Im Hotel am Kloster und auf dem Ferienhof Dahlkamp buchen Gäste Übernachtungen, um über die Feiertage ihre Familie zu besuchen. © (A) Helena Wendt
Hotels in Weihnachtszeit

Hotel-Übernachtungen zu Weihnachten: „Nachfrage deutlich zurückhaltender“

Familien dürfen zu familiären Zwecken in Hotels übernachten, erklärt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband. Die Nachfrage aber zeigt, dass viele Gäste verunsichert sind.

Derzeit sind in Hotels nur Übernachtungen zu dienstlichen Zwecken erlaubt. Diese Hotelgäste dürfen auch Frühstück und weitere Mahlzeiten zu sich nehmen. Anders sieht das bei Touristen aus: Die dürfen Hotels deutschlandweit derzeit nicht beherbergen. Und wie steht es um Familien, auch mit Blick auf die herannahenden Feiertage?

„Wenn jemand seine Familie besucht, dann ist das nicht touristisch“, sagt Steffen Kroes, Gastgeber vom Hotel am Kloster. Klar formuliert sei das in den Coronaschutzverordnungen aber nicht. „Man kennt dann schon viele Details, auch wenn wir nicht nach den Hintergründen fragen“, so der Gastgeber. Viele rechtfertigten sich auch am Telefon für ihre Reise. Allerdings hatte unter anderem Armin Laschet erklärt, dass diese Regelung gültig sei, Familien also in Hotels übernachten dürften. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Degoha) in NRW erklärt klar: „Übernachtungen aus familären Gründen – Beerdigungen, Besuche zu Weihnachten sind in NRW keine touristischen Übernachtungen, können also angeboten werden.“

Ferienhof Dahlkamp: „Viele Gäste sind unsicher“

Generell sei die Auslastung von Privatpersonen, die über die Feiertage im Hotel übernachten, gering, sagt Kroes. „Die Nachfrage ist dieses Jahr deutlich zurückhaltender“, so der Gastgeber. Meist werde das Hotel aber erfahrungsgemäß erst in der Woche vor Heiligabend angefragt.

Diese Familiengäste dürfen ebenso wie die beruflichen Übernachtungsgäste im Hotel am Kloster frühstücken und essen. Erfahrungsgemäß nähmen dies aber in den Weihnachtstagen nur 40 bis 50 Prozent der sowieso schon wenigen Gäste in Anspruch, da dann standardgemäß doch eher bei Freunden oder Familie gefrühstückt und gegessen werde, so Kroes.

Auch Andreas Dahlkamp vom gleichnamigen Ferienhof kennt die Ungewissheit, die die derzeitige Rechtslage mit sich bringt. Viele Gäste seien unsicher, ob sie ihre gebuchten Übernachtungen antreten sollen oder nicht. „Es haben welche gebucht, aber ich kann nicht sagen, ob die die Familie besuchen. Ich gehe mal davon aus. Es kann auch sein, dass die noch absagen. Es haben schon welche abgesagt.“ Eigentlich warte er nur auf weitere Absagen. Wer anrufe, bekomme auch ein Appartement oder ein Zimmer. „Was die Gäste dann privat machen, da habe ich keinen Einfluss drauf.“ Ein Frühstück wird in der Unterkunft derzeit nicht angeboten, denn die Coronavorschriften machten dies auf dem Hof einfach zu kompliziert. Das ganze Jahr sei gästetechnisch stark rückläufig gewesen, so Dahlkamp. „Der Schaden, der ist schon gewaltig. Aber wir können es nicht ändern.“

Hotel am Kloster: „Coronalage ist kein Dauerzustand“

Generell sei die derzeitige Coronalage kein Dauerzustand, sagt Kroes. „Der November ist eigentlich einer der stärksten Monate. Wir sind mit dem Hotelgeschäft unter der Woche zu den jetzigen Zeiten nicht unzufrieden. Die Belegung ist da.“ Allerdings seien von sieben Wochentagen aktuell nur 4 belegt. Das Wochenendgeschäft lohne sich eigentlich gar nicht, so Kroes.

„Es gibt keine Trauerfeiern, heute [Donnerstag, Anm. d. Red.] hatten wir mal eine Tagung, das kommt alle zwei Wochen vor. Es gibt keine eigenen Veranstaltungen wie Krimi-Dinner oder Weinverkostungen, was jetzt typisch wäre, und keine Weihnachtsfeiern per se“, sagt Kroes. Weil das Hotel am Kloster auch einen starken gastronomischen Zweig habe, ist die seit Mittwochabend bekannte Schließung (2. Dezember) von Hotelgastronomien ein Schlag. Die Bundesregierung fürchte heimliche Familienfeiern in Hotels, so Kroes. Derzeit bietet das Hotel am Kloster deshalb nur den Gänseverkauf zum Mitnehmen. Das seien am Wochenende schonmal 15 bis 20 Stück, so Kroes. Dass das Angebot vor allem von altbekannten Gästen genutzt werde, sei schön, aber diese Lösung kein Dauerzustand.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
Zur Autorenseite
Eva-Maria Spiller

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt