videotelefonate mit Omi und Opi. Zweimal sind wir zu ihnen nach Hamm gefahren und haben dann am Fenster gesprochen und fröhlich gewunken“, erzählt Repenek. Der Ballettunterricht fällt aktuell genau so flach wie der Kindergeburtstag. „Es war sehr schwer, meiner Tochter zu erklären, dass wir nicht feiern können. Sie hatte ein paar Tage nach dem Beginn des Kontaktverbotes Geburtstag“, so Repenek.

Dabei hatte sie schon eine große Feen-Mottoparty für die Fünfjährige geplant, mit ganz viel Deko und Glitzer. Dekoriert habe die fürsorgliche Mutter trotzdem - aber ohne Gäste sei es einfach nicht dasselbe gewesen. Inzwischen hätten die Kinder einen neuen Schlafrhythmus: „Weil wir morgens nicht mehr zur Kita müssen, schlafen die Kinder länger. Sie gehen wie gewohnt gegen 7 Uhr ins Bett und schlafen dann richtig aus.“

Gartenarbeit und Radtouren

Die Zeit daheim nutzte die Familie, um ihren Garten in Schuss zu bringen. Außerdem unternimmt sie häufiger Radtouren - auf ihrerem letzten Trip riefen die Mädels plötzlich ganz euphorisch: „Mama, Mama, der Spielplatz hat wieder auf!“ und schon tobten die Kinder durch den Sand. Warum der Spielplatz gesperrt war, ist der Großen bewusst, denn sie meinte direkt: „Gut, dass wir alleine hier sind. Dann können wir ja keinen anstecken.“

Angst vor einer möglichen Ansteckung hat die Mutter nicht - sie mache sich eher Sorgen um die Gesundheit der älteren Mitbürger, die zahlreich in der Stadt unterwegs sind. Daher hätte sie auch ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihre Kinder ausnahmsweise mit zum Einkaufen oder zum Zahnarzt nimmt: „Freunde erzählten mir schon von Senioren, die kleine Kinder angeraunt haben, weil sie den Abstand nicht eingehalten haben. Die sind teilweise richtig intolerant und gucken einen schief an, wenn man mit der ganzen Familie unterwegs ist.“

Keine Übernachtungsparty für angehende Schulkinder

Die Mutter ist glücklich, dass ihre Kinder lieb und pflegeleicht sind - Homeoffice sei bei ihr kein Problem: „Ich bin froh, dass meine Kinder noch nicht in der Schule sind. Neben dem Homeoffice noch mit den Kindern zu lernen, stelle ich mir richtig anstrengend vor.“

Leid täten ihr auch die Kinder, die im Sommer in die Schule kommen: „Keine Ausflüge, keine Übernachtungen...all das, was man als Maxikind erlebt, fällt jetzt ins Wasser.“ Von ihrem Kindergarten bekämen ihre Töchter regelmäßig Post mit Bastelanleitungen und lieben Worten. Zwischendurch habe der Kindergarten auch schon angerufen und gefragt, wie es den beiden ginge.

Der Spielplatzbesuch ist für die Familie eine willkommene Ablenkung.

Der Spielplatzbesuch ist für die Familie eine willkommene Ablenkung. © Sylva Witzig

Sehnsucht nach ihren Freunden haben nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern. „Wenn das alles vorbei ist, lade ich alle Freunde ein und dann machen wir eine große Grillparty“, plant Repenek. Ob der geplatzte Kindergeburtstag in dieser Form noch nachgeholt wird, steht noch in den Sternen - denn jeder Tag kann ohnehin für kleine Mädchen ein Feen-Tag sein.

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