Bürgerbegehren

Industriegebiet an Nordlippestraße: Grüne unterstützen Bürgerinitiative

Die Planungen für ein Gewerbe- und Industriegebiet an der Nordlippestraße in Werne haben nun auch die Grünen auf den Plan gerufen. Die Partei sichert der Bürgerinitiative Unterstützung zu.
Benedikt Striepens und seine Fraktionskollegen der Grünen in Werne haben der Bürgerinitiative ihre Unterstützung zugesagt. © Jörg Heckenkamp

Das war nicht anders zu erwarten: Die Grünen in Werne lehnen die Planungen eines Gewerbe- und Industriegebietes im Norden der Lippestadt ab und sichern der Bürgerinitiative, die ein Bürgerbegehren unter der Motto „Nein! Zum Industriegebiet Nordlippestraße Nord“ anstrebt, ihre volle Unterstützung zu. Das hat die Partei jetzt in einer Pressemitteilung erklärt.

Die Ratsfraktion halte die aktuelle Ausweisung einer gewerblichen Fläche nördlich der Nordlippestraße für einen „Tabubruch“, heißt es darin. „Wer im Wahlkampf behauptet hat, er wolle Werne in seinen Strukturen mit historischem Stadtkern in einer natürlichen Umgebung erhalten, wird jetzt wortbrüchig“, wird Fraktionssprecher Benedikt Striepens zitiert.

Grüne: Stadt „streut Sand in die Augen möglicher Investoren“

Die Planungen, die im Norden der Stadt in die freie Natur gehen, entsprängen einem antiquierten Denken, das auch vor dem Hintergrund des Klimawandels nicht mehr vertretbar sei. Die Partei hält das Vorgehen zudem für übereilt. Obwohl die Regionalplanung noch nicht abgeschlossen sei, agiere die Stadt Werne nun bereits mit Änderungen des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplanes, heißt es in der Mitteilung. Aus Sicht der Grünen „können die Planungen vorläufig keine Rechtssicherheit erlangen“. Man streue damit Sand in die Augen möglicher Investoren.

Zudem sei „die Zerstörung der Landschaft im Sinne des Natur- und Artenschutzes nicht zu rechtfertigen“, wie Maximilian Falkenberg, Vorsitzender des Umwelt- und Klimaschutzausschusses, betont.

Die Tatsache, dass sich der Bürgerinitiative bereits viele Menschen aus unterschiedlichen politischen Richtungen angeschlossen haben, mache Hoffnung und zeige, dass es ein Umdenken gegeben habe. „Vielen Bürgerinnen und Bürgern in Werne sind Natur- und Umweltschutz inzwischen wichtiger als ein vermeintliches Wirtschaftswachstum, das an anderen Orten dringender benötigt wird“, so Striepens.

Ihren Unmut über die Planungen hatten viele Werner in den vergangenen Wochen gleich doppelt zum Ausdruck gebracht: Zunächst in Form einer Demonstration mit gut 200 Teilnehmern im Vorfeld einer Ausschusssitzung Anfang März. Zehn Tage später kamen dann sogar gut 500 Bürger nahe des geplanten Standorts zusammen, bildeten eine Menschenkette und hielten Plakate in die Höhe.

Wernes Bürgermeister Lothar Christ erklärte später auf Anfrage unserer Redaktion: „Meinungsäußerungen im Zusammenhang mit bedeutsamen Entwicklungen sind nicht nur legitim, sondern wichtiger Bestandteil der Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen. Da es sich hier um eine grundlegende Entscheidung für unsere Stadt handelt, wird es viele Interessierte geben – Befürworter wie Gegner.“

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