Rettungshubschrauber auf dem Hagen: So häufig und so teuer sind Einsätze von Christoph 8

mlzHubschrauber im Einsatz

Als der Rettungshubschrauber Christoph 8 am Sonntag auf dem Parkplatz Am Hagen landete, sorgte das für Aufregung. Der Hubschrauber ist täglich im Einsatz. Und der kann teuer werden.

Werne, Lünen

, 18.10.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn ein Rettungshubschrauber irgendwo landet, dann sorgt das meistens für große Aufmerksamkeit. So war es auch am Sonntagmorgen, 13. Oktober, als Hubschrauber Christoph 8 auf dem Parkplatz Am Hagen in Werne landete.

Dabei ist der Rettungshubschrauber mehrmals täglich im Einsatz, wie Jochen Oesterle, Pressesprecher der ADAC-Luftrettung, berichtet. 1200 Mal war Christoph 8, der seit 45 Jahren am St.-Marien-Hospital Lünen stationiert ist, im vergangenen Jahr im Einsatz - und damit so häufig wie in den Vorjahren. Das bedeutet im Schnitt drei bis vier Einsätze täglich.

Christoph 8 vor allem wegen Herzkreislauf-Problemen im Einsatz

In den meisten Fällen rückte der gelbe Rettungshubschrauber Christoph 8 wegen internistischen Notfällen aus. 27 Prozent aller Anforderungsgründe machten solche Einsätze in 2018 aus.

Ähnlich häufig (24 Prozent) kam Christoph 8 wegen Verkehrsunfällen zum Einsatz. Zum Vergleich: Bundesweit machen laut Oesterle Verkehrsunfälle 11 Prozent der Einsätze aller Rettungshubschrauber aus.

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Ein Überblick aller Anforderungsgründe von Christoph 8 in 2018:

  • 27 %: Internistische Notfälle (akute Herzkreislauf-Erkrankungen)
  • 24 %: Verkehrsunfälle
  • 17 %: Freizeitunfälle (Sportunfälle, häusliche Unfälle)
  • 13 %: neurologische Notfälle (Schlaganfälle)
  • 10 %: Arbeitsunfälle

Wenn ein Rettungshubschrauber angefordert wird, dann kostet das auch deutlich mehr Geld, als wenn ein Rettungswagen geordert wird. Die Luftrettung werde nach Flugminuten berechnet, erklärt Oesterle.

„Die Kosten sind regional und landesweit sehr unterschiedlich. Es ist auch teurer, wenn ein Rettungshubschrauber nachts fliegt“, so der Pressesprecher. Durchschnittlich kostet ein Einsatz 1000 bis 1500 Euro, wobei die Rettungshubschrauber vor allem viele kurze Einsatzzeiten haben, so Oesterle weiter.

Rettungshubschrauber auf dem Hagen: So häufig und so teuer sind Einsätze von Christoph 8

Christoph 8 ist am St.-Marien-Hospital in Lünen stationiert. Von hier aus fliegt er in einem Umkreis von etwa 70 Kilometern zu Einsätzen. Ein Notarzt, Pilot und Nofallsanitäter bilden in der Regel die Crew des Rettungshubschraubers. © ADAC

Zum Vergleich: Die Rettung „am Boden“ wird nach Pauschalen abgerechnet, wie Hartmut Kröger, Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Werne, erklärt. Demnach kostet ein Rettungswagen (bei Notfällen) pro Einsatz 457 Euro. Davon fließen 48 Euro an die Leitstelle des Kreises Unna für die Koordination der Einsätze und Fahrzeuge.

Wenn ein Notarzteinsatzfahrzeug ebenfalls ausrückt, kommen pauschal 472 Euro hinzu (davon fließen 24 Euro an die Leitstelle Unna). Ein Krankentransportwagen kostet pro Einsatz 248 Euro (48 Euro an die Leitstelle Unna).

Hubschrauber ist das schnellste Rettungsmittel

Ein Hubschrauber, der laut Jochen Oesterle bis zu 230 Stundenkilometer fliegen kann, ist das schnellste Rettungsmittel. Rund 50 Rettungshubschrauber des ADAC sind an 36 Stationen deutschlandweit stationiert. Damit gehört der ADAC nach eigenen Angaben zu den größten Luftrettungsassistenten in Europa.

Rettungshubschrauber auf dem Hagen: So häufig und so teuer sind Einsätze von Christoph 8

Jochen Oesterle, Pressesprecher des ADAC, erklärt, wie teuer ein Einsatz des Rettungshubschraubers ist. © Theo Klein/ADAC

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